Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Krankentagegeld - Wie werden die Karenztage berechnet?

16.01.2013 09:25 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias Drewelow


Ich habe eine Kv mit Krankentagegeld ab dem 43.Krankheitstag. Im laufenden Jahr war ich dreimal arbeitsunfähig. Die Ursache war jedesmal die Gleiche, was auch aus den ärztlichen Bescheinigungen hervorgeht. Die Arbeitsunfähigkeit ging vom 24.9.bis 5.10.2012 vom 9.11 bis 23.11.2012 und vom 5.12.2012 bis 1.2.2013.
Meine Frage lautet nun. Wie werden die Karenztage berechnet? Die Versicherung behauptet die Karenztage werden für jede Krankschreibung neu berechnet. Ich habe in einem online-Lexikon über private Tagegeldversicherung folgendes gelesen:
Tritt innerhalb von sechs Monaten nach Vollendung einer Arbeitsunfähigkeit wegen der gleichen Krankheit oder Unfallfolge erneut Arbeitsunfähigkeit ein, so werden die in den letzten 12 Monaten vor Beginn der erneuten Arbeitsunfähigkeit nachgewiesenen Zeiten der alten Arbeitsunfähigkeit angerechnet, soweit sie dieselbe Krankheit oder Unfallfolge betreffen.

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:


Der Anspruch auf Krankentagegeld aus einer privaten Krankentagegeldversicherung richtet sich nach den „Allgemeine Versicherungsbedingungen für die Krankentagegeldversicherung (MB/KT)"
In § 1 Abs 2 bis dort folgendes geregelt:
Versicherungsfall ist die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen, in deren Verlauf Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt wird. Der Versicherungsfall beginnt mit der Heilbehandlung; er endet, wenn nach medizinischem Befund keine Arbeitsunfähigkeit und keine Behandlungsbedürftigkeit mehr bestehen. Eine während der Behandlung neu eingetretene und behandelte Krankheit oder Unfallfolge, in deren Verlauf Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt wird, begründet nur dann einen neuen Versicherungsfall, wenn sie mit der ersten Krankheit oder Unfallfolge in keinem ursächlichen Zusammenhang steht.
Was Sie gelesen haben sind Ausführungen zum sogenannten „fortgesetzter Versicherungsfall".
Dieser liegt vor, wenn zwar Unterbrechungen der Arbeitsunfähigkeit vorliegen, aber fortlaufend Behandlungsbedürftigkeit besteht. Eine im Tarif vereinbarte Karenzzeit wäre dann nicht erneut anzurechnen.

Ob ein fortgesetzter Versicherungsfall vorliegt, bestimmt sich an § 1 Abs. 2 S. 2 MB/KT, wonach das Ende des Versicherungsfalles den Zeitpunkt vorliegt, in dem nach medizinischem Befund keine Arbeitsunfähigkeit und keine Behandlungsbedürftigkeit mehr bestehen.
Beider ist also gefordert: das Nichtmehrbestehen der Arbeitsunfähigkeit plus das Nichtmehrbestehen der Behandlungsbedürftigkeit.
In Ihrem Fall muss genau ermittelt werden: War lediglich die Arbeitsunfähigkeit, nicht aber die Behandlungsbedürftigkeit beendet?
Dann handelt es sich um denselben Versicherungsfall und es müsste nicht gewartet werden.
Oder war in Ihrem Fall nicht nur die Arbeitsunfähigkeit beendet, sondern auch die Behandlungsbedürftigkeit entfallen?
Sie schreiben, dass die Ursache der Krankschreibung jedes Mal die gleiche war.

Damit die Karenzzeit nicht erneut von vorne beginnt, müsste ein Arzt bestätigen, dass trotz Ende der Arbeitsunfähigkeit außerhalb des 24.9.bis 5.10.2012 vom 9.11 bis 23.11.2012 und vom 5.12.2012 bis 1.2.2013 gleichwohl noch eine Behandlungsbedürftigkeit wegen derselben Erkrankung bestand.

Attestiert der Arzt jedoch, das nach Ende der Krankschreibungen jeweils auch die Behandlungsbedürftigkeit geendet hat, handelt es sich bei einem Wiederauftreten der Krankheit um einen neuen Versicherungsfall. Dies gilt dann selbst dann, wenn ein ursächlicher Zusammenhang mit den früheren Erkrankungen bestand.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
LL. M. Mathias Drewelow, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70917 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Habe auch am späten Abend unerwartet die Frage innerhalb 1,5 h beantwortet bekommen, sehr verständlich. Meine Frage von 3/4 Seite wurde in 5-6 Zeilen konkret beantwortet, keine Ausflüchte. So möchte man es immer haben, auch wenn ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreich, kompetent und schnell. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich habe eine schnelle und ausführliche und verständliche Antwort bekommen. Vielen Dank dafür. ...
FRAGESTELLER