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Krankentagegeld und Aufbesserung durch Arbeitgeber

| 18.05.2009 18:07 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sven Kienhöfer


Sehr geehrte Damen und Herren,

eine Arbeitnehmerin erhält jetzt nach 42 Tagen Krankheit ein Krankentagegeld in Höhe von 1.200 € pro Monat von der privaten Krankenversicherung. Das Nettogehalt beträgt 2.000 €. Kann ich als Arbeitgeber durch Leistung in Form von Krankentagegeld, Krankengeld oder ähnlichem den Nettodifferenzbetrag aufstocken, ohne die Zahlung des Krankentagegeldes durch die Versicherung zu gefährden? Falls ja, wie sollte diese Leistung betitelt werden? Unterliegt diese Leistung dann der sozialversicherungspflicht?
Bitte auch u.g. Rechnungsanschrift beachten!

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Begrifflich reden wir in Ihrem Fall von einem Krankengeldzuschuss zur privaten Krankenversicherung. Krankengeldzuschüsse sind steuerpflichtig und sozialversicherungspflichtig, wenn sie für eine Zeit gezahlt werden, in der nicht Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenversicherung, sondern Krankentagegeld aus der privaten Krankenversicherung gewährt wird. Dies trifft bei Ihrer Arbeitnehmerin zu.

Das Nettokrankengeld bemisst sich bei Ihrer privat krankenversicherten Angestellten, nach dem Höchstsatz, der ihr bei einer Pflichtversicherung in der GKV zustünde. Dieses Nettokrankengeld wird fiktiv für die Berechnung des Krankengeldzuschusses durch den Arbeitgeber angesetzt, der die Differenz zwischen Nettokrankengeld und Nettoentgelt ausgleicht. Dieser Krankengeldzuschuss des Arbeitgebers ist dann steuer- und sozialversicherungspflichtig. Das von der PKV gezahlte Krankentagegeld ist nicht sozialversicherungspflichtig, da es nicht auf gesetzlicher, sondern auf vertraglicher Grundlage gezahlt wird.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 18.05.2009 | 22:12

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