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Kredit ohne Vertrag???

13.06.2010 19:11 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Hallo,

zunächst eine kurze Vorgeschichte.

Ein Freund von mir und ich wurden gefragt, ob wir bei einer GmbH mitmachen wollen. Ein Bekannter suchte noch Gesellschafter/Geschäftsführer mit einer bestimmten Kompetenz. Ich bin Dipl.Kfm und mein Freund war mal Formel 3-Rennfahrer, daher hat er uns angesprochen. Wir kannten den Typ von einigen Kontakten auf Kartbahnen und von Rennen. Es sollte eine Kartbahn eröffnet werden.

Wir machten mit. Uns wurden Gesellschafteranteile von jeweils 1/3 angeboten, wenn wir unser Wissen kostenfrei zur Verfügung stellen. Das haben wir dann auch getan. Die Stammeinlage wurde eingezahlt (als Dipl.-Kfm habe ich auf solche Dinge schon geachtet, da weiß ich noch worauf es ankommt). Die GmbH eingetragen. Mein Freund wurde Gesellschafter-Geschäftsführer und alle waren wir zunächst glücklich.

Insgesamt wurde von unserem Bekannten 50.000,00 € zur Verfügung gestellt. Es kam natürlich wie es kommen muste: die Ansichten driftenen zwischen den Wünschen unseres Bekannten und den tatsächlich realisierbaren immer mehr auseinander, sodass ich die Verantwortung nicht mehr übernehmen wollte (ich hatte die Buchhaltung aufgebaut) und die Gesellschafteranteile auf unseren Bekannten zurückübertragen habe. Jetzt aber tritt unser Bekannter an meinen Freund, der immer noch Geschäftsführer ist ( er hatte immer noch die Hoffnung den Bekannten zu Überzeugen)über einen Rechtsanwalt heran und möchte folgendes:

1.) Er soll einen Kreditvertrag für die GmbH mit einer selbstschuldnerischen Bürgschaft über die 50.000,00 € unterschreiben (da wir alle im Laufe der Zeit von der Kartbahn profitieren sollten, bot ich ihm mehrfach an, einen Kreditvertrag zwischen ihm und der GmbH anzufertigen, damit genau diese Diskussionen nicht aufkommen. Er lehnte jedesmal ohne Gründe ab).
2.) Sollte mein Freund dies nicht tun, wird er den Kredit über die 50.000,00 € als sofort fällig stellen und die GmbH müsste Insolvenz anmelden. Mein Freund möchte dies natürlich nicht, da er noch jung ist und nicht schon als Gf. einer in die Insolvenz gegangen GmbH z.B. bei Creditreform geführt wird. Dies könnte seine Zukunft negativ beeinflussen. Zur Zeit ist die GmbH noch ohne Verbindlichkeiten (bis auf die verbrauchten 50.000,00€), da mein Freund alles gestoppt hat, bis die weitere Finanzierung geklärt ist.
3.) Weitere Einlagen würde unser Bekannter nicht mehr tätigen (es war in einer Gesellschafterversammlung mit dem Bekannten vereinbart, dass er noch 120.000,00 € zusätzlich gibt, da ansonsten die GmbH, bevor Schulden aufgebaut werden, liquidiert werden muss). Es war aber vor dem Start klar, dass mehr Geld gebraucht wird. Dies sollte über einen Bankkredit geschehen. Unser Bekannter wollte dies aber nicht und bot mehrfach an, dass er das fehlende Geld aufbringt.

Seine Argumentation ist folgende: Er hat dieses Geld nur als Kredit zur Verfügung gestellt (wahrscheinlich habe ich Idiot ihn auch noch auf die Idee gebracht). Wir beide (mein Freund und ich), der eine für den Rennbereich zuständig, der andere für den Aufbau der Verwaltung, haben das Geld schließlich auch ausgegben - auch im Auftrag des Bekannten - . Im Gegenzug zu der Unterschrift meines Freundes würde er uns seine Gesellschafteranteile für 1,00 € überlassen wollen (was wir bei eigentlich in der Situation nicht wollen). Nach seiner Auffassung - lies er uns durch seinen Anwalt mitteilen - sieht er keine Perspektive mehr die Beziehung fortzusetzen.

Leider ging mein Studium nicht soweit. Unser Fehler war m.E., dass nichts schriftlich vereinbart wurde.

Meine Frage nun: Kann unser Bekannter dieses Geld von der GmbH wiederverlangen? Oder hat er Anspruch auf einen Schuldbeitritt des Geschäftsführers oder auf einen Kreditvertrag?

Sollte dies alles im Vorfeld bekannt gewesen sein (das er keine weitere Einlage tätigt oder die Bankkredite boykotiert), wären mein Freund und ich nie darauf eingegangen. Ich habe einen festen Job mit gutem Einkommen und mein Freund hatte eine selbstst. Existenz .die er zu Gunsten der "Kartbahen" aufgegeben hat (er konnte hier imerhin wieder was mit Kartrennen machen).

Vielen Dank im vorraus für Ihre Untertützung.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsschilderung im Rahmen dieser Erstberatungsplattform wie folgt beantworten:

Die maßgebliche Frage lautet doch hier, ob der "Bekannte" der GmbH tatsächlich ein Gesellschafterdarlehen zur Verfügung gestellt hat oder ob es sich um eine Einlage gehandelt hat.

Eine schriftliche Vereinbarung ist insofern offenbar nicht getroffen worden, also wird man die Umstände der Zahlung näher betrachten muessen. Ggf. findet sich ein Vermerk auf der Überweisung auf das Gesellschafskonto. Jedenfalls aber wird der "Bekannte" zu beweisen haben, dass er der Gesellschaft ein Darlehen zur Verfügung gestellt hat, was Sie und Ihr Mitstreiter wohl eher anders sehen werden.

Wenn also gar kein Darlehensrückzahlungsanspruch besteht, kann der "Bekannte" keine 50 TEUR zurückfordern und die Drohung, die Gesellschaft in die Insolvenz zu treiben - was im Übrigen auch nicht in dessen Sinne sein kann - wahr machen.

Nach Ihrer Schilderung entsteht doch das Gefühl, dass Ihr Freund hier unter Druch gesetzt werden soll. Natürlich ist nicht anzuraten, eine selbstschuldnerische Bürgschaft zu unterschreiben. Dies sollte er auf gar keine Fall tun. Dann könnte er nämlich den Betrag auch gleich auf das Gesellschaftskonto einzahlen.

Wenn ich Sie richtig verstehe, haben Sie beide doch bereits die Gesellschaftsanteile auf den "Bekannten" zurückübertragen. Eine Gesellschafterhaftung droht also nicht mehr. Der Geschäftsführervertrag kann von Ihrem Freund ordentlich gekündigt werden, ausserdem kann der Abberufung durch den Gesellschafterversammlung verlangen. Ggf. lässt sich auch ein Aufhebungsvertrag abschliessen Es besteht aber jedenfalls weder ein Anspruch auf Schuldbeitritt, noch auf Bürgschaft oder Kreditvertrag. Der "Bekannte" ist ein wirtschaftliches Risiko eingegangen und versucht dieses nun offenbar an Ihren "Freund" abzuwälzen.

Dies alles sollten Sie anwaltlich unter Vorlage der schriftlichen Unterlagen prüfen lassen und sodann die erforderlichen Schritte einleiten. Gern stehe ich Ihnen für die weitere Beratung und Vertretung auch zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Fragen damit im Rahmen dieser Erstberatungsplattform zufriedenstellend beantwortet zu haben.



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