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Krankschreibung und trotzdem zur IHK-Prüfung?

| 03.10.2013 11:07 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Guten Morgen,


meine Frau musste am Wochenende (Samstag früh morgens) in Krankenhaus, da einige Gesichtspartien (Lippenbereich, Wangen) angeschwollen waren und stark schmerzten. Der diensthabende Arzt vermutete eine allergische Reaktion und nahm sie stationär auf. Am Montag Abend konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen, nun beginnt allerdings die Ursachenforschung. Die Blutuntersuchungen ergaben bisher keinerlei Ergebnisse. Die vermutete allergische Reaktion konnte bis heute nicht nachgewiesen werden. Möglich ist auch noch eine Entzündung, die allerdings noch nicht entdeckt wurde (hier wurden auch bereits verschiedene Ärzte in dieser Woche aufgesucht). Dank Cortison sind die Schwellung und die Schmerzen ein wenig zurück gegangen, ganz weg ist es aber noch nicht!
Da meine Frau als Verkäuferin im Einzelhandel arbeitet und so auch Kundenkontakt hat, ist sie derzeit krank geschrieben (nicht bettlägerig!!). Die Cortisontabletten sollen heute das letzte Mal genommen werden und morgen geht sie wieder zum Arzt, da die neuesten Untersuchungsergebnisse vorliegen müssten. (Auch wird man dann sehen, ob das Absetzen des Cortisons die körperlichen Reaktionen wieder erscheinen lässt.) Dann wird das weitere Vorgehen besprochen; durchaus möglich (und leider auch wahrscheinlich) ist, dass man im Blut immer noch nichts entdeckt hat und die Suche weiter geht. Wahrscheinlich wird sie also für die kommende Woche auch noch einmal krank geschrieben.

Nun das Problem:

Meine Frau macht derzeit die Ausbilderprüfung (AdA) und hat nächste Woche den Prüfungstermin (Dauer ca. 2 Stunden Anwesenheit; eigentliche eigene Prüfungszeit ca. 30 Minuten). Die Prüfungsgebühren usw. wurden bereits alle bezahlt.
Darf meine Frau trotz der Krankschreibung an dem Termin teilnehmen ohne dass der Arbeitgeber Ihr hier einen Strick drehen kann?
Sie ist ja nicht bettlägerig geschrieben; die Krankschreibung erfolgt ja "nur" wegen der Schwellungen, dem Kundenkontakt und der Einnahme von Cortison. Kann man sich hier ggf. auf irgendein Urteil, ein Gesetz oder sowas berufen, falls es "Ärger" geben sollte? Der Arbeitgeber soll ja das Prüfungszeugnis auch vorgelegt bekommen, auf dem dann natürlich auch der Prüfungstermin steht.
Oder muss der Prüfungstermin abgesagt werden inkl. des finanziellen Verlustes der damit einhergeht?

Als Antwort würde mir ein kurzes "Ja, das ist problematisch, weil..." oder "Nein, kein Problem, da..." mit einer kurzen Quellenangabe ausreichen, auf die wir uns ggf. auch berufen könnten.... ;-)

Vielen Dank und einen schönen Feiertag.

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Ein erkrankter Arbeitnehmer muss sich so verhalten, dass er möglichst schnell wieder gesund wird. Grundsätzlich ist deshalb alles erlaubt, was die Genesung nicht verzögert oder gefährdet. Wenn sich ein Angestellter während der Arbeitsunfähigkeit so verhält, dass seine Genesung verzögert wird, kann er vom Arbeitgeber abgemahnt, im Wiederholungsfall sogar verhaltensbedingt gekündigt werden. Die Nachweispflicht liegt hier allerdings beim Arbeitgeber.

Wenn durch die Prüfung die Genesung weder gefährdet noch verzögert wird (was im Endeffekt nur der behandelnde Arzt beurteilen kann und idealerweise auch schriftlich bestätigen sollte), steht einer Teilnahme arbeitsrechtlich nichts im Wege. Bedacht werden sollten aber auch ggf, sozialversicherungsrechtliche Aspekte (z.B. grundsätzlich kein bzw. eingeschränkter Versicherungsschutz bei Aktivitäten während der Krankschreibung, ggf. sollte die Krankenkasse über die Teilnahme informiert werden).

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Ich wünsche Ihnen ebenfalls einen schönen Feiertag und Ihrer Frau gute Besserung.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 03.10.2013 | 14:07

Hallo Herr Wilking,


vielen Dank für die schnelle und klare Antwort.
Ich nehme mit, dass, wenn der Arzt sein okay gibt (erst Recht, wenn er dies schriftlich fixiert), die Welt in Ordnung sein müsste...

Welchen Sinn hätte es, wenn man die Krankenkasse zusätzlich noch informiert? Der Arzt hat das ja dann abgesegnet und nur er kann es im Grund ja auch beurteilen!?!?!?
Was meinen Sie mit "...grundsätzlich kein bzw. eingeschränkter Versicherungsschutz bei Aktivitäten während der Krankschreibung..." ?


Vielen Dank für Ihre Wünsche...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.10.2013 | 14:32

Sie hatten in der Ausgangsfrage nur nach arbeitsrechtlichen Konsequenzen gefragt. Bitte haben Sie daher Verständnis dafür, dass ich angesichts des geringen Einsatzes keine zusätzlichen Fragen beantworten kann. Daher nur kurz: Grundsätzlich besteht bei einem Arbeitsantritt während attestierter Arbeitsunfähigkeit ein gewisses Risiko, dass sich die Berufsgenossenschaft bei einem Arbeitsunfall querstellt. Eine Meldung der Krankenkasse kann ggf. sinnvoll für spätere Lohnfortzahlungsansprüche sein. Diese Punkte wären allerdings vernachlässigbar, wenn die Ausbildung in keinem Zusammenhang zum eigentlichen Arbeitsverhältnis steht - ich wollte nur sicherheitshalber darauf hinweisen.

Bewertung des Fragestellers 03.10.2013 | 14:17

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 03.10.2013 5/5,0
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