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Krankentagegeld private Krankenversicherung

21.10.2010 23:20 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler


Hallo,

ich beziehe seit etwas mehr als einem Jahr Krankengeld von meiner privaten Krankenversicherung. Die Versicherung schickt mich nun zur Überprüfung des Krankengeldanspruches ca. alle 4-6 Wochen zur Ärztlichen Überprüfung durch einen Gutachter. Bisher haben alle Gutachter meine Arbeitsunfähigkeit vollumfänglich bestätigt. Ebenso wurde von den Gutachtern mir gegenüber auf Nachfrage erklärt, dass sie bei meinem Krankheitsverlauf davon ausgehen, dass ich frühestens erst Anfang 2011 wieder arbeitsfähig sein werde.

Die Krankenkasse teilte mir nun mit, dass der Gutachter eine SOFORTIGE stationäre Behandlung anraten würde, was der Gutachter bei der Untersuchung mir gegenüber nicht so sagte. Er erwähnte lediglich, dass er einen stationären Klinikaufenthalt anraten würde, wenn sich mein Gesundheitszustand bis ende diesen Jahres nicht wie erwartet verbessert.

Ich forderte das Gutachten bei der Krankenversicherung an. Die widerum teilte mir mit, dass eine Übersendung des Gutachtens an mich "nicht möglich sei", es aber zu meinem behandelnden Arzt geschickt werde. Aber auch dort kam es bisher noch nicht an..... Trotzdem verlangen sie nun eine Stellungnahme des behandelnden Arztes, der im Übrigen eine stationäre Behandlung für überflüssig hält. Ich soll der Krankenkasse das Ergebnis innerhalb von 4 Tagen mitteilen, da sie sonst das Krankentagegeld kürzen wollen?!? So schnell bekomme ich allerdings keinen Termin beim Arzt, der Urlaub hat....

Meine Fragen nun hierzu:
1. Habe ich ein Anrecht zur Einsicht in das Gutachten?
2. Habe ich ein Anrecht zur Einsicht in meine Akte bei der privaten Krankenversicherung?
2. Hat die Krankenkasse das Recht, mich alle 4-6 Wochen zu einem Gutachter zu schicken?
3. Kann ich diesen Gutachter zukünftig ablehnen, falls sich herausstellt, dass sein schriftliches Gutachten nicht mit dem übereinstimmt, wass er mir mündlich mitteilte?
4. Kann die Krankenkasse mich zu einem stationären Aufenthalt zwingen, obwohl mein behandelnder Arzt diesen für überflüssig hällt?
5. Kann sie das Krankentagegeld kürzen?
6. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass die Gutachten dem kaufmännischen Sachbearbeiter, nicht einem Arzt oder medizinischen Dienst (gibts sowas bei privaten KV?) vorgelegt werden. Kann ich darauf bestehen, dass medizinische Daten nur einem Arzt vorgelegt werden?

Vielen Dank im voraus für Eure Antworten.

Viele Grüße
Markus

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

1. ja, über einen Arzt oder Rechtsanwalt, § 202 VVG
2. nein
2. ja, § 9 III MB/KT bzw. sehen Sie in Ihre konkret vereinbarten Vertragsbedingungen
3. nein, nur, wenn das Gutachten aus medizinischen Gründen unzutreffend sein sollte, was durch anderweitige ärztliche Stellungnahmen dargelegt werden sollte und notfalls gerichtlich zu klären wäre
4. siehe § 9 IV MB/KT oder Ihre konkret vereinbarten Versicherungsbedingen. Dabei handelt es sich um eine Pflicht zur Schadensminderung, die als Obliegenheit ausgestaltet ist. Verstoßen Sie gegen eine Obliegenheit, kann dies zu Leistungseinschränkungen bzw. einem Ausschluss führen. Sie sind jedoch berechtigt, die vom Gutachter der PKV vorgeschlagene Maßnahme von Dritter Seite überprüfen zu lassen. Besteht Streit darüber, steht der Rechtsweg offen. Daher rate ich Ihnen, sich eine abweichende ärztliche Meinung schriftlich und eindeutig gegeben zu lassen und diese der Versicherung vorzulegen, soweit Sie mit der Maßnahme nicht einverstanden sein sollten.
5. Bei einer Obliegenheitsverletzung kann nach aktuellem Recht (Vertragsabschluss ab 01.01.2008 oder Leistungsfall ab 01.01.2009) eine Leistungskürzung bzw. Leistungsfreiheit eintreten, § 10 MB/KT in Verbindung mit § 28 II VVG.
6. nein

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Medizinrecht


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