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Krankheits und Feiertage bei Teilzeit 2 Tage pro Woche

| 26.09.2014 16:37 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Der Arbeitgeber darf vom Arbeitnehmer für Arbeitsausfall an gesetzlichen Feiertagen oder krankheitsbedingten Fehlzeiten keine unentgeltliche Nacharbeit verlangen. Dies gilt auch im Rahmen von Teilzeitbeaschäftigungen.

Hallo ich arbeite Teilzeit, 10 Std Woche laut Arbeitsvertrag an 2 Tagen in der Woche. Die Wochentage sind im Vertrag aber nicht festgelegt.
Seit Gültigkeit des Vertrages, über 1 Jahr, waren dies immer der Mittwoch und der Donnerstag.(Ergab sich dadurch, das ich da Betreuung für meinen Sohn 3 Jahre,hatte).

Nun habe ich mit meiner Chefin immer wieder die selben Diskusionen.

1. wenn am Do ein Feiertag ist soll ich die Zeit nacharbeiten
2. ich soll Tage an denen ich erkrankt war nacharbeiten. Also das war so: unlängst war ich krank. Mi habe ich noch gearbeitet und Do lag ich mit Fieber flach. Bin dann vom Arzt krank geschrieben worden. Jetzt erwartet meine Chefin das ich die Stunden für den Donnerstag nacharbeite!

Ist sie im Recht habe ich bei Teilzeit keine Feiertage und darf mich nicht krank melden?

26.09.2014 | 18:10

Antwort

von


(481)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihre Fragen beantworten sich anhand des "Gesetzes über die Zahlung des Arbeitsentgeltes an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz)", erlasen am 26.05.1994, veröffentlicht im Bundesgesetzblatt (BGBl.) I, S. 1014 ((nachfolgend abgekürzt: EFZG).

Dieses Gesetz gilt für alle Arbeitnehmer (§ 1 EntgFG: Anwendungsbereich ), also auch für Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte.

Frage 1:

Nach § 2 EntgFG: Entgeltzahlung an Feiertagen hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für die Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, das Arbeitsentgelt zu zahlen, das der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte.

Wenn das Arbeitsverhältnis dahingehend konkretisiert ist, dass Sie immer mittwochs und donnerstags arbeiten, und zwar immer fünf Stunden pro Arbeitstag, dann ist Ihnen durch den Feiertag am Donnerstag ein Arbeitsausfall von fünf Stunden
entstanden. Den sich für diese ausgefallenen fünf Stunden (oder einen Arbeitstag) berechnenden Lohn hat Ihnen Ihre Arbeitgeberin nach § 2 Abs. 1 EZFG zu zahlen.

Ihre Arbeitgeberin kann von Ihnen nicht verlangen, dass Sie die durch den Feiertag ausgefallene Arbeitszeit "nacharbeiten", denn dies würde im Ergebnis bedeuten, dass Sie für den Arbeitsausfall am Feiertag keinen Lohn erhalten. Eine solche Gesetzesumgehung ist unzulässig. (Wenn Ihre Chefin von Ihnen in einer Woche mit einem Feiertag an einem Mittwoch oder Donnerstag Arbeitsleistung für einen zusätzlichen Arbeitstag verlangt, dann darf sie den anfallenden Lohn für diese Mehrarbeit nicht
mit dem Feiertagslohn "verrechnen". Vielmehr muss sie Ihnen dann neben dem Feiertagslohn den Lohn für einen weiteren Arbeitstag entweder zulässig zahlen, oder durch Freizeit an einem regulären Arbeitstag (also nicht an einem Feiertag) ausgleichen.

Frage 2:

Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ergibt sich aus § 3 EntgFG: Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall .

Wenn Ihre regelmäßige Arbeitszeit immer am Donnerstag ist, und Sie am Donnerstag krankheitsbedingt arbeitsunfähig sind, haben Sie für diesen Tag Anspruch auf Entgeltfortzahlung des Ihnen bei der für Sie maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehenden Arbeitsentgeltes, § 4 EntgFG: Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts .

Auch diese gesetzliche Bestimmung darf der Arbeitgeber nicht dadurch umgehen, indem er Sie die Zeit der Entgeltfortzahlung unentgeltlich "nacharbeiten" lässt.

Im Fall krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit "dürfen" Sie sich nicht nur krankmelden, Sie sind hierzu nach § 5 EntgFG: Anzeige- und Nachweispflichten sogar gesetzlich verpflichtet. Dies gilt auch bei Teilzeitarbeit.

Zu erwähnen ist noch, dass der Arbeitgeber Teilzeitbeschäftigte nicht schlechter als Vollzeitbeschäftigte behandeln darf, § 4 TzBfG: Verbot der Diskriminierung .

Wenn Ihnen Ihre Chefin den Lohn für Feiertage und krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nicht freiwillig (nach)zahlt, können Sie Ihre Chefin insoweit auf Lohnzahlung vor dem Arbeitsgericht verklagen. Ein Hinweis für den Fall, dass Sie Ihre Chefin erst nach Ende des Arbeitsverhältnisses auf Lohnnachzahlung verklagen wollen: Der Anspruch auf Lohnzahlung verjährt in drei Jahren, beginnend mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem er fällig geworden ist (§ 195 BGB: Regelmäßige Verjährungsfrist , § 199 BGB: Beginn der regelmäßigen Verjährungsfrist und Verjährungshöchstfristen ). Dies heißt, Lohnzahlungen für das Jahr 2014 müssen spätestens bis zum 31.12.2017 eingeklagt werden. (In anwendbaren Tarif- und Arbeitsverträgen finden sich oft Klauseln, dass Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis schon nach wenigen Wochen oder Monaten schriftlich oder gerichtlich geltend gemacht werden müssen, damit sie nicht verfallen. Das müssten Sie ggfs. noch einmal nachlesen.)

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Carsten Neumann

Rückfrage vom Fragesteller 26.09.2014 | 18:16

Hallo, vielen Dank für die schnelle Antwort. In meinem Vertrag ist zwar festgelegt, dass ich an 2 Tagen pro Woche arbeite, der Wochentag ist aber nicht festgelegt. Das ich seit 1 Jahr immer Mi und Do arbeite ist eine müdnliche Absprache. Habe ich vielleicht in der Frage nicht klar genug dargestellt.Ändert das den Sachverhalt?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.09.2014 | 18:30

Sehr geehrter Fragesteller,

Ergänzungen und Konkretisierungen zu Arbeitsverträgen müssen nicht notwendigerweise schriftlich erfolgen. Sie können auch mündlich oder durch bertriebliche Übung erfolgen. Dies gilt sogar dann, wenn - was häufig der Fall ist - im Arbeitsvertrag eine Klausel enthalten ist, dass alle Änderungen schriftlich zu erfolgen haben oder "Nebenabreden nicht bestehen".

Die Tatsache, dass Sie seit einem Jahr immer nur mittwochs und donnerstags arbeiten, zeigt, dass es eine dahingehende Übereinkunft mit Ihrer Chefin geben muss.

Mit freundlichen Grüßen,
Carsten Neumann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 26.09.2014 | 19:27

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