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Kostenlose Übertragung von Gesellschaftsanteilen // Schenkungssteuer?

| 28.03.2017 17:51 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Tim Greenawalt


Zusammenfassung: Leistungen eines Mentors können durch Anteile an der Gesellschaft abgegolten werden. Diese sind zum Zeitwert zu bewerten. Eine Rückwirkung ist grundsätzlich ausgeschlossen und kann steuerliche Nachteile nach sich ziehen.

Hallo,

folgender Sachverhalt würde mich aus Sicht von "Mentor" interessieren.

Hintergrund:
- Die Gesellschaft X GmbH wurde vor ca. 1,5 Jahren gegründet. Es wurden noch keine Umsätze generiert.
- Der Mentor hat die Gesellschaft während dieser Zeit immer wieder unterstützt und wird dies auch zukünftig tun; für seine Unterstützung hat er keine finanzielle Entlohnung erhalten, soll dafür jetzt 6% Equity bekommen. Der Mentor wird die Anteile über eine Vermögensverwaltungsgesellschaft halten.
- In 1-2 Monaten könnte der Einstieg eines Investors zu einer Bewertung von 1,5-2,5 Mio. Euro erfolgen.

Frage:
- Gründer A hält >50% der Anteile und würde dem Mentor gerne direkt 6% der eigenen Anteile überschreiben/abtreten. Eine Zustimmung des anderen Gesellschafters liegt vor. Wie sind diese Anteile zu bewerten? Wird hier Schenkungssteuer fällig? Welchen Einfluss hat der mögliche, zeitnahe Einstieg des Investors auf eine ggf. anfallende Schenkungssteuer, wenn der Mentor Kenntnis von den laufenden Gesprächen hat/nicht hat?

- Ist der Sachverhalt anders zu bewerten, wenn nicht eine Abtretung der Anteile erfolgt, sondern eine Erhöhung des Stammkapitals mit einer Ausgabe neue Anteile an den Mentor zum ursprünglichen Nennwert bei Gründung?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten möchte:

1. Schenkungsteuer
Da der Mentor ja hier eine tatsächliche Leistung in Form einer Unterstützung und Beratung des Unternehmens erbracht hat, sehe ich hier grundsätzliche Anwendung des § 7 ErbStG nicht für gegeben. Allerdings sollte die Übertragung der Anteile zusammen mit einer schriftlichen Niederlegung des Vertrags über die Beratungstätigkeit des Mentors erfolgen. Im Gegenteil wäre die Leistung des Mentors u.U. schenkungsteuerpflichtig, wenn er keine Gegenleistung erhält und sich hierdurch die Anteile der bestehenden Shareholder im Wert erhöhen (§ 7 Abs. 8 ErbStG).

2. Bewertung der Anteile
Die Anteile sind stets zum Zeitwert zu bewerten (gemeiner Wert, §§ 11 Abs. 2, 109 BewG). Ein möglicher zukünftiger Einstieg eines Investors und dessen Bewertung spielt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Rolle. Grundsätzlich sollte also eine Bilanz zum Stichtag erstellt werden. Der Wert der Anteile ist dann nach § 11 Abs. 2 BewG entweder (a) ein Vergleichswert mit anderen Anteilsverkäufen an derselben Gesellschaft innerhalb des letzten Jahres; falls ein solcher nicht vorliegt (b) in jedem Fall zumindest der Substanzwert, also der Bruchteil am Eigenkapital (Bewertung Cash Free/Debt Free), grundsätzlich aber (c) der Wert auf Basis der Ertragsaussichten (DCF-Methode); nur in Ausnahmefällen kann (d) ein anderweitig ermittelter Wert herangezogen werden.

3. Ausgabe neuer Anteile
Wenn neue Anteile ausgegeben werden, ändert sich der Wert des Unternehmens nicht. Auch hier sind die neuen Anteile nach dem Zeitwert zu bewerten. Der Unterschied ist hier lediglich technischer Natur, da der Wertabfluss von den bestehenden Investoren durch die Verwässerung und nicht durch die Übertragung von Anteilen erfolgt. Die Anteile dürfen nur dann zum Nennwert und damit unter Wert ausgegeben werden, wenn vertraglich klar geregelt ist, dass dies als Gegenleistung für die Beratungsleistungen geschieht.

Fazit
Insgesamt sehe ich als steuerliches Problem, dass die ursprüngliche Tätigkeit des Mentors nicht schriftlich geregelt wurde und nun vergütet werden soll. Das Finanzamt könnte hier eine versuchte Rückwirkung beanstanden, wenn die entgeltliche Bestellung des Mentors nicht hinreichend belegt ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen,

Nachfrage vom Fragesteller 30.03.2017 | 11:03

Hallo Herr Greenawalt,

besten Dank für die ausführliche Beantwortung der Frage. Kurz zum Verständnis:

(1) Muss ex ante bereits vereinbart werden, dass der Mentor für seine beratende Tätigkeit zum späteren Zeitpunkt Anteile erhalten soll und hätten der zeitliche Rahmen (Anzahl Stunden) und die Anzahl der Anteile die dafür übertragen werden sollen (inkl. Bewertung) bereits festgelegt werden müssen oder hätte es ausgereicht eine allgemeine Vereinbarung zu treffen, in der die Absicht beschrieben wird, dass der Mentor später für seine Tätigkeit Anteile erhalten soll? Hätte dieser Vertrag irgendwo eingereicht/hinterlegt werden müssen (Notar, Finanzamt, etc.) – ich denke nicht, oder?

(2) Es haben in der GmbH noch keine Kapitalerhöhungen stattgefunden, es wurden keine Anteile verkauft und es wurde auch noch kein Umsatz generiert. Aus diesem Grund ist die Akzeptanz im Markt und das wirkliche Potential unklar und eine DCF wäre reines „Glaskugellesen" - aus diesem Grund kann aus meiner Sicht nur das Substanzwertverfahren genutzt werden, oder? Nehmen wir an, dass bereits 300 Tsd. Euro in Cash investiert wurden und der Mentor 6% erhalten soll, dann hätten diese gem. Substanzwertverfahren einen Wert von 18 Tsd. und würden unter dem Freibetrag für Schenkungssteuer (20 Tsd.) liegen. Somit würde keine Schenkungssteuer anfallen – egal ob der o.g. Vertrag vorliegt oder nicht. Ist die Interpretation korrekt?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.03.2017 | 11:30

Sehr geehrter Fragesteller,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen wie folgt beantworten möchte:

1. Umfang der Vereinbarung
Für den Vertrag genügt es grundsätzlich, dass das Verhältnis zwischen Gesellschaft, Gesellschafter und Mentor dargestellt wird, mit der Beschreibung der Tätigkeit und der Verpflichtung, dem Mentor Anteile zuzuteilen. Stundenzahlen etc. sind nicht notwendig, aber hilfreich. Allerdings genügt es nicht, die bloße Absicht niederzulegen. Es muss sich um eine klare Verpflichtung der Gesellschafter handeln, dem Mentor Anteile zuzuteilen.

2. Bewertung
In diesem frühen Stadium sind Sie tatsächlich noch relativ frei, was die Bewertung der Anteile betrifft. Zudem kommt Ihnen dies zu Gute, da häufig der Fehler gemacht wird, dass Gründer zu früh zu viele Anteile abgeben. Je konservativer Sie hier vorgehen, desto besser.

Ich hoffe, diese Klärung konnte Ihnen bereits weiter helfen. Für eine umfassende Beratung stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

RA Dr. Greenawalt

Bewertung des Fragestellers 30.03.2017 | 11:39

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