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Kotoauszug mit fremder EC-Karte = Anzeige und Kündigung im Job?

| 23.05.2015 21:31 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

seit einigen Wochen plagen mich Sorgen um einen einen kleinen Vorfall, der 6 Wochen zurück liegt:
Ich bin Mitarbeiter einer Stadtreinigung und fand kurz vor Feierabend in einem Gebüsch eine EC-Karte. Am darauf folgendem Tag (Samstag) hatte ich ebenfalls Dienst, und beschloss, die Karte gleich morgens um 7 Uhr in einer Sparkasse abzugeben. Da um diese Zeit aber noch kein Mitarbeiter vor Ort ist, dem ich die Karte hätte geben können, beschloss ich, da ich davon ausging, dass die Karte bereits gesperrt sein wird, dass ich sie einfach in den Kontoauszug-Automaten stecke, und einen Kontoauszug anfordere, um so zu erreichen, dass sie eingezogen wird und dadurch ein Mitarbeiter drauf aufmerksam wird.
Die Karte war tatsächlich gesperrt und wurde eingezogen.
Leider kam ich erst im Nachhinein auf den Gedanken, dass ich die Karte besser in den Briekasten der Sparkasse hätte werfen sollen.

Nun mache ich mir Sorgen, dass man mir Vorsatz vorwerfen kann, ich mich durch diese Aktion bereits strafbar gemacht habe und fürchte nun um meinen Job.
Da ich in Warnkleidung in die Sparkasse ging, bin ich leicht zu identifizieren, da sich nachvollziehen lässt, welcher Kollege wann in welcher Strasse gearbeitet hat.
Bisher habe ich niemandem davon erzählt und es kam auch keine Meldung zu mir. Bekannterweise dauern Ermittlungen ja teilweise einige Monate, wodurch ich nun nicht mehr zur Ruhe komme.

Ich hoffe sehr, dass Sie mir Entwarnung geben können.


Liebe Grüße,
ein besorgter Stadtreiniger.

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes kann ich Ihnen die von Ihnen erwünschte Entwarnung leider nicht geben, denn man kann nicht pauschal vorhersagen, wie lange ein Ermittlungsverfahren dauert und wann der Beschuldigte davon erfährt. Das hängt u.a. von der Arbeitsbelastung der jeweiligen Sachbearbeiter ab.
Da in Ihrem Fall auch niemand zu Schaden gekommen ist, wird hier - wenn überhaupt- sicherlich auch nicht vorrangig ermittelt.
Sie werden daher abwarten müssen, ob gegen Sie ermittelt wird.
Falls es zu einem Ermittlungsverfahren kommt, müssen Sie allerdings damit rechnen, dass man Ihre Schilderung hinsichtlich der Bereitschaft, der Bank die Karte nur wiedergeben zu wollen, als Schutzbehauptung wertet. Bekanntlicherweise sind Banken ja samstags geschlossen.

Mit freundlichen Grüßen

Lucia König
Rechtanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 24.05.2015 | 19:23

Sehr geehrte Frau König,

als aller erstes möchte ich meinen Dank für Ihre ausführliche Beantwortung aussprechen.

Was halten Sie als Fachperson von der Möglichkeit, dass ich eine Sparkassenfiliale aufsuche und dort den Fall schilder?!
Einerseits könnte ich so, ähnlich wie bei einer Selbstanzeige, auf mich aufmerksam machen, und hätte dadurch evenuell den Vorteil, dass, so fern es zu Ermittlungen kommen sollte, mein Arbeitgeber davon nichts erfährt, da die Polizei/Sparkasse nicht bei diesem nach meiner Identität forschen muss, da ich mich selbst gestellt habe.

Andererseits könnte ich, wie man so schön sagt, "ein ruhendes Rad ins Rollen bringen" und vielleicht bis dato garnicht existierende Probleme erzeugen.

Vielen Dank im Voraus und auch Ihnen noch schöne Pfingsttage.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.05.2015 | 20:59

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Ob Ihr Plan aufgehen würde, lässt sich leider nicht prognostizieren, da man nicht weiss, wie der jeweilige Sparkassenangestelle reagieren wird und wie die Sache dann ihren Verlauf nimmt.
Bedenken sollten Sie, dass man Ihnen eine Straftat nachweisen müsste und Sie als Beschuldigter zur Sache nichts aussagen müssten und auch nicht bei der Polizei erscheinen müssten.
Von daher gesehen noch mal mein Rat: Warten Sie ab. Sollte gegen Sie ermittelt werden beauftragen Sie einen Anwalt und machen gegebenenfalls eine Aussage erst nach Akteneinsicht durch den Anwalt und Rücksprache mit diesem.
Es besteht auch durchaus die Möglichkeit, dass ein Ermittlungsverfahren bereits eingestellt wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Lucia König
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 24.05.2015 | 15:46

Sehr geehrter Ratsuchender,

meine Antwort möchte ich gerne wie folgt ergänzen:

Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes gehe ich nicht davon aus, dass ihr Verhalten zum Verlust des Arbeitsplatzes führen wird.
Auch wenn es zu einer Bestrafung käme wegen des Umgangs mit der ec- Karte und Ihr Arbeitgeber Ihnen darüber hinaus vorwerfen würde, dass Sie private Angelegenheiten
während der Arbeitszeit erledigt haben (Bankbesuch), hätten Sie nach meiner Einschätzung gute Chancen, dass - falls es zu einer Kündigung überhaupt kommen sollte - diese einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten dürfte.
Die Straftat wäre zwar während der Arbeitszeit begangen worden, sie würde aber letztlich nicht im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stehen und eine Kündigung wegen einmaliger Erledigung privater Dinge, die nur einige Minuten in Anbruch genommen hat, dürfte unverhältnismäßig sein.
Im Übrigen würde - falls es überhaupt zu einer Bestrafung kommt - wegen der Tat allenfalls eine Geldstrafe auf Sie zukommen.
Ich hoffe, Sie nun wenigstens in dieser Beziehung etwas beruhigt zu haben.
Ansonsten bleibt es dabei, dass Sie einfach noch abwarten müssen, ob gegen Sie ein Verfahren eingeleitet wird und Sie eine Ladung zur Beschuldigtenvernehmung bekommen.
In diesem Fall würde ich Ihnen empfehlen, einen Anwalt mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen, der dann zunächst einmal Akteneinsicht anfordern würde.
Ich hoffe, Ihnen eine rechtliche Orientierung gegeben zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Ich wünsche Ihnen noch schöne Pfingsttage.

Mit freundlichen Grüßen

Lucia König
Rechtsanwältin


Bewertung des Fragestellers 24.05.2015 | 21:04

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