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Kostenloses Erstgespräch beim Rechtsanwalt

| 16.11.2011 17:25 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers


Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem Telefonat mit einer Rechtsanwaltskanzlei (Familienrecht) hatte ich ein kostenloses Erstgespräch, "in dem mein Anliegen besprochen werden sollte", mündlich vereinbart. Mir war bewußt, daß wenn nichts vereinbart ist, ein Erstgespräch bis zu 190 Euro + MwSt. kosten darf. Genau aus diesem Grund habe ich nach den Kosten gefragt. Um Missverständnisse auszuräumen: Keiner, der eine Leistung bringt, soll kostenlos arbeiten aber heute müssen viele Berufsgruppen erst in Vorleistung treten, bevor ein Auftrag erteilt wird und ich wäre auch bei der RA geblieben, hätte sie halbwegs seriös beraten.
Leider war das nicht der Fall. Zu einer Beratung über mein Anliegen ist es nicht gekommen, da ich von Anfang an, wie in einem Verhör, zu meinen Vermögensverhältnissen ausgefragt wurde. Als die Rechtsanwältin von einem "sehr hohen Streitwert", obwohl ich in einer friedlichen Sache da war, sprach, habe ich erst den Braten gerochen. Ich teilte ihr mit, daß ich an eine Zusammenarbeit nicht interessiert sei und da fragte sie prompt, ob ich mit Karte oder bar bezahlen würde. Ich sagte: "Weder noch". Ich habe mir eine Rechnung geben lassen und die Rechnung habe ich dann mit Begründung (siehe oben) per Einschreiben zurückgewiesen. Eine Antwort darauf ist nie gekommen. Erst 8 Monate später habe ich übers Amtsgericht einen Mahnbescheid von der RA erhalten. Da ich keine Beweise habe, kann ich mich kaum auf einen Rechtsstreit mit der Anwältin einlassen. Das ist mir klar.
Durch verschiedene Bewertungsportale im Netz, weiß ich inzwischen, daß ich kein Einzelfall bin. Es gibt mehrere Betroffene (mit einigen habe ich auch schon Kontakt), so daß ich davon ausgehen muß, daß es eine Masche ist und ein Geschäftsmodell darstellt, das bis jetzt gut funktioniert hat.
Kann man dem Anspruch insgesamt widersprechen und trotzdem zahlen oder wozu raten Sie? Für mich wäre es undenkbar kommentarlos zu bezahlen.
Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworte:

Nach meiner Einschätzung müssen Sie sich letztlich entscheiden, ob Sie entweder den Anspruch – wenn auch schweren Herzens – akzeptieren und den Betrag vollständig begleichen (bevor weitere Kosten durch den Vollstreckungsbescheid entstehen) oder aber den Anspruch nicht (bzw. nicht vollständig, weil die Forderung nicht angemessen ist) zu akzeptieren und Widerspruch einzulegen.

Vollständig zahlen und gleichzeitig widersprechen ist meines Erachtens keine empfehlenswerte Variante. Auch wenn Sie dann ggf. das Gefühl haben, sich doch irgendwie gewehrt zu haben, wird den Inhalt des Widerspruchs im wahrscheinlichsten Fall niemand außer der gegnerischen Anwältin wirklich lesen – es hätte also den gleichen Effekt, wenn Sie der Kollegin Ihren Unmut direkt mitteilen (wie Sie es ja offenbar bereits getan haben). Durch den Widerspruch setzen Sie sich der Gefahr aus, dass – wenn auch vermutlich geringe – zusätzliche Kosten entstehen.

Ob es sich im Ergebnis lohnt, gegen die Forderung anzugehen, ist aufgrund Ihrer Schilderung nicht zu beurteilen. Wenn Sie allerdings schreiben, dass Sie Kontakt zu mehreren Personen haben, denen es ebenso wie Ihnen ergangen ist, könnten es mit diesen als Zeugen doch ggf. gelingen, den Anspruch der Kollegin zu erschüttern. Ich gehe hierbei davon aus, dass Sie keine Vergütungsvereinbarung im Sinne der §§ 3a, 34 RVG unterschrieben haben.

Sie können sich auch mit der zuständigen Rechtsanwaltskammer in Verbindung setzen. Diese ist gem. § 73 Abs. 2 Nr. 3 der Bundesrechtsanwaltsordnung auch für die Vermittlung bei derartigen Streitigkeiten zuständig. Sollten sich die Beschwerden gegen die Kollegin dort häufen, werden von dort ggf. auch weitere Schritte eingeleitet.

Ein Verfahren bei der erst seit diesem Jahr bestehenden Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft (http://www.s-d-r.org) dürfte für Sie leider nicht mehr möglich sein, da nach der Satzung nach Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens dort eine Schlichtung nicht mehr in Betracht kommt.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen konnte und wünsche Ihnen, dass Sie die für Sie richtige Entscheidung treffen.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt

P.S. Die Höhe des Streitwerts einer Angelegenheit hat übrigens nichts damit zu tun, wie "friedlich" oder "umstritten" die Sache ist, sondern richtet sich nach bestimmten Kriterien. Gerade im Familienrecht kommt es hierbei oft tatsächlich auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse an. Dass dieses abgefargt wird, muss daher keineswegs ungewöhnlich sein - es dient in der Regel auch der Aufklärung des Mandanten, welche Kosten bei einer Vertretung auf ihn zukommen. Dies wollte ich nur noch zur Klarstellung ergänzen.

Nachfrage vom Fragesteller 16.11.2011 | 22:18

Sehr geehrter Herr Alpers,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Da ich unter Zeitdruck bin, werde ich die Forderung erstmal begleichen. Hierzu eine Frage:
In dem Mahnbescheid wird eine Hauptforderung + Kosten für das Verfahren und Zinsen (bis 31.10.11), eine Summe von 286,56 Euro angegeben. Darunter steht: hinzu kommen weitere laufende Zinsen: zu I. Hauptforderung, Zinsen von 5,000 Prozentpunkten über dem jeweils gültigen Basiszinssatz aus 226,10 Euro ab dem 01.11.11
Was bedeutet das? Muss ich das selbst ausrechnen? Der Mahnbescheid kam am Freitag, den 4/11, Nachmittags an.

Vielen Dank im voraus!

Ps. Heute Abend hat sich noch ein ehemaliger Mandant von der RA, mit der gleichen Erfahrung, bei mir gemeldet. Ich bleibe dran!

Nachfrage vom Fragesteller 16.11.2011 | 22:21

Sehr geehrter Herr Alpers,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Da ich unter Zeitdruck bin, werde ich die Forderung erstmal begleichen. Hierzu eine Frage:
In dem Mahnbescheid wird eine Hauptforderung + Kosten für das Verfahren und Zinsen (bis 31.10.11), eine Summe von 286,56 Euro angegeben. Darunter steht: hinzu kommen weitere laufende Zinsen: zu I. Hauptforderung, Zinsen von 5,000 Prozentpunkten über dem jeweils gültigen Basiszinssatz aus 226,10 Euro ab dem 01.11.11
Was bedeutet das? Muss ich das selbst ausrechnen? Der Mahnbescheid kam am Freitag, den 4/11, Nachmittags an.

Vielen Dank im voraus!

Ps. Heute Abend hat sich noch ein ehemaliger Mandant von der RA, mit der gleichen Erfahrung, bei mir gemeldet. Ich bleibe dran!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.11.2011 | 22:50

Die weiteren Zinsen müssen Sie selbst ausrechnen. Der Basiszins liegt derzeit bei 0,37 %, so dass die Forderung mit 5,37 % zu verzinsen ist. Der Einfachheit empfehle ich Ihnen, einen Zinsrechner zu benutzen, vgl. z.B. hier: http://basiszinssatz.info/zinsrechner/index.php

Bei 226,10 € betragen die Zinsen vom 01.11. bis heute 0,57 € sowie 0,0333 € für jeden weiteren Tag (zur Sicherheit im Hinblick auf die Banklaufzeit also ein paar Cent mehr überweisen).

Um möglichst zu verhindern, dass die Gegenseite einen Vollstreckungsbescheid beantragt (2 Wochen nach Zustellung möglich), sollten Sie ggf. die Zahlung der Gegenseite anzeigen.

Da Sie "erstmal begleichen" schreiben: Dass Sie nach erfolgter Zahlung wenig Aussichten haben, das Geld zurückzuerhalten, sollte Ihnen bewusst sein.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt


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Bewertung des Fragestellers 17.11.2011 | 13:13

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 17.11.2011 5/5,0
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