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Krank in der ABM nun keinen Urlaub?


| 30.05.2006 14:39 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

seit 1. Aug. 2005 arbeite ich in einer ABM-Maßnahme. Diese endet Ende Juli d. J..
Leider hatte ich Ende 2005 auf dem Weg zur Arbeit einen Unfall. Unter anderem habe ich mir dabei eine Ulnarisnervverletzung am linken Arm zugezogen. Zunächst war ich recht lange krank geschrieben, die ärztliche Prognose war nicht sonderlich gut, um es kürzer zu fassen, derartige Verletzungen können möglicherweise operativ behandelt werden, allerdings frühestens nach Ablauf eines Jahres. Nach einiger Zeit habe ich beschlossen, um wieder "raus" zu kommen, andere Menschen zu sehen und vor allem ein wenig von den recht massiven Symptomen dieser Erkrankung abzulenken wieder arbeiten zu gehen. Meine Ärtzin riet mir zum "Hamburger Modell" und seit März d. J. arbeitet ich wieder, anfangs 5 Stunden, in der Zwischenzeit sind es 5,5 h. Einen Teil meines Gehaltes (für 5,5 h) erhalte ich von meinem Arbeitgeber, die restliche Zahlung übernimmt derzeit meine KV, da seitens der Berufsgenossenschaft noch einige Dinge zu klären sind. Diese hängen mit einer Fehleinschätzung des zuerst behandelnden Arztes zusammen der der Meinung war ich hätte mir lediglich den Arm verstaucht und dies so auch der BG gemeldet hat.

Am Anfang der ABM hatte ich eine Woche Urlaub ( gesamt 28 Arbeitstage), zwischendurch noch mal einige "Brückentage", sodass jetzt ein Resturlaub von 16 Tagen aussteht. Am Freitag nach Himmelfahrt hatten alle meine AMB-Mitstreiterkolleginnen wie eh und je einen Urlaubsbrückentag, nur leider wollte man mir diesen nicht gewähren. Mir wurde mitgeteilt, eins geht nur, Ulaub oder krank sein. So war ich an diesem Freitag ganz allein in meinem Büro und habe mich maßlos geägert. Ich kann nicht so recht glauben, dass ich jetzt diese gesamten 3 Wochen Urlaub, die mir ja noch zustehen würden nicht erhalten soll. Eine finanzielle Abgeltung kommt ebenso nicht in frage (lt. Aussage Lohnbüro), im Arbeitsvertrag selbst ist hierzu keine Regelung getroffen worden. Lediglich für den Fall einer vorzeitigen Kündigung der ABM entweder durch AG oder AN ist eine Abgeltung von Urlaub aus "zuwendungsrechtlichen" Gründen ausgeschlossen.

Ich will und kann mich jetzt auch nicht einfach "gesund" schreiben lassen, das Risiko der evtl. bevorstehenden OP und der Möglichkeit für lange Zeit meinen Arm nicht benutzen können, bzw. die daraus entstehenden Konsequenzen für meine berufliche Zukunft sind mir einfach zu hoch.

Was sagt hierzu das Recht? Bekomme ich meinen Urlaub wirklich nicht? Nur weil ich krank bin und so "dumm" bin und trotzdem arbeiten gehe? Oder besteht möglicherweise doch Anspruch auf eine Abgeltung? Ich bedanke mich für Ihre Bemühungen und wünsche noch einen angenehmen Tag.

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Sehr geehrter Fragesteller,

eine Krankheit beseitigt nicht den Anspruch auf Urlaub. Ihnen stehen innerhalb der ABM die vollen 28 Tage Erholungsurlaub zu. Sogar wenn Sie im Urlaub krank werden, können Sie die daurch versäumten Urlaubstage als neuen Urlaub geltend machen. Urlaub ist zur Erholung gedacht und darf nicht auf Zeiträume bezogen werden in denen Sie krank sind.

Lediglich wenn Alturlaubsansprüche aus einem Vorjahr in den Übertragungszeitraum fallenin denen Sie krank sind, können diese erlöschen. Dies ist aber vorliegend nicht der Fall, da die 28 Tage gerade für die gesamte ABM gewährt worden sind.

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben und wünsche Ihnen einen angenehmen Tag.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-


www.rechtsbuero24.de

Nachfrage vom Fragesteller 30.05.2006 | 15:22

Sehr geehrter Herr Joachim, vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
In der Hoffnung mich nicht missverständlich ausgedrückt zu haben bitte ich Sie mir diese kurze Nachfrage zu gestatten. Ich werde definitiv bis zum Ende der ABM nicht wieder voll arbeitsfähig, das heisst ich werde in den nächsten zwei Monaten auch nicht mehr als die bisherigen 5,5 h arbeiten gehen können.
Genau darauf zielte die Anweisung meiner Chefin.. krank sein oder Urlaub, eins geht nur. Also auf gut deutsch, ich gehe ab sofort wieder 8 Stunden arbeiten, würde dann meinen Urlaub auch bekommen, oder ich arbeite die verbleibenden 2 Monate noch im Hamburger Modell und verzichte auf den Urlaub.
Herzlichen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.05.2006 | 14:30

Sehr geehrte Fragestellerin,

auch bei einer krankheitsbedingten geringen täglichen Beschäftigung haben Sie einen Anspruch auf die vertragliche Urlaubszeit. Die Urlaubszeit bemißt sich nicht nach den abgeleisteten Stunden, sondern nach den Tagen, an denen Sie täglich gearbeitet haben. Ich darf hierbei auf das Bundesurlabsgesetz verweisen.

Ihnen steht also auch bei einer Tätigkeit von nur 5,5 Stunden pro Tag der volle Urlaubsanspruch zu, denn bereits Teilzeitbeschäftigte erwerben nach der Zeitfaktorberechnung einen vollen Urlaubsanspruch, wenn sie täglich lediglich 4 Stunden täglch arbeiten. Hieruaf kommt es aber vorliegend noch nicht einmal an.

Eine Verrechnung ist unzulässig und mit der Ablehnung des Urlaubsanspruches gleichzusetzen.

Sollte Ihr Arbeitgeber nicht bereit sein, den Urlaub zu gewähren, stehe ich Ihnen gerne weiter im Rahmen einer Vertretung in der Angelegenheit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-


www.rechtsbuero24.de

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