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Kredit


27.11.2005 00:31 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Unsere Tochter war Sozialhilfeempfängerin. Nach ihrem Tod haben wir einen Erbschein, zum Auflösen ihres Bankkonto, beantragt und auch erhalten. Jetzt haben wir eine Aufforderung des Sozialamtes erhalten, wonach wir einen, nicht völlig zurückgezahlten Kredit unserer Tochter, zurückzahlen sollen.
Unsere Frage: Sind wir verpflichtet diesen Kredit zurückzuzahlen?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Rechtsfrage beantworte ich anhand der von Ihnen übermittelten Informationen wie folgt:

1.
Ja.
Mit dem Tod Ihrer Tochter ist die Erbschaft auf Sie beide gemeinschaftlich übergegangen, §§ 1922, 1942 BGB. Dabei unterstelle ich, dass außer Ihnen keine anderen oder weiteren Erben vorhanden sind.
Somit haben Sie gemäß § 1967 BGB auch die Nachlassverbindlichkeiten zu tragen, müssen also den noch offenen Teil der Schulden Ihrer Tochter an das Sozialamt bezahlen.
Die Forderung aus dem Kredit erlischt nicht mit dem Tod Ihrer Tochter.

2.
Mit der Beantragung des Erbscheins haben Sie die Erbschaft bereits angenommen und können sie deshalb laut § 1943 BGB auch nicht mehr ausschlagen.

3.
Es verbleibt Ihnen daher nur die Möglichkeit, die Annahme der Erbschaft wegen Eigenschaftsirrtums gemäß § 119 Abs. 2 BGB anzufechten, und zwar durch gemeinschaftliche Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht zur Niederschrift bei dem Nachlassgericht oder in öffentlich beglaubigter Form (§§ 1945, 1955 BGB).
Dann haben Sie aber auch keinen Anspruch mehr auf das gegebenenfalls vorhandene Nachlassvermögen.

Ein beachtlicher Eigenschaftsirrtum liegt (unter anderem) vor, wenn die Belastung des Nachlasses mit der Verbindlichkeit erheblich von Ihren Vorstellungen bei der Annahme der Erbschaft abweicht, also insbesondere bei unvorhergesehener Nachlassüberschuldung.

Die Anfechtung kann gemäß § 1954 Abs. 1 und Abs. 2 BGB nur binnen sechs Wochen von dem Zeitpunkt an erfolgen, in dem Sie von dem Anfechtungsgrund erfahren haben, hier also ab dem Zeitpunkt, in dem Sie die Aufforderung des Sozialamtes erhalten haben.


Ich hoffe, meine Ausführungen haben die rechtliche Situation für Sie klarer gemacht.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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