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Kreditverpflichtungen - Scheidung - Haus


| 16.02.2006 17:35 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



hallo,

meine frage bezieht sich auf die gemeinsamen schulden und kreditverpflichtungen.

doch zuerst erkläre ich den sachverhalt:
lebe von meiner frau seit 1 jahr getrennt.
scheidung wird eingereicht.
sie ist mit den kids zu ihrem "lover" gezogen und bekommt demnächst ein baby von ihm.
ihre einkünfte liegen bei ca. 400 € (betreuung pflegekind)
mein einkommen beträgt nach steuerklassenwechsel ca. 2100 €.
unterhalt für eigene tochter (10 jahre)überweise ich gemäß düsseldorfer tabelle.
ihr "lover" verdient ganz gut.

in 1999 hatten wir ein haus gebaut, gemeinsam die kredite unterschrieben und stehen auch beide im grundbuch.
die kreditverpflichtungen und sonstige kosten für das haus werden von mir allein bezahlt.
das haus bewohne ich allein und möchte es nicht verkaufen, da nach rücksprache mit der bank eine zu hohe restschuld (verlust aus verkauf und vorfälligkeitszinsen, gesamt ca. 40.000.- €) entstehen würden, auf die ich wohl allein sitzen bleibe, da die bank sich an mich wenden wird.

meine ex möchte, das ich das haus verkaufe oder auch auf meine kosten umbaue und ein teil vermiete.

grundsätzliche frage:
muss sie sich an den kreditverpflichtungen und sonstige unterhaltskosten beteiligen?

weiterführende fragen:
würde ihr ein fiktives einkommen, wegen haushaltsführung mitangerechnet, wenn ich verlangen kann, das sie sich an den kosten beteiligt?

sie sagt, sie könnte sich nicht, und will sich nicht an den kosten beteiligen.
unterhalt für sie bezahle ich zur zeit nicht
und die kosten aus den kreditverpflichtungen werde ich noch zur ermittlung meines bereinigten einkommens/düsseldorfer tabelle abziehen, dies hab ich erst jetzt erfahren.

kann sie verlangen, das ich das haus verkaufe und muß ich ihr einen ausgleich für das haus zahlen wenn ich es behalten möchte, obwohl die schulden noch fast genauso hoch sind wie vorher, tilgung bisher ca. 40.000 €.

kann sie es zur zwangsversteigerung treiben?

die weiterführenden fragen denke ich beziehen sich auf grundsätzliche frage, bzw. was passieren könnte, wenn sie sich an den kosten beteiligen muß. daher bitte ich diese fragen zu berücksichtigen.
sorry, wenn ich nicht mehr bieten kann, doch bin leider nicht in der lage mehr zu bieten.

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Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.Ich möchte diese dem relativ geringen Einsatz entsprechend beantworten.

Gemeinsam aufgenommene Kredite sollten während der Zeit des Getrenntlebens weiter fortgeführt werden. Eine Verrechnung der wechselseitigen Zahlungsverpflichtungen findet dann im Rahmen der Unterhaltsberechnung statt.

Vor der Scheidung haben beide Eheleute, soweit diese Miteigentümer des Hauses sind die Kreditraten hälftig zu tragen.

Nach der Scheidung gilt jedoch Folgendes:

Im Innenverhältnis kann eine Ehegatte verpflichtet sein, dann die gemeinsame Schuld allein zu zahlen, wenn er allein die Vorteile aus dem Schuldverhältnis zieht.

Dies ist etwa dann der Fall, wenn nach der Scheidung einem der beiden Ehepartner das gemeinsame Haus zugesprochen wird, das mit Hilfe eines gemeinsam aufgenommenen Kredites gebaut oder erworben wurde.

Dann hat der Ehepartner, dem das Haus zugesprochen wurde, nach der Scheidung auch allein im Innenverhältnis für die Kreditraten aufzukommen, so das Oberlandesgericht Koblenz (3 W 59/02).

Im Außenverhältnis zur Bank haften aber beide Kreditnehmer/Eheleute weiter gemeinsam.

Bis zur Scheidung hat sich die Frau daher an den Kreditraten zu beteiligen.Dies gilt auch für sonstige Unterhaltskosten, nicht aber für Nebenkosten, die durch Sie verursacht werden (Strom, Gas, Wasser).

Ein fiktives Einkommen würde nicht angerechnet.

Sie kann als Miteigentümerin den Verkauf des Hauses verlangen und diesen letztlich durch Zwangsversteigerung veranlassen. Es handelt sich dabei um die Auflösung einer Miteigentümergemeinschaft. Da aber noch erhebliche Belastungen bestehen, würde dies keinen Sinn machen.

Ich rate Ihnen, bereits jetzt eine vertragliche Lösung mit Ihrer Frau zu finden und insbesondere zu vereinbaren, wer das Haus behält und wie der andere Teil ausgezahlt wird.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt

www.net-rechtsanwalt.de
www.net-scheidung.de
www.online-einspruch.de
www.strom-und-gas.de
www.net-rechtsauskunft.de




Nachfrage vom Fragesteller 16.02.2006 | 18:30

vielen dank für ihre antwort!
doch etwas verstehe ich nicht ganz.
wenn ich zusammen fasse:
in der trennungszeit sind beide verpflichtet den zahlungsverpflichtungen nachzukommen und nach der scheidung muß ich, da ich im haus wohne alles allein zahlen! - verstanden, logisch, wenn mir das haus zugesprochen wird. (übrigens sie lebt ca. 500 km weg und will nicht zurück bzw. das haus haben)

doch kann ich von ihr verlangen,das sie mir das erstattet, was ich für sie bezahlt habe, da eine unterhaltsverrechnung nicht stattfand, sie in einer eheähnlicher lebensgemeinschaft lebt, denke die ist begründet, da sie dort wohnt, den haushalt führt und sogar bald ein kind von ihm bekommt.
bedeutet es nicht eine besondere härte für mich, wenn sie eine zwangsversteigerung veranlassen würde, da ich allein auf den restschulden sitzen bleibe?
welchen ausgleich müßte ich denn bezahlen, für ein haus, überschuldet und ohne verlust nicht zu verkaufen.
ausgleich wäre denkbar, wenn ich ihre "schuld" erstatte, ich mein, das ich für sie die verpflichtungen bis zur scheidung bezahlt habe, bzw. noch zahle.

nochmals vielen dank.
meine nachfragen beziehen sich zum verständnis ihrer antwort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.02.2006 | 12:31

Sie haben in der Tat Recht. Als Ausgleich würde hier die alleinige Zahlung der Kreditraten durch Sie zählen. Sie finanzieren so den hälftigen Miteigentumsanteil der Frau ja schließlich mit.

Problematisch ist aber, dass die Frau als hälftige Miteigentümerin im Grundbuch steht und so zur Auflösung der Miteigentümergemeinschaft im schlechtesten Fall die Zwangsversteigerung veranlassen könnte. Mit dem Erlös würden dann zunächst die Finanzierungen bedient. Verbleibt eine Rechtschuld, müsste diese von beiden zu gleichen Teilen getragen werden. Es würde nach einer Zwangsversteigerung ja keiner von Ihnen als Eigentümer das Haus bewohnen, so dass beide wieder im Innenverhältnis für die Darlehensschulden aufzukommen haben.

Bewertung des Fragestellers |


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