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Kündigung,Abgeltung Urlaub und Überstunden

| 01.10.2014 00:25 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork


Sehr geehrte Anwälte,
ich hatte mein Arbeitsverhältnis zum 30.9.2014 gekündigt ,unter Einhaltung einer vierwöchigen Kündigungsfrist.Ab dem 04.09.2014 wurde ich durch meinen AG von der Arbeit freigestellt,zum
abbummeln von Überstunden.Dies teilte er mir auch schriftlich mit.Es war keine unwiderrufliche Freistellung.

Meinen Resturlaub von 5 Tagen sollte ich in der Zeit vom 24.09.2014 bis 30.09.2014 nehmen.
Ab dem 08.09.2014 bis 30.09.2014 war ich krank geschrieben.
Nun möchte ich von Ihnen wissen,ob mein AG meine Überstunden und meine Urlaubstage abgelten muss.


Vielen Dank für Ihre Antwort

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:




Frage 1:
"Nun möchte ich von Ihnen wissen,ob mein AG meine Überstunden und meine Urlaubstage abgelten muss."



Ja, nach Ihrer Schilderung muss der Arbeitgeber Ihnen Ihnen diese Zeiten nach § 7 IV BUrlG abgelten.

Denn Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen den nicht genommenen Urlaub auszubezahlen, wenn Sie diesen wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr nehmen können.


Gleiches gilt grundsätzlich auch für die Überstunden.

Denn grundsätzlich sind die Überstunden dann zu vergüten, wenn keine Arbeitsbefreiung gewährt wurde. Im Zweifel ist von Ihnen darzulegen, wann und wie viele Überstunden Sie geleistet haben und ob die Überstunden vom Arbeitgeber angeordnet/geduldet oder gebilligt wurden. Deshalb ist es regelmäßig ratsam, genaue Aufzeichnungen über die Überstunden zu führen.





Ich stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie gerne auch für eine weitere Interessenwahrnehmung jederzeit zur Verfügung. Klicken Sie dazu auf mein Profilbild, um meine Kontaktdaten einsehen zu können.





Mit freundlichen Grüßen


Raphael Fork
-Rechtsanwalt-


Nachfrage vom Fragesteller 01.10.2014 | 10:51

Sehr geehrter Hr.Fork,
vielen Dank für Ihre schnelle und kompetente Antwort.
Wenn ich Sie richtig verstehe,hat mein AG die überstunden zu bezahlen,weil ich diese durch die Krankschreibung nicht mehr in Freizeitausgleich abgelten kann,auch wenn ich am 4.9.2014 und am 5.9.2014 schon zur Abgeltung zu Hause war und die Krankschreibung erst am 8.9.2014 erfolgte.
Ich bin nur etwas verunsichert,da es im Internet immer sehr unterschiedlich ausgelegt wird,viel wird geschrieben,das trotz Krankschreibung,die Überstunden abgegolten sind.
Könnten Sie mir eventuell noch eine gesetzliche Grundlage dazu nennen?

Ich bedanke mich bei Ihnen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.10.2014 | 11:16

Nachfrage 1:
"Wenn ich Sie richtig verstehe,hat mein AG die überstunden zu bezahlen,weil ich diese durch die Krankschreibung nicht mehr in Freizeitausgleich abgelten kann,auch wenn ich am 4.9.2014 und am 5.9.2014 schon zur Abgeltung zu Hause war und die Krankschreibung erst am 8.9.2014 erfolgte."


Nicht ganz.


Die Überstunden sind vorrangig mit der Freistellung an den beiden Tagen ( 4 + 5.09.) zu verrechnen.

Sollten nach der Verrechnung noch Überstundenansprüche offen sein, so wären diese Ihnen grundsätzlich in Geld auszuzahlen, da der Freizeitausgleich infolge der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr durchgeführt werden kann.

Ab dem Moment Ihrer Krankschreibung am 08.09. durften grundsätzlich weder Überstunden noch Urlaubstage angerechnet werden, denn diese bestehen im Krankenstand in der Regel ungemindert fort. Daran ändert auch die Freistellung nichts.

Darüber hinaus durften für die beiden Tage Freistellung in keinem Fall Urlaubstage angerechnet werden, weil es sich um eine widerrufliche Freistellung handelte.




Nachfrage 2:
"Könnten Sie mir eventuell noch eine gesetzliche Grundlage dazu nennen?"


Bezüglich der Überstunden gibt es im Gegensatz zu den Urlaubstagen keine explizite Regelung.

Es kommt hier vielmehr auf die im Betrieb ausgeübte und ggf. durch Arbeits- oder Tarifvertrag geregelte Praxis in Bezug auf die Überstunden an.


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Bewertung des Fragestellers 01.10.2014 | 10:53

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Stellungnahme vom Anwalt:
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