Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kreditkartenbetrug im Spielkasino

| 16.11.2009 09:00 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Johannes B. Kagerer


Sehr geehrter Rechtsanwalt,

ich erhalte ca 900,00 € Grundsicherung im Monat. Aus besseren Zeiten vor der Finanzkrise ( Beruf Dipl. Volkswirt ) besitze ich noch einige Kreditkarten, die ich korrekt auf meinen Namen erworben habe und die noch gültig sind. Bei einer Einladung meiner Schwester nach Nevada, besuchte ich ein Spielkasino, um noch einmal an die alten Zeiten anzuknüpfen, was leider nicht gelang. Ich verlor und geriet in Aufregung und wollte zurückgewinnen und verlor dabei ca 20.000,00 €, die meinen gültigen Kreditkarten belastet wurden. Natürlich wußte ich, dass ich die Schuld niemals zahlen kann, aber die Spielleidenschaft hatte mich zu sehr gepackt.

Wie ist dies strafrechtlich zu beurteilen hinsichtlich Straftatbestand und Strafmaß?

Mit freundlichen Grüßen
Klaus

Sehr geehrter Fragesteller,


Es dürfte hier der Straftatbestand Mißbrauch von Scheck- und Kreditkarten I. s. d. § 266b Abs. 1 StGB erfüllt sein.

Der Strafrahmen reicht von Geldstrafe bis 3 Jahre Freiheitsstrafe.

Der objektive Tatbestand setzt als Tathandlung den Mißbrauch der durch die Überlassung einer Scheck- oder (hier) Kreditkarte (z. B. Eurocard, American Express- Karten, VISA, Diners- Club) eingeräumten Möglichkeit voraus, den Aussteller zu einer Zahlung zu veranlassen; als Erfolg muss eine dadurch herbeigeführte Schädigung des Ausstellers hinzukommen.

Voraussetzung ist auch, dass der Täter selbst der berechtigte Karteninhaber ist.

Der subjektive Tatbestand verlangt wenigstens bedingten Vorsatz, der den Mißbrauch und den Vermögensschaden umfassen muss.

Vollendet ist die Tat mit dem Eintritt des Schadens.

Zum Strafmaß im konkreten Fall kommt es sicherlich darauf an, welche Strafmilderungsgesichtspunkte ins Feld geführt werden können. Dabei sollten u. a. folgende Fragen geklärt werden.
z. B. Sind Sie strafrechtlich bereits im Vorfeld in Erscheinung getreten?, liegt ein Geständnis vor?, Beweggrund für die Tat?, Schadenswiedergutmachung?, Leben Sie in veränderten Lebensverhältnissen? (Arbeitsplatz gefunden), Verschulden hoch?
Es darf aber nicht übersehen werden, dass hier ein beträchtlicher Schaden eingetreten sein dürfte. (20000 €)

Liegt möglicherweise eine Spielsucht vor?

Zunächst einmal ist es ratsam zu Beginn des Ermittlungsverfahrens von Ihrem Schweigerecht Gebrauch zu machen und einen Rechtsanwalt (Strafverteidiger) einzuschalten.
Dieser sollte Akteneinsicht beantragen, um die Sach- und Rechtslage genau einschätzen und eine effektive Verteidigung einleiten zu können.

Bei einer polizeilichen Vorladung sind Sie als Beschuldigter nicht verpflichtet zu dem angegebenen Termin zu erscheinen. Sie sollten mit der Vorladung den Strafverteidiger aufsuchen. Das Schweigen (hier zu Beginn des Verfahrens) darf nicht zu Ihren Lasten gewertet werden.

Ich hoffe Ihnen einen guten Überblick verschafft zu haben. Sie können mich gerne hinsichtlich eines Verteidigungsauftrags kontaktieren. Ich verteidige bundesweit.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.


Mit freundlichen Grüßen


Johannes Kagerer
(Rechtsanwalt)


RA und Strafverteidiger
Johannes B. Kagerer
Königsallee 14
40212 Düsseldorf
Tel: 0211 13866470
Fax: 0211 1386677
E- mail: kanzlei@rechtsanwalt-kagerer.de

Nachfrage vom Fragesteller 16.11.2009 | 14:57

Sehr geehrter Herr Kagerer,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ich möchte noch folgendes für eine Nachfrage hinzufügen: Ich bin 65 Jahre alt und habe wohl keine Möglichkeit mehr, die Schuld zurückzuzahlen oder einen Arbeitsplatz zu finden. Vorbestraft bin ich in keinster Weise. Es war einfach der Spieltrieb in der Kasinoatmosphäre und der Wunsch, wieder einmal etwas mehr Geld zu haben.

Wie ist Ihre unverbindliche Einschätzung des möglichen Strafmaßes, bzw., ist eher mit einer Haftstrafe und wie lange zu rechnen, da ich ja keine Geldstrafe zahlen kann?

Mit freundlichen Grüßen
Klaus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.11.2009 | 16:26

Sehr geehrter Fragesteller,

in Betracht kommt hier eher eine Geldstrafe, aber auch eine Freiheitsstrafe ist nicht ausgeschlossen, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt werden dürfte.

Mit anwaltlicher Hilfe sollte aber vor allem zunächst versucht werden, eine Einstellung unter Auflagen herbeizuführen. Hier könnte nach Akteneinsicht bereits eine Einlassung und ein Antrag diesbezüglich mit Hilfe eines Strafverteidigers an die zuständige Staatsanwaltschaft gerichtet werden.

Bei einer Geldstrafe sollte jedenfalls beantragt werden, die Geldstrafe in bestimmten Teilbeträgen zahlen zu dürfen. (sog. Zahlungserleichterung i. S. d. § 42 StGB)

Die Kosten für eine Verteidigung sind überschaubar.

Sie können mich unabhängig von Ihrer Nachfrage gerne noch telefonisch kontaktieren. (z. B. heute nur noch bis 17:30 Uhr)

Einer Bewertung der Beratung sehe ich gerne entgegen.


Mit freundlichen Grüßen



J. Kagerer
(Rechtsanwalt)

Ergänzung vom Anwalt 16.11.2009 | 16:48

Sehr geehrter Fragesteller,

nach dem was Sie geschildert haben, dürfte im Fall einer Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann, diese jedenfalls grob eingestuft, unterhalb von einem Jahr angesetzt werden.

Bei einer Geldstrafe wird eine Anzahl von Tagessätzen (mindestens 5 und höchstens 360 Tagessätze) verhängt. Das Gericht bestimmt die Höhe eines Tagessatzes unter Berücksichtigung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Dabei geht es in der Regel von dem Nettoeinkommen aus, dass Sie an einem Tag haben oder haben könnten. Ein Tagessatz beträgt mindestens einen Euro.

Mit freundlichen Grüßen


J. Kagerer
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 16.12.2009 | 03:32

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 16.12.2009 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70400 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführliche und verständliche Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich empfehle Herr Rechtsanwalt Burgmer uneingeschränkt weiter! Klare, unmissverständliche Aussagen.....sehr gut! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle kompetente Antwort innerhalb kürzester Zeit. Kann man definitiv weiterempfehlen. ...
FRAGESTELLER