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Krankheit-Depression-Kündigung

05.08.2011 15:06 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke


Ich habe ein Problem. Vor 2 Jahren hatte ich schon einemal eine leichte depression die innerhalb von 4 Wochen behandelt werden konnte und ich mich wieder gut gefühlt habe.
Seit etwas über 1 Jahr arbeite ich nun in einem Pflegeheim mit unbefristetem Arbeitsvertrag. Nun vor 1 Woche kam die depression wieder aber stärker denn je. Habe meinen Arbeitgeber darüber informiert und ein ärztliches Attest geschickt. Nehme auch schon ärztliche Hilfe in Anspruch, Therapie, Medikamente usw.
Jetzt hat meine Chfein angerufen und gefragt wie lange es dauern würde und mir gesagt das ihr das schon seit einiger Zeit auffällt das meine Leistungen zurückgehen.
Ich sagte ihr ich weiß nicht wie lange es dauert( 6 Wochen, 3 Monate oder ein halbes Jahr), bis es mir wieder besser ginge und die Therapien Wirkung zeigen.
Nun sagte Sie das es wahscheinlich für mich in diesem Betrieb nicht mehr weitergehen würde( was immer das heißen mag), und das ich mich doch nach einem anderen Job umsehen sollte.
Meine Frage nun: Was soll ich tun? Ich weiß das ich jetzt erst mal zeit für mich brauche und meine Therapien durchziehen will.
Soll ich selber kündigen? Kriege ich dann eine Sperre vom Arbeitsamt obwohl ich ein ärtzliches Attest habe?
Wenn mich der AG kündigt was hat das für Konsequenzen für mich zwecks Geld von Krankenkasse oder Arbeitslosengeld?

Ich bedanke mich schon mal im Vorraus!

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

Von einer Kündigung Ihrerseits ist abzuraten, da Sie dann eine dreimonatige Sperre durch das Arbeitsamt erhalten (§ 144 Abs. 1 S.1 SGB III). Dies bedeutet, Sie erhalten kein ALG1 und die Agentur für Arbeit übernimmt Ihre Sozialleistungen nicht, so dass Sie selbst auch noch für eine Krankenversicherung sorgen müssen.

Eine Kündigung seitens des Arbeitgebers aufgrund Krankheit kann nur unter engen Voraussetzungen erfolgen: Nach der Rechtsprechung müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein, damit ein Mitarbeiter wegen Krankheit gekündigt werden kann, unter anderem eine sog. "negative Gesundheitsprognose". Diese kann ich bei Ihnen nicht als gegeben ansehen, da Sie schon einnal wieder genesen sind und auch diesmal unter richtiger Medikation davon auszugehen ist, dass sie wieder gesund werden.
Eine verhaltensbedingte Kündigung kann Ihre Chefin allerdings aussprechen, dazu bedarf es zunächst einer Abmahnung.

Sollten Sie schließlich gekündigt werden, steht Ihnen, so Sie denn die Voraussetzungen erfüllen (Beschäftigungdauer) in der Regel ALG1 für 12 Monate zu. Wer während seiner Arbeitslosigkeit krank wird oder zum Zeitpunkt der Kündigung krank ist, erhält zunächst das Arbeitslosengeld in voller Höhe vom Arbeitsamt weiter. Um keine Schwierigkeiten wegen versäumter Termine zu bekommen, sollten Sie die Krankheit aber trotzdem bei dem zuständigen Arbeitsamt melden und dort ihren 'gelben Schein' vorlegen.

Nachfrage vom Fragesteller 05.08.2011 | 16:36

Wie sieht es aus wenn ich jetzt im Krankenstand gekündigt werde, also jetzt muss der Arbeitgeber mich ja noch die ersten 6 Wochen bezahlen und dann doch automatisch die Krankenkasse weiter, oder? dann muss ich mich doch wenn das ärztliche Attest sagen wir mal ein halbes jahr noch gilt nicht beim arbeitsamt melden oder?
Was meinen Sie mit "gelben Schein"?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.08.2011 | 17:09

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:
Wielange Ihr Arbeitgeber Sie bezahlen muss, hängt davon ab, wie lange Ihre Kündigngsfrist beträgt. Wenn dies 6 Wochen sind, muss Ihr Arbeitgeber Sie 6 Wochen weiter bezahlen, wenn Sie zB nur vier Wochen beträgt zahlt nach Ablauf dieser Zeit die Agentur für Arbeit. Wenn die 6 Wochen ''voll'' sind, übernimmt die Krankenkasse die Zahlungen.
Während dieser Zeit ruht ihr Anspruch auf ALG1 (§ 143 Abs. 1 Nr. 2 SGB III). Bezugszeit des ALG wird aber nicht durch den Krankengeldbezug verlängert, sondern geht in diesem auf bzw. mindert das Krankengeld ihren Anspruch auf ALG1 (§ 128 SGB III).
Mit ''gelber Schein'' meinte ich eine offizielle Krankschreibung, die SIe von Ihrem behandelnden Arzt erhalten und die Sie in der Regel an Ihren Arbeitgeber weiterleiten.
Wenn Sie noch Verstädnisfragen haben, kontaktieren Sie mich bitte per Email unter info@anwalt-domke.de

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