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Krankengeld und Studium

22.04.2015 09:22 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Folgender Sachverhalt:
Ich arbeite in einer 40-Stunden-Woche und bin gleichzeitig eingeschrieben für ein Vollzeitstudium. Auf Grund flexibler Arbeitszeit sowie einer schriftlichen Vereinbarung mit der Firma (das ich das Studium besuchen darf), ist es mir möglich, das Studium zu einigen Vorlesungen zu besuchen. Mittlerweile ist mein körperlicher und seelischer Zustand sehr schlecht. Bereits im letzten Jahr war ich deswegen einige Zeit krankgeschrieben. Ich esse und schlafe kaum noch, wenn ich daran denke wieder in diese Firma zu müssen. Zudem trinke ich seit dem letzten Jahr abends regelmäßig um einschlafen zu können. Aus diesem Grund möchte meine Ärztin mich für längere Zeit krankschreiben und mich in psychologische Behandlung geben.

Zu meiner Frage:
Nehmen wir an ich werde über 6 Wochen krankgeschrieben und erhalte Krankengeld. Spielt es dann eine Rolle, wenn ich immatrikuliert bin? Wird kein Krankengeld gezahlt, wenn ich immatrikuliert bin?

Spielt es eine Rolle, ob ich Prüfungen während dieser Krankheitsphase ablege?

Sehr geehrte Fragestellerin,

nach dem 6-wöchigen-Entgeltfortzahlungsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber, haben Sie grds. einen Anspruch gegenüber der Krankenkasse auf Zahlung von Krankengeld für die Dauer von 78 Wochen.
Die Ausnahme für Studenten gem. § 44 Abs. 2 1. Hs., Var. 4 SGB V gilt hier nicht, da Sie auf Grundlage des 40 Std.-Arbeitsvertrages normal sozialversicherungspflichtig sind.
Studenten, die während der Dauer des Studiums gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind, sind daher versicherungsfrei (vgl. § 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB III).

Voraussetzung für die Zahlung von Krankengeld ist die Arbeitsunfähigkeit. Die Arbeitsunfähigkeit muss sich dabei auf die bisher ausgeübte Tätigkeit beziehen. War die zuletzt ausgeübte Tätigkeit eine an- oder ungelernte Tätigkeit, so sind geringere Anforderungen an eine etwaige Verweisungstätigkeit von der Krankenkasse zu stellen, als wenn der Arbeitnehmer in einem anerkannten Ausbildungsberuf gearbeitet hat.

Soweit eine krankenversicherungsrechtliche Arbeitsunfähigkeit vorliegt, wird demnach auch Krankengeld gezahlt. Die Fortführung des Studiums steht einer Arbeitsunfähigkeit nicht grds. entgegen.

Ich hoffe Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Gehrke
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 27.04.2015 | 13:22

Ich arbeite mit meinem abgeschlossenen Bachelor-Studium in meiner jetzigen Firma (die Stellenbeschreibung entspricht dem Bachelor-Studium). Der Master ist aufbauend (die selbe Studienrichtung wie bereits der Bachelor) auf meinem jetzigen Berufsfeld. Arbeitsunfähig werde ich voraussichtlich wegen der beruflichen Belastung und (Mobbing, etc.) ärztlicher psychischer Behandlung sein.
Darf ich trotz Krankengeld dann das Studium besuchen (inoffiziell), oder wird die Krankenkasse dann kein Geld mehr zahlen? Es könne ja sein, dass die Krankenkasse von mir die Exmatrikulation sehen möchte.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.04.2015 | 14:26

Sehr geehrte Fragestellerin,

auch wenn Sie eine Berufstätigkeit aufgrund Ihres Bachelor-Abschlusses ausüben und zudem ein Master-Studium, das auf dem Bachelor-Studium aufbaut, absolvieren, sind beide Bereiche voneinander strikt zu trennen. Einmal geht es um die Berufstätigkeit und das andere mal um das Studium.

Die Arbeitsunfähigkeit muss sich auf die Berufsausübung beziehen. Der Arbeitnehmer darf von der Krankenversicherung nur Tätigkeiten verwiesen werden, die dem Beruf entsprechen. Bei bestehendem Arbeitsverhältnis ist in der Regel ein "Wiedereingliederungsverfahren" durchzuführen.

In der Regel hat die Arbeitsunfähigkeit auch keine Auswirkung auf die Fähigkeit das Studium fortzuführen. Dies dürfte insbesondere der Fall sein, wenn die Arbeitsunfähigkeit auf einer psychischen Belastung wegen Mobbings am Arbeitsplatz beruht.

Sie können daher auch ganz offiziell weiter studieren (auch arbeitsrechtlich dürfte es bei Mobbing zu keinen Problemen kommen).

Aber Achtung: Etwas anderes könnte sich allerdings dann ergeben, wenn die psychische Belastung aufgrund - Überlastung - zurückzuführen ist (Vollzeitjob + Vollzeitstudium). Im Streitfall würde es darauf ankommen darzulegen, dass die psychische Belastung nichts mit dem zusätzlichen Studium zu tun hat.

Im Ergebnis kann im Vorhinein natürlich nicht gesagt werden, wie es ausgehen wird, es lässt sich lediglich sagen, dass grds. ein Anspruch auf Zahlung von Krankengeld für die Dauer von 76 Wochen besteht. Sollt die Krankenkasse wegen Verweisung die Zahlung einstellen kann hiergegen Widerspruch und Klage gerichtet werden.

Sollte noch eine Frage bestehen, dann schreiben Sie mir bitte gerne eine E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Gehrke
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 27.04.2015 | 12:42

Gemeint ist oben natürlich SGB V nicht SGB III!

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