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Kostentragungspflicht bei Bestattungskosten

| 10.03.2011 15:50 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Tag,
ein Bruder meiner Mutter ist gestorben. Er war alleinstehend und hatte keine Kinder. Meine Großeltern leben nicht mehr. Meine Mutter, die sich ihr Leben lang um diesen Bruder gekümmert hat, wird von Ihrem zweiten Bruder, der in einem anderen Bundesland lebt, mit der Organisation und den Kosten der Bestattung allein gelassen. Mein Onkel hinterlässt wahrscheinlich kein Vermögen sondern Schulden. Alle Erben, auch meine Mutter, werden wohl das Erbe ablehnen. Wer hat jetzt die Kostentragungspflicht für die Bestattungskosten? Wir nehmen an beide Geschwister, oder? Wäre eine Klage gegen den Bruder sinnvoll? Er hat eindeutig signalisiert , dass er nicht zahlen wird. Hätte eine Klage Aussicht auf Erfolg? Besteht nicht das Risiko, dass die Anwalts- und Verfahrenskosten die Kosten für meine Mutter über ihren Teil der Bestattungskosten hinaus in die Höhe treiben? Oder, dass sie am Ende auf den Verfahrens- und Bestattungskosten sitzenbleibt? Kann meine Mutter getrennte Rechnungen vom Bestatter verlangen? So, dass sie nur für die Hälfte aufkommen muss? Eine Ablehnung der Kostenübername gegenüber der Arge wegen Unzumutbarkeit kommt für meine Mutter nicht in Frage.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen aufgrund des dargelegten Sachverhalts wie folgt:


Grundsätzlich hat der Erbe für die Beerdigungskosten aufzukommen. Die Angehörigen, die das Erbe ausgeschlagen haben, müssen sich an den Kosten nicht beteiligen.

Ein Angehöriger, der das Erbe ausgeschlagen hat, muss aber trotzdem für die Beerdigungskosten aufkommen, wenn alle Erben ausgeschlagen haben. Dann haben die Hinterbliebenen für die Bestattung zu sorgen und dementsprechend auch die Kosten zu tragen, egal ob sie das Erbe ausgeschlagen haben oder nicht und ob sie eine persönliche Beziehung zu dem Verstorbenen hatten.

Die landesrechtlichen Bestimmungen des Bestattungsrechts können die Angehörigen des Verstorbenen verpflichten, diesen ordnungsgemäß zu bestatten. Es spielt keine Rolle, ob der bestattungspflichtige Angehörige auch Erbe ist. Bestattungspflichtig nach landesrechtlichen Bestimmungen sind immer in folgender Reihenfolge: der Ehegatte, die volljährigen Kinder, die Eltern und die Geschwister des Verstorbenen.

Vor diesem Hintergrund ist es möglich, dass Sie zur Begleichung der Beerdigungskosten trotz Ausschlagung herangezogen werden.

Werden Sie aufgefordert, die Beerdigungskosten zu übernehmen, obwohl Sie das Erbe ausgeschlagen haben und Sie verfügen nicht über genügend Einkommen/ Vermögen, können Sie beim Amt für Familie und Soziales einen sogenannten Antrag auf Übernahme von Bestattungskosten stellen. Ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse werden dort überprüft und Sie werden, wenn sich herausstellt, dass Sie die Beerdigungskosten tatsächlich nicht tragen können, von Ihrer Zahlungspflicht befreit.

Besteht kein Anspruch auf Übernahme, weil Einkommen/Vermögen ausreichend vorhanden sind, besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Teil der Beerdigungskosten von Ihren Verwandten ersetzt verlangen können. Voraussetzung ist, dass Sie mit diesen Verwandten zumindest gleichrangig zur Übernahme der Kosten verpflichtet sind.

So ist es in Ihrem Besispiel, wonach der Bruder in gleicher Weise für die Kosten aufzukommen hat wie Ihre Mutter., denn beide sind im gleichen "Rang".

Einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage hoffe ich gegeben und Ihnen damit weitergeholfen zu haben. Über eine positive Bewertung würde ich mich in jedem Fall freuen.

Sofern Sie weitere Hilfestellung benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.03.2011 | 16:48

Vielen Dank für die Antwort.
Die Frage/n nach der Klage ist noch nicht beantwortet. Muss sie Ihren Bruder verklagen und wird sie in jedem Fall Recht bekommen?
Oder was muss meine Mutter tun, um einen Teil der Bestattungskosten bei ihrem Bruder einzufordern? (Bitte sagen Sie nicht: einen Anwalt einschalten)

Gruß
N.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.03.2011 | 16:55

Sehr geehrter Fragesteller:

aus meinen Ausführungen dachte ich, dass die Zahlungspflicht klar genug dargelegt war. Offenbar doch nicht, deshalb bitte ich um Nachsicht und beantworte Ihre Nachfrage wie folgt:

Wenn der Bruder über ausreichend Einkommen/Vermögen verfügt, muss er im Prinzip zahlen. Die Regelungen sind nicht in allen Bundesländern gleich und daher je nach Bundesland sind die Regelungen allerdings etwas unterschiedlich. Ihre Mutter müsste daher den Bruder verklagen und sollte aller Voraussicht nach Recht bekommen.

Ich hoffe, ich habe damit Ihre Nachfrage beantworten können und würde mich über eine gute Bewertung freuen, andernfalls müssten Sie sich einfach nochmals melden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 10.03.2011 | 17:37

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 10.03.2011 4,2/5,0
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