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Krankheit/ Kündigung in der Probezeit

10.02.2014 20:11 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Zusammenfassung: Wird ein Arbeitnehmer während einer Krankheit gekündigt, erhält er in der Regel weiter Krankentagegeld der privaten Krankenversicherung.

Hallo,

ich bin seit 1.1.14 bei meinem neuen Arbeitgeber beschäftigt und aufgund eines Burnouts/ einer Depression jetzt erst mal für 6 Wochen krank geschrieben. Wenn mir mein AG jetzt innerhalb der Probezeit kündigen sollte und ich über die Kündigungsfrist hinaus weiter krankgeschrieben werden sollte (wovon auszugehen ist), kommt dann das Arbeitsamt für mich in Form von Arbeitslosengeld auf oder greift das Krankentagegeld meiner privaten Krankenversicherung? Und falls die private KV weiter zahlt, tut sie das bis zum Ende der Krankschreibung trotz Arbeitslosigkeit? Und zahlt die KV das Krankentagegeld in der vereinbarten Höhe oder zahlt sie analog meines zu erwartenden Arbeitslosengeldes?

Da der Burnout aus meiner Sicht auf Mobbing im neuen Job zurückzuführen ist - kann ich auch selber kündigen, sofern mir mein Arbeitgeber nicht zuvor kommt, ohne dass ich eine Sperre vom Arbeitsamt bekomme, sofern mir das von meinem Arzt attestiert wird?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn Sie schon vor Beginn der Arbeitslosigkeit erkranken und auch nach Ende der Beschäftigung weiter krank sind, dann haben Sie Anspruch auf Krankengeld der gesetzlichen Krankenkasse. Da Sie privat versichert sind, würde bei Ihnen das Krankentagegeld der privaten Krankenversicherung greifen. Diese muss nach der Rechtsprechung auch bei Arbeitslosigkeit leisten. Das gilt jedenfalls, solange Sie sich um eine Rückkehr ins Arbeitsleben bemühen und die Krankheit Ursache der Arbeitslosigkeit ist (BGH Urteil vom 27.02.2008, Az.IV ZR 219/06 ).

Das Problem ist nur, dass Sie keine Lohnfortzahlung mehr nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses erhalten. Falls Ihr Vertrag eine Karenzzeit vorsieht, hätten Sie eine bestimmte Lücke. Solange Sie Anspruch auf Krankentagegeld haben, erhalten Sie keine Leistung der Bundesagentur für Arbeit. Sie sollten in jedem Fall prüfen, was Ihr Vertrag der privaten KV für Bedingungen vorsieht.

Das gilt auch für die Frage der Höhe des Krankentagegeldes.
Grundsätzlich gilt das was vertraglich vereinbart ist, es gibt keine Deckelung auf die Höhe des Arbeitslosengeldes.
Eine Begrenzung gibt es nur dahingehend, als dass Sie nicht mehr als Ihr letztes Nettoeinkommen erhalten können.

Ob das Arbeitsamt eine Sperrzeit verhängt, wird immer im Einzelfall geprüft. Als wichtiger Grund für eine Eigenkündigung werden aber gesundheitliche Gründe in der Regel akzeptiert, wenn Ihr Arzt Ihnen zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses rät. Es kommt aber immer auf die konkreten Umstände des Einzelfalles an. Wenn Sie ohnehin mit einer Kündigung des Arbeitgebers rechnen, könnte es angebracht sein zu warten. Gerade bei einer Karenzzeit wäre es sinnvoll die Lohnfortzahlung möglichst auszuschöpfen um keine Lücke zu haben.

Generell wäre aber mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Eigenkündigung möglich, ohne Folgen bei der Bundesagentur.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht und Familienrecht

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