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Kreditvertrag vom Arbeitgeber, 1 Tag volljaehrig, Schuldenfalle


| 23.01.2007 23:29 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Hallo!

Ich habe einen Kreditvertrag abgeschlossen, der mir gerade etwas Sorgen bereitet. Es handelte sich um eine Summe von 1750 Euro. Grundsaetzlich ist klar, das ein Kredit bezahlt werden muss. Hier ist aber die Frage, in wie weit ich mich gegen diesen Vertrag wehren kann.

Ich habe am 25.03.2002 einen Kreditvertrag im Hause meines damaligen Arbeitgebers abgeschlossen (mittelstaendisches Unternehmen, damals Familienbetrieb + 2 oder 3 Beschaeftigte incl. mir). Ich hatte dort einen Nebenjob auf 325,-EUR-Basis. Eine Rueckzahlung war vorgesehen in Raten von 150 EUR im Monat, abgezogen von meinem Gehalt. Meine Eltern waren keinesfalls mit dem vertrag einverstanden. Sie kannten meinen Arbeitgeber (Sohn war Schulkollege). Bevor ich jedoch das dritte Monatsgehalt ausgezahlt bekam, musste ich nachweislich an einem Schulpraktikum teilnehmen, musste daher 4 Wochen Urlaub haben. Dies war soweit mit meinem Arbeitgeber ok, da ich nur Nebentaetigkeiten wie Akten sortieren gemacht habe, was ich spaeter fortfuehren konnte.

Als ich von meinem Praktikum zurueck in die Firma wollte, sagte man mir es sei keine Arbeit mehr da und ich waere ab sofort gekuendigt. Nun sagte ich, dass ich dann natuerlich Zeit brauche, den Kredit zurueckzuzahlen. Akzeptiert.

Nach 6 Monaten der erste Brief vom Rechtsanwalt des Gegners. Ich habe die Bezahlung vor mir hingeschoben und letztendlich sind heute noch ein Betrag von 1400 EUR offen. Klage ging Mitte Dezember raus.

Die gegnerische Partei verlangt nun incl. Kosten und Zinsen etwas ueber 2000 Euro.

Letztendlich ist meine Frage, wie ich eine "Schuldenfalle" vor Gericht darstellen kann. Evtl. kann man auch darauf hinaus gehen, das der Vertrag nichtig ist, weil er so kurz nach meinem 18. Geburtstag abgeschlossen wurde. Wer kann helfen?







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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Verträge sind grundsätzlich einzuhalten. Rechtswirkung entfalten sie dann nicht, wenn sie unwirksam oder nichtig sind.

Anhaltspunkte für die Nichtigkeit des Darlehensvertrages (Geschäftsunfähigkeit; Schein- oder Scherzgeschäft) liegen Ihren Ausführungen nicht zugrunde.

Eine Irrtumsanfechtung kommt nicht in Betracht, da ein Irrtum nach §§ 119 f. BGB (Inhalts-, Erklörungs- oder Eigenschaftsirrtum) nicht vorliegt, darüber hinaus müsste eine Anfechtung unverzüglich - ohne schuldhaftes Zögern - erklärt werden. Diese Voraussetzungen liegen in Ihrem Fall nicht vor.

Darüber hinaus sind auch sittenwidrige Geschäfte nichtig. Als sittenwidrig gilt ein Rechtsgeschäft dann, wenn es gegen die guten Sitten verstößt. Nach der Rechtsprechung ist hier das "Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden" heranzuziehen.

Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Sittenwidrigkeit kann nach Ihren Schilderungen leider ebenfalls nicht erkennen.

Vor diesem Hintergrund dürfte - ohne den Sachverhalt und die Akte im Detail zu kennen - eine Verteidigung gegen die Klage wenig Aussicht auf Erfolg haben.
In Ihrer Situation wäre zu überlegen, ob Sie den Anspruch nicht anerkennen, um die Kumulation der Kosten zu vermeiden.

Letzte Sicherheit können Sie in dieser Angelegenheit nur durch die Beauftragung eines Kollegen vor Ort erhalten. Hier dürfte bereits eine Erstberatung nach dem RVG ausreichen, um die Sach- und Rechtslage zu klären.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

Hamburg 2006
info@kanzlei-roth.de
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