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Krankengeld -> ALG I -> Rente

| 30.01.2014 16:13 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke


Ich bin im März 1954 geboren. Stehe also nun (Ende Januar 2014) kurz vor Vollendung
des 60. Lebensjahres. Ich bin schwerbehindert (GdB 50 Prozent). Seit dem 24.05.2013
beziehe ich Krankengeld (KG) wegen Arbeitsunfähigkeit (AU).

1.
Ist es richtig, dass der Anspruch auf Zahlung des KG, falls die AU weiterbesteht, 78 Wochen
beträgt? Der Anspruch demzufolge am 21.11.2014 (dann wären 78 Wochen abgelfaufen)
enden würde?

2.
Meinem Wissen nach könnte ich als 1954-Geborener mit GdB 50 mit 63 Jahren
und 8 Monaten abschlagsfrei in Rente gehen, das hieße: 01.12.2017. Ein früherer
Renteneintritt wäre möglich, frühestens mit 60 Jahren und 8 Monaten, mit
einem dauerhaften Abzug von 10,8 (0,3 Prozent pro Monat x 36 Monate) Monat.
Dieser Fall würde bei mir am 30.11.2014 eintreten.

Ist das so richtig?

3.
Diesen frühen Renteneintritt möchte ich wegen des hohen Abschlags und der
Minderung durch 3 fehlende Jahre an Rentenbeitragszahlungen gern vermeiden.

Wenn ich mich mit meinem Arbeitgeber darauf einigen könnte, dass er mir zum
Ende der KG-Zahlungsperiode kündigt, würde ich mich gern arbeitslos melden und
einen Antrag auf Zahlung von ALG I stellen. Worauf ich meinem Wissen nach einen
24-monatigen Anspruch hätte. Die Frage stellt sich natürlich, ob ich überhaupt
als vermittelbar eingestuft werde – (Alter/Krankengeschichte). Könnte man mich
gegebenenfalls „zwangsverrenten"? Und sind meine Informationen ansonsten
richtig?

Falls ALG I gezahlt werden würde, wie würde es berechnet werden?
60 % (ohne Kinder) vom KG oder letzten Gehalt? Rentenbeiträge werden in Höhe von
80 Prozent der letzten Zahlungen geleistet? Bleibt wider meine Frage: Was wird zugrunde
gelegt KG oder letztes Gehalt?

Die Vorteile, die ich bei ALG I-Bezug sehe: Meine Rentenzahlungen würden sich um zwei Beitragsjahre erhöhen und der Abschlag würde sich von 10,8 auf 3,6 Prozent reduzieren.
Das wären, wenn es denn so ist, in der Tat 2 Fliegen mit einer Klappe.

Noch einmal Daten in der Übersicht, vorausgesetzt meine Informationen
stimmen:

Ende Krankengeldzahlung 21. November 2014
Früheste Renteneintrittsmöglichkeit (-10,8 Pzt) 01. Dezember 2014
Somit würden theoretisch 9 Tage für den „nahtlosen" Übergang fehlen.

Ist das alles korrekt bzw. wo liege ich falsch und hätten Sie Empfehlungen für mich?

Freundliche Grüße

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

1. Die Dauer des Krankengeldes beträgt nach § 48 SGB V in der Tat 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Sie haben das Ende des Krankengeldes richtig berechnet.

2. Wenn Sie vor 1952 geboren sind und mindestens einen GdB von 50 haben, können Sie mit 63 vorzeitig die Altersrente erhalten. Für die Geburtsjahrgange von 1952 bis 1964 gab es eine stufenweise Anhebung. Da Sie 1954 geboren wurde, hebt sich die Altersgrenze um 8 Monate an. Sie können also abschlagsfrei mit 63 Jahren und 8 Monaten in Altersrente gehen.
Der früheste vorzeitige Rentenbeginn wäre 60 Jahre und 8 Monate mit einem Abschlag von 10,8 %. Sie haben Ihr Geburtsdatum nicht angegeben. Wenn Sie aber richtig gerechnet haben, stimmt das Datum.

3. Nach § 147 SGB III haben Sie einen Anspruch von 24 Monaten auf ALG I. Sie können unter Umständen die Nahtlosigkeitsregelung in Anspruch nehmen. Die sog. Nahtlosigkeitsregelung bedeutet, dass Sie als nicht Leistungsfähiger oder leistungsgeminderter Arbeitsloser trotzdem Anspruch auf ALG I haben, obwohl sie keine versicherungspflichtige Beschäftigung mehr ausüben können und somit nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Die Nahtlosigkeitsregelung soll also den Zeitraum überbrücken, in dem der Rentenstatus ungeklärt ist und ein Beschäftigungsverhältnis nicht mehr besteht. § 145 SGB III.

Die Höhe des ALG 1 bestimmt sich nach § 149 SGB III, in der Regel also 60% des durchschnittlichen Gehaltes der letzten zwölf Monate.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.01.2014 | 19:36

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Da ich zu dem Zeitpunkt, an dem ich ALG I beantragen würde, schon über 12 Monate keiner Beschäftigung nachgegangen sein werde, werden
dann nicht sogar die letzten 24 Monate herangezogen? Dann wären bei
mir sogar noch 5 Monate Beschäftigung berücksichtigt werden. Was
das ALG I ja noch höher ausfallen lassen würde.

Es gibt ja hier und da im Nezt und auch anderswo viel zu lesen darüber, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich alles richtig
sortiere. Deshalb die Nachfrage. Können Sie das bestätigen?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.01.2014 | 19:42

Sehr geehrter Ratsuchender,

ja, nach § 130 Abs. III SGB III erweitert sich der Zeitraum auf 2 Jahre, wenn "der Bemessungszeitraum weniger als 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt enthält" so wie bei Ihnen.

Damit ist das ALG I in der Tat höher.

Mit freundlichen Grüßen
Maike Domke
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 30.01.2014 | 20:16

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Da ich zu dem Zeitpunkt, an dem ich ALG I beantragen würde, schon über 12 Monate keiner Beschäftigung nachgegangen sein werde, werden
dann nicht sogar die letzten 24 Monate herangezogen? Dann wären bei
mir sogar noch 5 Monate Beschäftigung berücksichtigt werden. Was
das ALG I ja noch höher ausfallen lassen würde.

Es gibt ja hier und da im Nezt und auch anderswo viel zu lesen darüber, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich alles richtig
sortiere. Deshalb die Nachfrage. Können Sie das bestätigen?

Freundliche Grüße

Bewertung des Fragestellers 03.02.2014 | 14:58

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FRAGESTELLER 03.02.2014 5/5,0