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Krankenschein ist ein Tag zu spät in der Firma eingetroffen - was passiert nun mit meiner Lohnfortza

| 09.11.2011 12:33 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Kai Thiel


Schönen guten Tag!
Ich war krank und augenscheinlich ist mein Krankenschein zu spät beim Arbeitgeber angekommen, nun hat er mir die Lohnfortzahlung erst ab dem Tag wo der Krankenscheins bei Ihm angekommen ist gewährt. Die Tage davor sind jetzt Fehltage, obwohl ich auch mit Krankheitsbeginn telefonisch bescheid gegeben habe. Darf mein AG das, ist das Rechtens, der Krankenschein beweist doch das ich krank war, auch wenn er zu spät ankommt.
MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Bitte beachten Sie, dass meine Ausführungen eine erste rechtliche Einschätzung ausschließlich auf der Grundlage Ihrer Angaben sind. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung, beispielsweise der Einsicht in Ihren Arbeitsvertrag oder anwendbare Tarifverträge, möglich. Unter Berücksichtigung Ihrer Angaben stellt sich die Rechtslage wie folgt dar:

Gemäß § 5 Abs. 1 S. 2 EFZG müssen Sie, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage dauert, eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens am darauffolgenden Arbeitstag vorlegen. Kommen Sie dieser Pflicht nicht nach, so steht dem Arbeitgeber ein sogenanntes Leistungsverweigerungsrecht nach § 7 Abs. 1 Nr. 1 EFZG zu. Dieses Leistungsverweigerungsrecht führt dazu, dass Ihr Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung wegen Ihrer Krankheit zunächst nicht vornehmen muss. Ihr Arbeitgeber darf aber nur solange die Entgeltfortzahlung verweigern, wie Sie Ihren Pflichten nicht nachkommen. Wenn Sie daher Ihrem Arbeitgeber den Krankenschein übermittelt haben, steht Ihrem Arbeitgeber ein solches Leistungsverweigerungsrecht nicht mehr zu und Ihr Arbeitgeber muss die Entgeltfortzahlung leisten.

Bitte beachten Sie aber, dass natürlich die Voraussetzungen für eine Entgeltfortzahlung nach § 3 EFZG vorliegen müssen. Sie müssen also u.a. arbeitsunfähig krank gewesen sein, länger als vier Wochen bereits in dem Arbeitsverhältnis gestanden haben und nicht bereits sechs Wochen wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig gewesen sein. Im Krankenschein muss, sofern die Krankheit länger als drei Tage andauerte, grundsätzlich als Datum des Beginns der Arbeitsunfähigkeit spätestens der folgende Arbeitstag nach den ersten drei Krankheitstagen eingetragen sein. Sollte der Beginn der Krankheit erst für einen späteren Zeitpunkt (beispielweise den 7. Oder 8. Tag der Krankheit) angegeben worden sein, dann hat Ihr Arbeitgeber bis zu diesem späteren Zeitpunkt ein Leistungsverweigerungsrecht, da Sie für den Zeitraum keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt haben.

In Ihrem Fall bedeutet das: Sofern Sie den Krankenschein an Ihren Arbeitgeber übermittelt haben und auf dem Krankenschein als Datum spätestens der vierte Tag nach der krankheitsbegründeten Arbeitsunfähigkeit als Beginn aufgeführt ist, wird Ihr Arbeitgeber Ihnen grundsätzlich das Entgelt für den fraglichen Zeitraum trotz der verspäteten Übermittlung der Bescheinigung zahlen müssen.
Bitte beachten Sie, dass Ihr Arbeitgeber ggfls. berechtigt sein kann, wegen der verspäteten Übermittlung der Bescheinigung eine Abmahnung auszusprechen.

Sollten Sie Fragen zu meinen Ausführungen haben, zögern Sie bitte nicht die Nachfragefunktion zu benutzen. Wenn Sie eine Vertretung unmittelbar gegenüber Ihrem Arbeitgeber wünschen, können Sie mich gerne hierfür beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Thiel
-Rechtsanwalt-

Bewertung des Fragestellers 09.11.2011 | 17:19

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