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Krank in Schlechtwetter

13.06.2019 21:48 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Ich habe als LKW Fahrer und Gräterfahrer im Baugeschäft gearbeitet. Bin dieses jahr am 02.01.2019 krank geworden und die Krankmeldung ging bis 12.02.2019. Für diese Zeit wurde mir im Januar 107,91 Saison Kurzarbeitergeld gezahlt. Darauf auch noch ohne Ankündigung meine Überstunden von 150Stunden ausgezahlt.
Im Februar war ich dann bis zum 12.02 krank geschrieben,danach habe ich bis 28.02 meinen Resturlaub genommen und am 01.03.2019 eine neue Tätigkeit begonnen. Im Februar wurden mir 279,92 Saisonkurzarbeitergeld gezahlt, und 1955,19 an Urlaubsgeld. Jetzt meine Frage ; Für die ganzen sechs Wochen der Krankheit wurde kein Krankengeld bezahlt. Hierzu gab es die Aussage das es dieses jahr eine Änderung gegeben hätte und das Arbeitgeber nicht mehr solange sie in schlecht Wetter sind Krankengeld zahlen müssen ,da gewisse Arbeitnehmer im Bauwesen anfang des Jahres diese zeit ausgenutzt hätten.
Ich habe für diese sechs Wochen kein Krankengeld bekommen , statt dessen wurdse mein Zeitkonto im Januar ausbezahlt. Ich hätte es ja verstanden wenn in dieser Zeit 60% vom brutto gezahlt worden wären denn dann wäre es krank in schlecht wetter gewesen. HELFT MIR BITTE. WAS HABE ICHG FÜR CHANCEN?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Also mir ist keinerlei Änderung bekannt. Das Krankengeld ist für die ersten 6 Wochen einer Erkrankung als Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber zu leisten.

Dies ergibt sich aus dem (unveränderten) § 3 EntgFG :

(1) Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne daß ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen. Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit den Anspruch nach Satz 1 für einen weiteren Zeitraum von höchstens sechs Wochen nicht, wenn
1.er vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig war oder
2.seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen ist.
(2) Als unverschuldete Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Absatzes 1 gilt auch eine Arbeitsverhinderung, die infolge einer nicht rechtswidrigen Sterilisation oder eines nicht rechtswidrigen Abbruchs der Schwangerschaft eintritt. Dasselbe gilt für einen Abbruch der Schwangerschaft, wenn die Schwangerschaft innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis durch einen Arzt abgebrochen wird, die schwangere Frau den Abbruch verlangt und dem Arzt durch eine Bescheinigung nachgewiesen hat, daß sie sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff von einer anerkannten Beratungsstelle hat beraten lassen.
(3) Der Anspruch nach Absatz 1 entsteht nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Sie sehen also der Anspruch auf Krankentagegeld durch den Arbeitgeber besteht auch in 2019 unverändert.

Natürlich richtet sich die Höhe der Krankentagegeldzahlung nach dem ( durch die Saison-Kurzarbeit) verminderten Entgelt, wobei bei Erkrankung unter der Saison-Kurzarbeit Anspruch auf das Kurzarbeitergeld besteht, dass Sie augenscheinlich erhalten haben.

Die Verrechnung mit den Überstunden stellt eine Umgehung des Entgeltfortzahlungsgesetzes dar. Hier sollten Sie ihren Arbeitgber unter Hinweis auf § 3 EntGFG schriftlich und unter Fristsetzung ( etwa 7 - 14 Tage) zur Auskehrung des Krankengeldes bzw. des Lohnausstandes auffordern.

Ihnen steht Das Krankentagegeld, das Kurzarbeitergeld und die Überstundenauszahlung zu. Für das Urlaubsgeld kenne ich die vertraglichen Abreden nicht.

Verstreicht die von Ihnen gesetzte Frist fruchtlos, können Sie vor dem Arbeitsgericht das ausstehende Gehalt einklagen, sogar als Brutto, nicht nur das Netto. Hierfür besteht kein Anwaltszwang, auch wenn die Vertretung durch einen Anwalt natürlich empfehlenswert ist.

Zwar lässt sich ein Prozessrisiko nicht ohne weiteres bestimmen ( Beweisbarkeit, Argumentation der Seiten, Ausschlussfristen im Vertrag) aber hinsichtlich der Ansprüche bestehen durchaus sehr gute Chancen den noch offenen Lohn erfolgreich durch zu klagen.

Bitte schauen Sie sich bevor sie in eine Klage gehen , aber unbedingt in Ihrem Vertrag nach Ausschlußfristen für Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis um.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow
(Rechtsanwältin)

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