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Krankenkassenbeitrag GKV als geschäftsführende Gesellschafterin

| 01.05.2018 15:31 |
Preis: 55,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Auch als Geschäftsführender Gesellschafter kann man sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern lassen.
Die Beitragshöhe bestimmt sich nicht nur nach dem Gehalt des Geschäftsführers, sondern wird auch anhand anderer Einkünfte berechnet.

Hallo,

derzeit führe ich eine Unternehmensberatung als Einzelunternehmung und plane die Gründung einer GmbH mit mir und meinem Ehemann als Gesellschafter. Geplant ist, dass das Stammkapital auf uns beide gleichmäßig verteilt sein wird. Aktuell bin ich gesetzlich versichert, das soll auch so bleiben. Da meine Rolle/Funktion in der neuen GmbH eine Sozialversicherungspflicht vermutlich ausschließen wird, ist die 1. Frage, ob ich dennoch - geringes Geschäftsführer-Gehalt (unter Pflicht-Versicherungsgrenze) vorausgesetzt - in der GKV bleiben kann. 2. Orientieren sich dann die Beiträge einzig an meinem Gehalt als Geschäftsführerin?

Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Antwort und möchte betonen, wie ehrenwert ich es finde, dass Menschen hier kostengünstig ihr Expertenwissen zur Verfügung stellen.

01.05.2018 | 20:03

Antwort

von


(6)
Schloßstraße 13
88410 Bad Wurzach
Tel: 07564936776
Web: http://www.rechtsanwalt-munz.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Als hauptberuflich Selbstständige kommt bei Ihnen die Freiwillige Gesetzliche Krankenversicherung in Betracht:

Gemäß § 9 SGB V können sich Personen auch weiterhin in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig weiterversichern, wenn:
(Auszug aus Nr.1, was bei Ihnen wohl am Ehesten in Betracht kommt)
"Personen, die als Mitglieder aus der Versicherungspflicht ausgeschieden sind und in den letzten fünf Jahren vor dem Ausscheiden mindestens vierundzwanzig Monate oder unmittelbar vor dem Ausscheiden ununterbrochen mindestens zwölf Monate versichert waren"

D.h., sind Sie mindestens 12 Monate vor der Gründung Ihrer GmbH in der GKV gewesen, können Sie in die freiwillige GKV eintreten. Dazu müssen Sie jedoch beachten, dass Sie innerhalb von 3 Monaten nach dem Ende der Pflichtversicherungsmitgliedschaft (was bei Ihnen die Gründung Ihrer GmbH darstellen könnte - dazu fehlen mir Informationen) bei Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung einen Antrag auf den Eintritt in die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung Ihrer Wahl stellen müssen, um in der GKV "bleiben" zu können.
Dabei ist die Höhe Ihres Einkommens nicht von Belang, da Sie nach Ihren eigenen Angaben davon ausgehen, dass die Sozialversicherungspflicht entfällt.


Die Beitragshöhe richtet sich nach § 240 SGB V (Beitragspflichtige Einnahmen freiwilliger Mitglieder).
Haben Sie neben Ihrem Geschäftsführergehalt noch weitere Einkünfte wie Einnahmen aus Vermietung, Verpachtung, Ausschüttungen Ihrer GmbH, Zinsen oder Dividenden, wirkt sich das auch auf die Höhe Ihrer Beitragszahlungen aus.

Nach einem Urteil des BSG darf die gesetzliche Krankenkasse den Beitrag nach der Hälfte der Einnahmen des Ehegatten bemessen, wenn die eigenen geringeren Einnahmen des Mitglieds (also Ihnen als Versicherte in der GKV) den eigenen Lebensunterhalt decken. In diesem Fall prägen nämlich die höheren Einnahmen des Ehegatten die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Mitglieds im Sinne von § 240 Abs. 1 Satz 2 SGB V. Grundsätzlich haben nicht getrennt lebende Ehepartner, die im gemeinsamen Unterhaltsverband gleichwertige Leistungen erbringen, auch Anspruch auf gleiche Teilhabe am gemeinschaftlich Erwirtschafteten, das ihnen zu gleichen Teilen zuzurechnen ist. (BSG Urteil Aktenzeichen S 8 KR 137/07 und Aktenzeichen B 12 KR 9/10 R).


Ich würde Ihnen empfehlen, sich so früh wie möglich vor der Gründung Ihrer GmbH mit Ihrer Gesetzlichen Krankenversicherung in Verbindung zu setzen, um das Vorgehen, die Formalitäten und die Details mit ihnen zu klären.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Oliver Munz

Ergänzung vom Anwalt 01.05.2018 | 21:03

Ergänzend möchte ich noch folgendes ausführen:

Ich würde Ihnen empfehlen, über die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung einen Antrag zu stellen, den sozialversicherungsrechtlichen Status zu klären:
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_rente/01_grundwissen/01_wer_ist_pflichtversichert/03_bin_ich_tatsaechlich_selbststaendig.html

Sollte einmal ein Leistungsfall eintreten und der Status im Vorfeld nicht geprüft sein, kann es selten zu negativen Überraschungen kommen. Dem beugen Sie vor, wenn die Clearingstelle darüber entschieden hat, wie Ihr Status ist. Dazu können Sie einen Antrag stellen, dass Sie ein sozialversicherungsrechtliches Arbeitsverhältnis haben oder als Selbstständiger agieren. Die Clearingstelle wird dann darüber entscheiden.

Einen Artikel über die sozialversicherungsrechtlichen Fragestellungen hierzu (also ob auch Familienmitgliedern mit gleichen Anteilen ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis als Geschäftsführer haben kann oder als Selbstständiger betrachtet wird):
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/355172/publicationFile/66599/april_2014_top_1_anlage1.pdf

Ich hoffe, Ihnen mit der Ergänzung noch einmal weitergeholfen zu haben.
Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit der Gründung der GmbH!

Bewertung des Fragestellers 03.05.2018 | 12:19

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(6)

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88410 Bad Wurzach
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