Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kündigen, kündigen lassen oder Aufhenungsvertrag?

07.08.2011 19:59 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Guten Abend,

folgende Situation:

Ich habe bis zur Geburt meines zweiten Sohnes in Teilzeit für eine Firma in Hamburg gearbeitet.
Ich war selten in Hamburg, den überwiegenden Teil meiner Tätigkeit machte ich in Home Office in Bonn (dort wohne ich) oder in einer unserer Filialen in Bonn (dort führte ich Bewerbergespräche), die es heute nicht mehr gibt.
Es gäbe aber alternativ Filialen in Bonner Nachbarstädten.

Mein Arbeitsvertrag wurde, nachdem ich auf Teilzeit verkürzt habe (nach der Geburt meines ersten Kindes), minimal verändert (Titulierung, Gehalt, Aufgabenbereich). Allerdings steht dort nichts geschrieben von wegen „Arbeitsstandort ist in Bonn/ Home Office" o.ä.. Bezüglich dem Arbeitsstandort ist überhaupt nichts aufgeführt, es besteht einfach ein Arbeitsvertrag zwischen der Hamburger Firma und mir.

Mein AG will mich nun bedauerlicherweise nur wieder einstellen, wenn ich in Hamburg arbeiten könnte (und das bei einem Unternehmen von etwa 500 Mitarbeitern). Das geht natürlich nicht und im kommenden Januar läuft meine Elternzeit aus. Er will nun, dass ich kündige, da ich ja nicht am 1. Januar in Hamburg antreten werde. Ich habe erstmal nur gesagt, dass ich natürlich nicht selber kündige, da ich ja noch gar keine Alternative und auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld habe (mal abgesehen davon, dass ich noch gar nicht weiß, ob ich davon Gebrauch machen würde/ müsste…). Wie trennt man sich am besten, ich habe keine Lust auf Ärger…?

Sollte man einen Aufhebungsvertrag machen? Bekäme ich dann ggf. ALG? Kündigen lassen ist ja auch nicht so vorteilhaft, wenn es um meinen weiteren beruflichen Werdegang geht. Hätte ich nicht vielleicht doch Anrecht auf meinen alten Job und somit zumindest auf eine Abfindung? Liegt es ganz im Ermessen des Richters, wenn es darauf ankäme (eigentlich ist es ja selbstredend, dass ich nach dem ersten Kind nicht bzw. kaum noch in Hamburg gearbeitet habe, wo die Familie in Bonn wohnt, aber wie gesagt, ich habe es nicht schriftlich im Vertrag geregelt).

Über einen Rat würde ich mich wirklich sehr freuen.

Schöne Grüße
Simone

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Grundsätzlich ist die Rechtslage folgende:
Nach der Rückkehr aus der Elternzeit besteht Ihr Arbeitsverhältnis fort. Die vertraglichen Pflichten sind somit von beiden Seiten zu erfüllen. Es besteht jedoch keine Arbeitsplatzgarantie dahingehend, dass Sie einen Anspruch auf Ihren alten Arbeitsplatz haben. Dies bedeutet, dass eine Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz möglich ist. Allerdings muss eine solche Versetzung noch innerhalb des Weisungsrechts des Arbeitgebers liegen. Da in Ihrem Arbeitsvertrag keine Vereinbarung zum Arbeitsort getroffen wurde, Sie aber jahrelang im Home Office bzw. in einer Bonner Filiale gearbeitet haben, kommt es darauf an, ob eine Versetzung nach Hamburg vom Weisungsrecht Ihres Arbeitgebers gedeckt ist und damit zulässig wäre. Hier kommt es auch entscheidend auf die konkreten Umstände des jeweiligen Einzelfalles ist. Eine Versetzung an einen anderen Arbeitsort muss für den Arbeitnehmer zumutbar sein. Die konkreten Umstände müssen vom Arbeitgeber abgewogen werden. Zum einen sind dabei die Verhältnisse des Arbeitnehmers zu berücksichtigen als auch betriebliche Gründe. Man wird Ihnen einen Wechsel des Arbeitsortes, der zwangsläufig mit langen Fahrtzeiten bzw. längerer Abwesenheit von der Familie verbunden ist, mit Kleinkindern kaum zumuten können. Zumal eine es Rolle spielt, dass sie zuvor offenbar mit der Zustimmung Ihres Arbeitgebers in Bonn tätig gewesen sind. Des Weiteren muss berücksichtigt werden, dass es weitere Filialen in Bonn bzw. der Umgebung gibt, von denen aus Sie Ihrer Arbeit nachgehen könnten.
Ob das zuständige Arbeitsgericht die Sach- und Rechtslage in Ihrem Sinne beurteilt, lässt sich kaum vorhersagen, da es hier auf den Inhalt Ihres gesamten Arbeitsvertrags sowie weiterer Umstände ankommt, die dann vom Gericht zu prüfen und zu beurteilen wären. Insbesondere kann ich nicht ausschließen, dass Sie Ihre Tätigkeit an zwei Arbeitsorten ausüben (Sie schreiben, Sie waren einige Male in Hamburg) und deshalb juristisch gar keine Versetzung vorläge, sondern lediglich die Anwesenheitszeiten in Hamburg angepasst werden müssten. Diese Anpassung wäre dann aber ebenfalls darauf hin zu prüfen, ob diese vom Weisungsrecht umfasst ist oder nicht.

Keinesfalls sollten Sie das Arbeitsverhältnis selbst kündigen, da Sie dann eine Sperrzeit nach § 144 SGB III beim Arbeitslosengeld erhalten würden. Gleiches kann beim Abschluss eines Aufhebungsvertrags drohen, wenn nicht bestimmte Voraussetzungen eingehalten werden. Im Übrigen ist der Inhalt eines Aufhebungsvertrags frei verhandelbar, da es hierzu keine gesetzlichen Vorschriften gibt. Insbesondere kann auch eine Abfindung frei verhandelt werden. Allerdings bitte ich zu beachten, dass Ihr Arbeitgeber nicht verpflichtet ist, einem Aufhebungsvertrag zuzustimmen, da es keinen gesetzlichen Anspruch auf Abschluss eines Aufhebungsvertrags gibt. Sollten Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber nicht einigen können, ist es ratsam, die ordentliche Kündigung durch Ihren Arbeitgeber abzuwarten. In diesem Falle hätten Sie dann auch Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Falls Sie sich dennoch entschließen sollten, selbst zu kündigen, müssen Sie die 3-Monats-Frist des § 19 BEEG einhalten, wenn die Kündigung zum Ende der Elternzeit erfolgen soll.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

---------------------------------------------------------------------------------------------------
Bitte nutzen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion. Wenn Sie eine weitere Vertretung über die hier erteilte Erstberatung hinaus wünschen, bitte ich Sie, mich zunächst per E-Mail zu kontaktieren.
Ich weise Sie darauf hin, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es ist nur eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems aufgrund Ihrer Angaben zum Sachverhalt möglich. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine abweichende rechtliche Bewertung ergeben.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71574 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ich kann Herrn Epping zu meinem Problem "Sperrrung meines YouTube Kanals" nur allen, denen es geht wir mir nur empfehlen. Innerhalb von 3 Tagen wurde die Sperrung zurückgenommen. Des Weiteren hat Herr Epping mich immer schnell ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle, klare und ausführliche Antwort mit Literatur- bzw. Quellenangabe. Perfekt! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle und kompetente Antwort. ...
FRAGESTELLER