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Kranker Jugendlicher wird aus Klinik verwiesen - Gefährdung seiner Person

| 15.09.2013 00:53 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Sehr geehrte Anwältin oder Anwalt,

unser Sohn (14) wird derzeit (seit ca. 2 Wochen) in einer jugendpsychiatrischen Klinik behandelt. Aufgrund einer dort diagnostizierten Psychose erhält er ein Neuroleptika Medikament. Heute hat er auf seinem Zimmer Cannabis konsumiert und somit gegen die Ordnung des Hauses verstoßen. Wir gehen davon aus, dass er das Gras in der Klinik selbst erhalten hat. Er muß nun sofort die Einrichtung verlassen und wir sollen ihn morgen (15.9.) früh bis 9 Uhr dort abholen. Offenbar hat man ihm jedoch ab Montag (16.9.) bereits einen Platz in einer anderen Klinik organisiert, welche für Suchterkrankungen eingerichtet sei. Er wäre also für einen Tag ohne ärztliche bzw. therapeutische Betreuung.

Wenn er morgen in der Klinik abgeholt würde gäbe es theoretisch die Möglichkeit, ihn für eine Nacht zuhause unterzubringen. Wir sehen uns aber ausserstande ihn hier sicher zu versorgen.

Unser Sohn ist krank und er wird sehr wahrscheinlich davonlaufen um in der Stadt an Cannabis oder gar andere Drogen zu gelangen. Sein Verhalten ist nicht berechenbar. Er ist nicht in der Lage die Folgen seines Handelns einzuschätzen und er hat eine verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit. Die Klinik sagt er sieht "Kleine Männchen".

Die andere kurzfristige Möglichkeit ist die Unterbringung in einem offenen Jugendheim, in welchem er vor seinem Klinikaufenthalt bereits für einige Wochen untergebracht war und wo er auch noch ein Zimmer hat. Auch hier hat er die Möglichkeit auszubüchsen. Die wenigen Betreuer dort sind nicht qualifiziert für den Umgang mit einem psychisch erkrankten und unter Medikamenteneinfluß (Psychopharmaka) stehenden Jugendlichen.

Zum Einen verstehen wir die Haltung der Klinik, ihn nicht weiter behandeln zu wollen. Dies war auch von vornherein klar für den Fall des THC Konsums. Andererseits haben wir große Angst, daß unserem Sohn ein großer Schaden zugefügt wird. Wir persönlich sehen bei ihm gar eine Suizidgefahr. Wir möchten dass er vor sich selbst geschützt wird.

Nun unsere Frage: Haben wir eine rechtliche Möglichkeit zu verhindern dass er aus der Klinik verwiesen wird. In derselben gibt es z.B. auch andere Abteilungen, in welchen er beobachtet werden kann. Der Verweis stellt eine akute Gefährdung für ihn dar. Wir wollen dass eine durchgehend kompetente und fachkundige Versorgung unseres Kindes gewährleistet ist. Wir wollen ihn daher nicht in der Klinik abholen, denn dies ist eine verantwortungslose Gefährdung seiner Person.

Welche Empfehlung können Sie uns geben? Gibt es Gesetze auf welche wir uns ggf. berufen können?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:


Sie sind als Eltern Inhaber der elterlichen Sorge. Es ist daher grundsätzlich Ihre Aufgabe für die Unterbringung Ihres Sohnes zu sorgen. Wenn Sie sich aus den genannten Gründen aber nicht in der Lage sehen, müssen die entsprechenden Träger der Jugendhilfe Maßnahmen treffen. Das gilt insbesondere in einer Eilsituation, in der Sie erklären, dass Sie mit der Ausübung der elterlichen Sorge überfordert sind. Die Klinik ist generell frei darin Ihren Sohn zu verweisen. Wenn Sie aber erklären, dass eine Aufnahme in Ihren Haushalt nicht erfolgen wird, dann kann die Klinik aus Vorsorgegründen Ihren Sohn nicht "auf die Straße setzen".

Wenn wirklich eine Gefährdung vorliegt, dürfte das die Klinik nichts, sondern müsste die Unterbringung fortsetzen. Rechtsgrundlage für die Behandlung und Unterbringung ist das "Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG)". Es ist aber letztlich Sache der Ärzte eine Eigengefährdung festzustellen.

Wenn das Jugendamt in Absprache mit der Klinik entscheiden würde, dass Ihr Sohn in das Jugenheim soll, wäre auch das hinzunehmen. Sie können einen weiteren Verbleib nicht erzwingen, können aber darauf hinweisen, dass Sie eine erhebliche Gefahr sehen und das Sie selbst Ihren Sohn nicht abholen werden, weil Sie keine geeignete Betreuungsmöglichkeit sehen. So zwingen Sie die Klinik letztlich Ihren Sohn dort zu behalten.

Sie sollten auf seine Gefährdung hinweisen und darauf, dass Sie selbst sich nicht in der Lage sehen den Sohn zu betreuen. Wenn eine Gefährdung gesehen wird, ist die Klinik gezwungen sich nach dem PsychKG zu verhalten.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.09.2013 | 01:43

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