Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.435
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kranken Hund von Privat gekauft


21.10.2016 09:14 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von



Hallo zusammen,

und zwar folgendes. Haben von Privat einen Appenzeller-Mix Welpen gekauft. Abends hatten wir ihn abgeholt und hätten am nächsten Abend eigtl. einen Termin beim Tierarzt zum chippen und impfen gehabt. Da der Welpe aber schon am Abend wo wir ihn abholten ständig unkontrolliert/unbemerkt urinierte, sind wir am nächsten Tag früher zum Tierarzt gefahren. Unser "Haus"-Tierarzt war unterwegs und man verwies uns an eine Partnerpraxis, weil den Mädels in der Praxis das zu unsicher war bis Abends zu warten. Dort stellte man nach etlichen Untersuchungen (Urin, Blut, etc) fest, das der Welpe sowohl eine Blasenentzündung als auch Giardien hat (Darminfektion). Dort haben wir dann schonmal mit allen drum und dran ca. 400,- bezahlt. Zusätzlich wurde uns dort mitgeteilt, dass bei Appenzeller-Hunden häufiger "ektopische Ureter" auftreten, ein Gen-Defekt bei dem eine Niere nicht in der Blase sondern direkt in den Harnleiter mündet wodurch die Tiere permanent urinieren.

Anschließend hatten wir den Verkäufer angeschrieben und darüber informiert, da sich auch der Mensch mit diesen Giardien anstecken könnte und kleine Kinder im Haushalt lebeb. Daraufhin kam nur ein "Gute Besserung".

Da es dem Welpen nach ein paar Tagen nicht wirklich besser ging (trotz Medikamenten), sind wir zu unserem "Haus-Tierarzt" gefahren. Dieser hat nochmal ein paar Tests gemacht, u.a. Ultraschall (auch wieder ca. 150,- bezahlt). Da stellte sich heraus das irgendwas nicht mit der Blase ok ist und verwies uns an eine Tierklinik bei der wir auch vorstellig wurden. Nach ersten Tests konnte man noch nichts genaueres sagen aber zumindest das aller Voraussicht nach operiert werden muss.

Hier haben wir erneut den Verkäufer angeschrieben und ihm mitgeteilt welche Kosten wir bereits hatten und es sehr wahrscheinlich ist das auch operiert werden muss, es ja offensichtlich ist das der Welpe die Erkrankungen schon zum Kaufzeitpunkt hatte und wir gerne wissen möchten wie wir jetzt verbleiben können. Daraufhin kam nur ein "Armer Hund, machen kann ich da nichts, bin euch schon entgegen gekommen das ihr den Welpen 3 Wochen später als geplant abholen könnt, ohne Aufpreis". Nachdem ich dem Verkäufer dann mitteilte das ich damit so nicht ganz einverstanden bin, ich Rechte habe und ihm noch einen schönen Link zu der Seite"Hunderecht.eu" schickte, erfolgte keine Rückmeldung mehr.

Nach 2-3 Terminen in der Tierklinik und etlichen Untersuchungen (u.a. mit Kontrastmittel, auch wieder ein paar Hundert Euro) wurde dort festgestellt, dass der Welpe diese "ektopische Ureter" hat. Da eine Niere schon fast verkrüppelt war, und die Prognose der Tierärztin lautete das ohne OP der Hund aller höchsten 2 Jahre lebt (Nierenversagen) und die Empfehlung gab den Hund sofort zu operieren, haben wir diesem auch zugestimmt, da uns das Wohldes Tieres vorging (OP Kosten ca. 2000,-).

Sorry für den langen Text aber lieber vollständig als das irgendwelche Informationen fehlen. Meine Frage ist natürlich, was für Ansprüche habe ich? Nachlieferung fällt raus (Der Hund ist uns schon beim ersten Besuch ans Herz gewachsen). Nachbesserung ist jetzt auch nicht so einfach, weshalb mein Gedanke war, Kaufpreisminderung und Schadensersatz, da neben dem Kaufpreis von 400,- mit allen drum und dran ca. 3000,- an Untersuchungen und OP bezahlt wurden.

Ein entfernt bekannter Anwalt sagte, er könne wohl mal den Verkäufer ein Schreiben zukommen lassen mit Forderungen etc, sagte aber das wir keinen Rechtsstreit eingehen brauchen da wir keinen schriftlichen Kaufvertrag haben und somit keine Chance hätten irgendwas einzuklagen, was sich für mich als Laien schwachsinnig anhört, da ein Kaufvertrag sowohl schriftlich als auch mündlich geschlossen werden kann und wenn nichts schriftliches Vorliegt, die gesetzliche Regelung greift. Zudem gibt es Zeugen für den Kauf und per SMS bestand Kontakt zwecks Abholtermin etc.

Zusätzlich muss gesagt sein das laut Tierschutzgesetz das Züchten mit Hunden mit Gen-Defekten (u.a. ektopische Ureter) verboten ist. Es war zwar angeblich ein Unfall, aber es war schon der zweite in diesem Jahr und für mich sieht es nach Geldmacherei aus. Die Welpen wurden draussen gehalten weshalb angeblich nichts auffiel aber unter normalen Umständen hätte es auffallen können und müssen.
21.10.2016 | 11:58

Antwort

von


1582 Bewertungen
Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: www.anwalt-prime.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst einmal ist es richtig, dass sehr wohl ein Kaufvertrag abgeschlossen worden ist und wenn dieser mündlich erfolgte, sodann die gesetzlichen Regelungen greifen. Meist sind diese Regelungen für den Käufer auch günstiger.

Es ist in Ihrem Fall zu unterscheiden zwischen Mängeln/Krankheiten, die der Verkäufer kannte oder hätte kennen müssen und Mängel, die zwar bereits vorlagen, vom Verkäufer allerdings nicht erkannt waren.

In ersterem Fall können Sie sämtliche Kosten für die Krankheiten ersetzt verlangen, wenn der Verkäufer die Behandlung auf eigene Kosten ablehnt.

Bei den Krankheiten von denen der Verkäufer nichts wusste, können Sie auch hier die Kosten nach erfolgter Aufforderung zur Selbstbeseitigung ersetzt verlangen, allerdings nur bis zur Höhe des Kaufpreises.

Um diese Frage zu klären, sollten Sie einen Tiersachverständigen aufsuchen und fragen, ob diese Krankheiten a) bereits bei der Abholung bestanden haben könnten und wenn ja) ob diese dem Verkäufer hätten auffallen müssen.

Sie sollten der Rechtssicherheit wegen noch einmal den Verkäufer schriftlich per Einwurfeinschreiben zur gesamten Krankheitsbeseitigung innerhalb von vierzehn Tagen auffordern.
Eine Aufgliederung in bekannte oder unbekannte Mängel kann später noch erfolgen, da bei Nicht-Reaktion dieser dann Schadensersatzpflichtig wird und Sie durch das Schreiben die Voraussetzungen geschaffen haben.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 21.10.2016 | 14:05

Hallo,

vielen Dank für die Antwort. Aber wie sieht das mit der Aufforderung der Mängelbeseitigung aus, da ja bereits sämtliche Untersuchungen (Rechnungen sind vorhanden) und die OP durchgeführt und bezahlt wurden. Laut Tierklinik war es Akut. Nach aktuellem Stand gibt es nichts mehr zu beseitigen. Da wir bisher alle Kosten getragen haben bin ich eben von Schadensersatz ausgegangen um die Kosten erstattet zu bekommen. Kann man hier im Einschreiben einfach als "Nachbesserung" die Erstattung der Kosten verlangen, welche dem Verkäufer entanden wären?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.10.2016 | 15:12

Sehr geehrter Fragesteller,

sofern die Behandlung akut war, brauchten Sie natürlich nicht erst noch auffordern. Insofern können Sie diese Kosten direkt einfordern mit Frist, notfalls gerichtlich. Fügen Sie hierzu nur die Belege bei.

Wenn Sie noch weitere Fragen haben oder rechtliche Hilfe brauchen sollten, sprechen Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber gerne weitere kostenlose Nachfragen beantworte und sich meine Kanzlei auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet oder auch erstattet werden, wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung besitzen sollten.

Über eine ggf. positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

1582 Bewertungen

Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: www.anwalt-prime.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Verkehrsrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Miet und Pachtrecht, Erbrecht, Verwaltungsrecht, Baurecht, Internet und Computerrecht, Zivilrecht, Arbeitsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61064 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Mein Erstnutzer-Eindruck : kompetent und schnell - unbedingt weiterzuempfehlen. Eine der sinnvollsten Internetseiten die ich kenne. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Unsere Fragen wurden konkret beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hat uns sehr geholfen Können so mit guten Voraussetzungen im einem Rechtsstreit gehen. Vielen Dank und gerne wieder Sehr zu empfehlen ...
FRAGESTELLER