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Kostenote eines Architekten

15.06.2008 22:49 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Den Umbau eines Altbaus wollten wir mit einem Architekten durchführen. Zu diesem Zweck vereinbarten wir mit dem Architekten und einem seiner Mitarbeiter (Bauleiter) 3 Gesprächstermine. Baubeginn sollte der 01.07.08 sein, da alle Umbaumaßnahmen zum 31.12.07 abgeschlossen sein sollten und wir einziehen mussten.

Das ganze Haus wurde von uns mit dem Bauleiter in einem 2 Stunden Termin vom Keller bis zum Spitzenboden Raum für Raum begangen. Dabei erfolgte eine Diskussion was wo zu reparieren und sanieren wäre. Direkt im Anschluss erfolgte vom Bauleiter eine Überschlagsrechnung der zu erwartenden Baukosten (Mitschrift liegt vor) über alle Gewerke. Diese Summe lag bei 160.000 bis 180.000 Euro.

In den Terminen wurden folgende Themen besprochen:

Zeichnung neuer Pläne

Notwendigkeit der Einholung einer Baugenehmigung (durch Abriss und wieder Aufbau eines Balkons sowie Bau einer Loggia im Dachgeschoss)

Umbaumassnahmen in EG, um die Aufteilung der Fläche zeitgemäss zu gestalten (den ersten Entwurf haben wir selbst mitgebracht). Die Pläne sollten auch Umbaumaßnahmen enthalten, die wir gar nicht machen wollten, aber in der Zukunft vielleicht relevant werden könnten

Für jedes Gewerk sollten im Rahmen einer regulären Ausschreibung Angebote vom Mitarbeiter (Bauleiter) des Architekten eingeholt werden, über die wir per Vorlage entscheiden sollten

Abstimmung zwischen Bauleiter und uns welche Materialien für Boden, Wände, Bäder, Heizung, etc. zu verbauen sind

Die Bauleitung, Bauüberwachung und Abnahme sollte durch den Bauleiter erfolgen

Erstellung eines Nutzungsänderungsantrags für einen gewerblichen Anbau (dieser sollte erst einmal nicht umgebaut werden)


In den Gesprächen teilten wir dem Architekt und dem Bauleiter jeweils deutlich und eindeutig mit das unser Budget bei 160.000 Euro fixiert ist.

In einem Einzelgespräch wurde besprochen, dass die oben genannten Leistungen mit 15.000 Euro vergütet werden sollten.

Nach dem sich in den nächsten Wochen kein Fortschritt abzeichnete beriefen wir ein Gespräch mit Bauleiter ein und baten einerseits um Abgabe der Angebote/Gesamtangebot sowie um Validierung des Termins zum Baubeginn.

Nach wenigen Tagen erhielten wir in einem erneuten persönlichen Gespräch eine Kostenaufstellung ohne die besprochenen Ausschreibungsunterlagen und ohne Einzelangebote von Firmen. Die Aufstellung war vollkommen intransparent und lag mit 330.000 Euro deutlichst über unserem Budget.

In der Zwischenzeit erhielten wir einen Architektenvertrag, der alle besprochenen Arbeiten umfasste, und einen Bauantrag per Post. Den Architektenvertrag haben wir nicht unterschrieben. Den Bauantrag haben wir unterschrieben und an das Bauamt der Stadt weitergeleitet.

Wir beriefen einen neuen Termin mit Architekt und Bauleiter ein. In dem Termin baten wir um konstruktive Zusammenarbeit, um die Baukosten auf das Niveau unseres Budgets zu senken. Dies war nicht möglich, da der Architekt vollkommen uninformiert über die Gesamtlage war. Der Bauleiter hatte für die Kostenaufstellung Erfahrungswerte zusammengeschrieben und Materialien ausgesucht, die er in unser Haus einbauen würde, wenn es sein Haus wäre.

Der Termin endete damit, dass wir laut Aussage des Architekten Heizungsanlage, Fenster und diverse andere Punkte unsaniert nutzen sollten. Damit war der Termin beendet.

Nach reiflicher Überlegung zu den Geschehnissen entschlossen wir uns die Zusammenarbeit mit dem Architekten zu beenden. Dies teilten wir seinem Bauleiter in einem neuen Termin mit. Der Bauleiter bedauerte den Vorgang und teilte auf Nachfrage mit, dass wir die entstandenen Kosten unproblematisch und günstig lösen würden, da noch nicht viele Arbeiten angefallen wären.

Folgende Leistungen haben wir bis zu diesem Punkt von dem Architekturbüro erhalten:

Zeichnung neuer Pläne

Notwendigkeit der Einholung einer Baugenehmigung

Erstellung eines Nutzungsänderungsantrags für einen gewerblichen Anbau


Dies ist mittlerweile 10 Monate her.

Während der Bauarbeiten stellte sich bei dem Dachdecker heraus, dass die Dachmaße im Plan falsch angegeben waren und uns dadurch 3.000 Euro zzgl. MwSt Mehrkosten entstanden sind und wir haben bei den Bauarbeiten nur 200.000 Euro benötigt.

Vor 2 Wochen erhielten wir eine Kostennote des Architekten über fast 15.000 Euro für die geleisteten Arbeiten.

Diese Aufstellung war und ist ebenfalls intransparent für uns. In einem erneuten Gespräch mit dem Architekten begründete er die abgerechneten Leistungen in den Einzelpositionen jeweils nur auf die tatsächliche Bausumme von 200.000 Euro, obwohl er deutlich früher aus dem Bauvorhaben ausgeschieden ist. Ausschreibungsunterlagen oder Änhliches liegen bis heute nicht vor.

Unsere Frage ist:

Wie sieht unsere rechtliche Situation aus und sind wir verpflichtet die Kostennote zu begleichen, obwohl der Arbeitsumfang nur zu einem Drittel geleistet wurde und andere Kosten besprochen waren?
15.06.2008 | 23:29

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Sicherlich sind die erbrachten Leistungen des Architekten und dessen Bauleiter nicht kostenlos erbracht worden, außer es ist nur ein unwesentlicher Aufwand entstanden.

Es erfolgte im Verlauf eines ausführliche Beratung zumeist durch den Bauleiter, sowie die Vorbereitung eines Bauantrages. Auch wenn es nicht zu einem schriftlichen Architektenvertrag gekommen ist, sind gleichwohl entsprechende Leistungen erbracht worden.

Der Architekt kann daher Honorar verlangen, für die Leistungen, die er erbracht hat.

Offensichtlich hat der Architekt keine prüfbare Rechung erbracht, wozu er verpflichtet ist. Insoweit wäre Ihr Sachverhalt insoweit zu präzisieren, welche Regelung Sie hinsichtlich des Honorars mit dem Architekten vereinbart haben. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen einem Zeithonorar nach § 6 HOAI und eine Vergütung nach entsprechender Leistung gem. § 10 ff HOAI

Ich gehen davon aus, dass der Architekt eine Rechung nach entsprechender Leistung erbracht hat. Hierbei hat der Architekt seine prüfbare Rechung entsprechend den erbrachten Leistungen aufzustellen. Insoweit sind die Berechungen nach §§ 10 , 11 , 12 , 15 und 16 HOAI aufbauen und seinen Honoraranspruch darlegen.

Zudem ist die Berechungsgrundlage für die Rechung darzulegen. Diese richten sich in der Regel nach der geschätzten Baussumme, was anhand der Schätzung des Bauleiters zwischen € 160.000 und € 180.000 lag. Demnach wäre auch hier Korrekturbedarf vorhanden. Weiterhin sollten die Leistungen des Architekten entsprechend nachweisbar sein.

Angesichts der vorgenannten Ausführungen empfehle ich zunächst den Architekten darauf hinzuweisen, dass die Rechungen nicht akzeptiert wird, und neben dem Nachweis der erbrachten Leistungen die Rechnung auch gem. HOAI aufzubauen ist. Allerdings sollten Sie auch einen möglichen Vergleich in Betracht ziehen. In Abhängigkeit der Reaktion des Architekten sollten Sie entweder das Gespräch über den Bauleiter suchen oder bei einer Reaktion über einen Rechtsanwalt des Architekten einen Kollegen mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen.

Ich hoffe Ihnen einen hilfreichen Einblick verschafft zu haben. Im Rahmen der Nachfragefunktion stehe ich Ihnen zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt & Immobilienökonom


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

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