Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kostenübernahme OP wg. lost IUD


| 28.03.2006 22:59 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte um Rat bei folgendem Problem: 11 Tage nach Legen einer Mirena mußte mir die Spirale laparaskopisch aus dem Omentum majus entfernt werden. In der ersten OP konnte das Objekt nicht gefunden werden, nach CT und 2. OP gelang dann das Entfernen.

Meine gesetzliche Krankenkasse übernimmt keine Kosten, nach mündlicher Auskunft, weil alles was mit Empfängnisverhütenden Maßnahmen zu tun hat, aus dem Leistungskatalog gestrichen ist. Die private Zusatzversicherung erstattet zwar einen kleinenTeil, den Rest soll ich privat zahlen.

Nach meinem Verständnis handelt es sich hier um eine Notfallmaßnahme, das sollte doch von der GKV abgedeckt sein.
Außerdem gibt es mehrere Indizien dafür, dass mein Gynäkologe bereits beim Einsetzen den Uterus perforiert und die Spirale durchgesteckt hat. Nun fühle ich mich in mehrfacher Hinsicht als Leidtragende für seinen Behandlungsfehler.

Bei wem setze ich nun an, um den Großteil der Kosten für 2 OP´s und umfangreiche Diagnose erstattet zu bekommen?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen





Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Damit wir alle die gleiche Sprache sprechen und nicht aneinander vorbeireden, möchte ich lediglich kurz die von Ihnen verwandten Begriffe klarstellen:

„Mirena“ ist eine Hormonspirale, die nach der Einlage in die Gebärmutter kontinuierlich das Hormon „Levonorgestrel“ abgibt und der Empfängnisverhütung dient.

Bei einem laparaskopischen Eingriff handelt es sich um eine minimal-invasive Technik (Schlüssellochtechnik), die ohne große Bauch- bzw. Brustraumschnitte auskommt.

Das „omentum majus“ ist eine fett- und bindegewebsreiche Struktur in der Bauchhöhle.


Lassen Sie mich bitte kurz die für Ihren Fall einschlägigen gesetzlichen Regelungen des fünften Sozialgesetzbuches (SGB V) vorstellen:

Nach § 24a Abs. 1 SGB V haben Versicherte Anspruch auf ärztliche Beratung über Fragen der Empfängnisregelung. Zur ärztlichen Beratung gehören auch die erforderliche Untersuchung und die Verordnung von empfängnisregelnden Mitteln. Nach § 24a Abs. 2 SGB V haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Lebensjahr Anspruch auf Versorgung mit empfängnisverhütenden Mitteln, soweit sie ärztlich verordnet werden. Unter diesen Gesetzeswortlaut fällt jedoch weder die Verordnung noch das Einsetzen oder die Entfernung von Hormonspiralen, da es sich insoweit nicht um „Mittel“ im vorstehend bezeichneten Sinne handelt. Empfängnisverhütungen durch Hormonimplantate bzw. Hormonspiralen sind den „individuellen Gesundheitsleistungen“ (IGeL) zuzuordnen. Im Übrigen dürften Sie wahrscheinlich älter als 20 Jahre alt sein, weshalb § 24a SGB V ohnehin nicht greift.

Nach § 27 SGB V haben Sie zwar grundsätzlich Anspruch auf Krankenbehandlung, aber auch nur dann, wenn diese notwendig ist, eine Krankheit zu behandeln. Die Tatsache, dass Ihnen die Hormonspirale falsch eingesetzt wurde, dürfte jedoch das Merkmal der „Krankheit“ nicht erfüllen.

Alleine die Tatsache, dass Ihre Behandlung dringend notwendig gewesen sein mag, löst noch keinen Erstattungsanspruch gegen die gesetzliche Krankenversicherung aus.

Demnach haben Sie meiner Einschätzung nach keinen Anspruch gegen Ihre gesetzliche Krankenversicherung auf Kostenersatz für das Einsetzen oder Entfernen der Spirale.


Ungeachtet dessen könnte sich jedoch ein Anspruch auf Kostenersatz sowie auf Schmerzensgeld gegen die behandelnden Ärzte ergeben, wenn diese schuldhaft einen Behandlungsfehler begangen hätten. Soweit Sie nachweisen können, dass der erstbehandelnde Gynäkologe bereits beim Einsetzen den Uterus perforiert und die Spirale durchgesteckt hat (andernfalls wäre diese wohl kaum in der Bauchhöhle gefunden worden), könnten Sie zumindest die Kosten der zweiten Operation ersetzt verlangen (die ohne diesen Kunstfehler ja nicht notwendig geworden wäre) und außerdem ein angemessenes Schmerzensgeld (sowie Schadensersatz für Verdienstausfall) verlangen.

Sie sollten die weitere Bearbeitung des Falles im eigenen Interesse unbedingt in die Hände eines medizinrechtlich versierten Anwaltes legen, der Ihre Interessen optimal vertreten kann. Gerne stehe ich Ihnen für eine weitere Beauftragung zur Verfügung und bin bereit, Ihnen weiterzuhelfen. Gerne können Sie mein Büro kontaktieren und wir besprechen die Angelegenheit in Ruhe.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern.




Mit freundlichen Grüßen



Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die schnelle Antwort, die mir auf jeden Fall zur Orientierung und als Entscheidungshilfe für das weitere Vorgehen gedient hat. Das ist genau das, was ich im Rahmen dieses Forums erwartet hatte. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER