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Kreditkartenbetrügerei


14.02.2018 08:55 |
Preis: 25,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Hallo,

man hat zwar schon oft davon gehört, jetzt hat es aber mich getroffen. Es geht um folgendes:
Ich betreibe einen Internetshop. Dort kaufte angeblich eine Dame aus Russland Ware. Die Dame hat einen Freund in Deutschland. Bei der Bestellung gab diese Dame ihre KK-Nr. und den Namen und Adresse des Deutschen an. Die Sendung ging an die Adresse in Deutschland. Der Deutsche schickte die Ware dann nach Russland. Und als diese dort ankam, wurde prompt die Zahlung in RU storniert. Als Grund wurde eine nicht autorisierte Zahlung angegeben. Also das Geld und die Ware sind weg. Der Deutsche hat alles ordentlich dokumentiert und die Belege aufgehoben.

Nun stellt sich die Frage wie ich den Schaden ersetzt bekomme? Kann ich den Deutschen da irgendwie zur Verantwortung ziehen?

Mit freundlichen Grüßen

CH

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Sehr geehrter Ratsuchender,


hier sind Sie offenbar einer bekannten Betrugsmasche zum Opfer gefallen.

Den Schaden werden Sie voraussichtlich nur von der Dame ersetzt verlangen können. Das wird aber ein schwieriges Unterfangen werden, da die Dame nicht in Deutschland wohnt. Grundsätzlich kann versucht werden hier einen Titel gegen die Dame zu erwirken, da eine unerlaubte Handlung vorliegt.

Wenn Sie einen Titel erwirkt haben, müsste das Geld aber in Russland beigetrieben werden. Die Erfolgsaussichten sind dabei derzeit denkbar ungünstig.

Gegen den Deutschen werden Sie vermutlich keine Ansprüche geltend machen können. Das wäre nur dann der Fall, wenn dieser mit der Dame bewußt zusammengearbeitet hat, auch in der Absicht, Ihnen den Schaden zuzufügen. Das müssten Sie nachweisen.

Vermutlich wird der Deutsche von der Dame auch nur als "Paketbote" missbraucht worden sein. Häufig werden nichtsahnende Personen nur zur Weiterleitung der Pakete benutzt.

Sie sollten aber wegen des Vorfalls Strafanzeige erstatten. Es werden dann Ermittlungen aufgenommen. Im Rahmen einer Akteneinsicht wird dann auch beurteilt werden können, ob der Deutsche nur als Bote benutzt worden ist und ob es doch noch Möglichkeiten gibt, wie Sie von der Dame den Schaden erstattet erhalten können.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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