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Kratzer im Laminat, Eigentümer behält Kaution ein, was tun?


12.12.2012 22:43 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen & Herren,

mein Freund und ich haben folgendes Problem:


Beim Auszug aus unserer Mietwohnung wurden verschiedene Kratzer im Laminat in verschiedenen Räumen von der Hausverwaltung bemängelt, für deren Reparatur wir aufkommen sollen. Wir haben den Fall unserer Versicherung übergeben (Allianz).

Von der Hausverwaltung bzw. dem Eigentümer (im Weiteren nur Hausverwaltung genannt) haben wir für einen Teilschaden ein Kostenangebot und für einen anderen Teilschaden eine Rechnung über die Reparaturen erhalten, was zusammen in etwa die Höhe unserer Kaution beträgt (ca. 700 Euro). Bis zur Klärung des Sachverhaltes behält der Eigentümer daher unsere Kaution ein.

Die Versicherung hat der Hausverwaltung folgendes Angebot unterbreitet (Kurzform):
- Entschädigungsangebot ca. 140 Euro.
- Schaden 1: Aufgrund des Alters des Parketts, der Gebrauchsspuren und des Renovierungszyklus und der Aufarbeitungskosten ist der Regulierungsanteil nach Zeitwertentschädigung ca. 100 Euro.
- Schaden 2: Einzelschaden, der von der Versicherung getragen wird (ca. 40 Euro).
- Schäden 3 und 4 lassen sich auf übermäßige Beanspruchung zurückführen, zum einen aufgrund des Entfernens von Paketklebeband auf dem Fußboden und zum anderen durch häufiges an- und ausziehen der Schuhe vor dem Schuhregal.

Die Hausverwaltung hat sich zu diesem Angebot nicht geäußert.

Wichtig: Hinzu kommt, dass wir noch einmal in der Wohnung waren und nicht alle Schäden behoben wurden. Vor allem wurde auch der Schaden nicht behoben, für den uns die Rechnung geschickt wurde.


Daher unsere Fragen:

- Wie sollen wir weiter vorgehen?
- Würde die Hausverwaltung das Angebot der Versicherung annehmen, würde dies bedeuten, dass wir die Kaution zurück bekommen?
- Welche Möglichkeiten haben wir, unsere Kaution zurück zu erhalten, wenn die Hausverwaltung das Angebot der Versicherung nicht annimmt?
- Müssen wir für die Schäden 3 und 4 aufkommen, da diese von der Versicherung als übermäßige Beanspruchungen bewertet werden?


Vielen Dank für Ihre Hilfe!
12.12.2012 | 23:58

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und unter Beachtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Sie sollten der Versicherung zwei bis vier Wochen Zeit lassen, sich zu dem Angebot zu äußern. Zugleich sollten Sie bereits jetzt die Verwaltung fragen, wieso eine Rechnung für einen Schaden geschickt wurde, der noch nicht behoben wurde.

Nein, selbst bei Annahme würden Sie nur einen Teil der Kaution zurückerhalten, da die Versicherung wohl nicht für die übermäßige Beanspruchung aufkommt (zumindest habe ich den Sachverhalt so verstanden). Dementsprechend müssen Sie die übermäßige Beanspruchung reparieren.

Wenn die Verwaltung das Angebot der Versicherung nicht annimmt, sollten Sie bei der Verwaltung nachfragen, wieso diese das Angebot nicht angenommen hat und entsprechend weiterentscheiden. Insbesondere sollten Sie der Verwaltung eine Frist zur Abrechnung setzen und diese Abrechnung genau prüfen. Diese Abrechnung sollten Sie dann der Versicherung vorlegen und notfalls gegen die Verwaltung klagen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


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