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Krankheits-Folgebescheinigung rückwirkend


| 16.11.2011 13:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Tochter litt am Bournout-Syndrom und war deswegen 3 Wochen krank geschrieben. In dieser Zeit erhielt sie ihre Kündigung. Anschließend daran trat sie ihren Urlaub über 2 Wochen an, der lange im voraus geplant war - sie war allerdings zu Hause. Danach begab sie sich noch einmal zu ihrer Ärztin, die sie dann rückwirkend - also im Anschluß an die 3 Krankheitswochen - weiter krank geschrieben hat, weil sie sie noch nicht für arbeitsfähig hielt. Bei der Schluß-Lohnabrechnung weigerte sich die Firma, die rückwirkende Krankmeldung anzuerkennen und bestand auf die genommenen Urlaubstage, die sie im Krankheitsfall hätten auszahlen müssen.
Ist die Firma im Recht oder muß die Folgebescheinigung anerkannt werden?
Vielen Dank!

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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Grundsätlich wäre zwar Ihre Tochter gemäß § 5 EFZG verpflichtet gewesen, die weitere Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung spätestens am vierten Tag im Anschluss an die ersten drei Krankheitswochen vorzulegen. Dies hat aber arbeitsrechtlich betrachtet allenfalls für den Arbeitnehmer die nachteilige Konsequenz, dass dieser eine Abmahnung oder Kündigung riskiert, sofern die Vorlage erst später erfolgt. Da Ihre Tochter jedoch nach Ihren Angaben bereits gekündigt war, kann dies erst einmal in dieser Richtung keine weiteren negativen Auswirkungen für sie haben.

Von Arbeitgeberseite aus betrachtet führt die verspätete Vorlage der AU-Bescheinigung ansonsten auch erst einmal nur dazu, dass bis zum Zeitpunkt der Vorlage der Arbeitsunfähigkeitbescheinigung im Original keine Verpflichtung seitens des Arbeitgebers besteht, die gesetzliche Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall zu leisten, insoweit besteht dann ein entsprechendes Zurückbehaltungsrecht. Wenn dann allerdings der Arbeitnehmer wie in Ihrem Fall die AU-Bescheinigung dennoch verspätet vorlegt, greift die Entgeltfortzahlung wieder rückwirkend ein, führt also zum Wegfall des aufgezeigten Zurückbehaltungsrechtes, aber eben nicht zum teilweisen oder gänzlichen Wegfall der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ab Zeitpunkt der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit.

Vor diesem Hintergrund muss der Arbeitgeber die weitere Arbeitsunfähigkeit Ihrer Tochter auch entsprechend anerkennen, auch wenn diese rückwirkend festgestellt wurde, da diese ärztliche Bescheinigung im Rechtsverkehr den Beweis dafür erbringt, dass der Arbeitnehmer in dem angegebenen Zeitraum tatsächlich erkrankt gewesen ist und Anspruch auf Lohnfortzahlung hatte. Solange die entsprechende Bescheinigung Ihrer Tochter daher ansonsten formell in Ordnung ist und die Richtigkeit der ärztlich attestierten Feststellungen bestätigt, muss der Arbeitgeber diese auch anerkennen und somit Lohnfortzahlung im Krankheitsfall leisten. Dies führt somit dazu, dass im Ergebnis aufgrund der Folgebescheinigung Ihrer Tochter die weiteren zwei Wochen nach erstem Krankheitszeitraum wiederum als solcher gelten und nicht als Urlaubstage, so dass der Urlaub grundsätzlich auch noch auszuzahlen wäre.

In arbeitsrechtlicher Hinsicht dürften damit letztlich jedenfalls für Ihre Tochter keine negativen Konsequenzen mehr zu befürchten sein, allenfalls könnte sich bei rückwirkender Ausstellung einer AU-Bescheinigung noch der jeweilige Arzt gegenüber dem Arbeitgeber und der Krankenkasse des Patienten gemäß § 823 BGB bzw. § 106 Absatz 3a SGB V dergestalt schadensersatzpflichtig machen, als dass dieser dem Arbeitgeber die von diesem zu leistende Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder aber der Krankenkasse etwaigees gezahltes Krankengeld ersetzen müsste.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Bei verbliebenen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion. Ansonsten wünsche ich noch einen schönen Tag und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt


Hinweis: Diese Plattform kann eine Rechtsprüfung nicht ersetzen und leisten. Wenden Sie sich bitte direkt per E-Mail an mich, wenn Sie eine weitergehende Prüfung und Kommunikation wünschen. Hier kann nur eine erste Einschätzung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts gegeben werden.
Bewertung des Fragestellers 06.12.2011 | 09:41


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