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Kredit für Haus vom Ehemann bezahlt-entsteht bei Scheidung Recht auf Rückforderung?

08.03.2016 10:19 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Wir haben wärhend der Ehe ein Haus gekauft, Ehefrau-Ehemann stehen zu 50 % im Grundbuch. Zu diesem Haus wurde ein Kredit aufgenommen den beide Partner unterschrieben haben. In der gesamten Zeit der Ehe wurden alle Raten und Tilgungen vom Ehemann geleistet, das Haus ist mittlerweile abbezahlt. Nun erfolgt Trennung und Scheidung, die Frau besteht auf die Auszahlung des halben aktuellen Werts der Immobilie um letztendlich dem Mann das alleinige Eigentum überschreiben zu können. Frage: Da der Kredit gesamtschuldnerisch aufgenommen wurde steht doch dem Mann die Rückzahlung der geleisteten Summen aus hälftigen Raten und Tilgung zu?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Guten Tag,

zunächst gehe ich davon aus, dass Sie keinen Ehevertrag geschlossen haben!

Ihre Frage kann ich klar mit Nein! beantworten.
Sie haben keinen Rückzahlungsanspruch gegen Ihre Frau. Der Vermögensausgleich wird lediglich nach den Vorschriften über den Zugewinnausgleich durchgeführt. Das bedeutet, dass man schaut, was jeder zu Beginn der Ehe an Vermögen hatte und was am Ende der Ehe an Vermögen da ist.

Die jeweilige Differenz ist der Zugewinn, den jeder in der Ehe erwirtschaftet hatte. Es findet dann ein Ausgleich in der Höhe des hälftigen Zugewinns statt, so dass am Ende der Ehe jeder mit dem gleichen Vermögenszuwachs heraus geht.

Wenn die Immobilie abzgl. der Schulden der einzige Vermögenswert ist, keiner zu Beginn Vermögen hatte oder Schenkungen oder Erbschaften erhalten hat, dann könnte ein Ausgleich sehr wohl insofern erfolgen, als dass Sie den hälftigen Wert des Hauses abzgl. der Schulden gegen Übertragung der Immobilie ausbezahlen.

Was wer innerhalb der Ehe gezahlt hat findet im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft keinerlei Berücksichtigung! Es ist Wesen des gesetzlichen Güterstandes, dass jeder gleichermaßen am Einkommen des anderen partizipiert.

Sie können gerne die Nachfragefunktion verwenden.
Viele Grüße

Kirsten Petereit
Fachanwältin für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 08.03.2016 | 20:08

Sehr geehrte Frau Petereit, so eindeutig scheint das ja nicht zu sein.
In anderen Portalen kann man Folgendes hierzu lesen: Zitat:
"....dass derjenige, der alleine die Raten eines gemeinsamen Kredit bezahlt, vom anderen die Hälfte der geleisteten Zahlungen im Rahmen des sog. Gesamtschuldnerausgleichs zurückverlangen kann (§ 426 BGB).

Nach ständiger Rechtsprechung der Familiengerichte ist dieser Ausgleichsanspruch nur während der Ehe ausgeschlossen, lebt aber ab der Trennung der Eheleute i.d.R. wieder auf.

Diese unscheinbare rechtliche Situation kann für den unterhaltsberechtigten Ehegatten zu einem Debakel werden: Wenn der unterhaltspflichtige Ehegatte ab der Trennung rückwirkend die hälftige Beteiligung an den gezahlten Kreditraten verlangt, kommen ohne weiteres fünfstellige Beträge zusammen." Zitat Ende

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.03.2016 | 20:56

Guten Abend,
in der Regel wird Ihnen das aus mehreren Gründen nichts bringen:
1. Der BGH spricht von einem Ausgleichsanspruch ab Scheitern der Ehe. Insofern ist zunächst zu klären, wann von einem Scheitern der Ehe auszugehen ist - das muss nicht der Tag des Auszugs sein.
2. Bei Geltendmachung des Ausgleichsanspruchs wird sofort von der Gegenseite eine Nutzungsentschädigung für das kostenlose Wohnen in dem hälftigen Miteigentumsanteil geltend gemacht werden, der oft gleich hoch ist.
3. Sollten Unterhaltszahlungen erbracht werden, werden etwaig gezahlte Ausgleichsansprüche über das Unterhaltsrecht wieder ausgeglichen.
4. Die Forderungen aus dem Gesamtschuldnerausgleich würden bis zum Stichtag Endvermögen, also Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags, über den Zugewinnausgleich wieder berücksichtigt und ausgeglichen. (Unter Berücksichtigung des Verbots der Doppelverwertung Unterhalt / Zugewinn)
Ich kann Ihnen nur raten die genauen Modalitäten in Ihrem Fall mit einem Rechtsanwalt vor Ort ausführlich zu besprechen und prüfen zu lassen. Manchmal sollte man etwaig bestehende Ansprüche auch ruhen lassen um nicht "schlafende Hunde zu wecken".

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