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Kostenaufteilung bei verschiedenen Erbengemeinschaften zwei aneinander grenzender Obj


18.04.2005 20:02 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Kostenaufteilung bei verschiedenen Erbengemeinschaften zwei aneinander grenzender Objekte

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgendes Problem und kann es leider keinem Rechtsgebiet eindeutig zuordnen.

Es geht um die Verwaltung von zwei vermieteten Gewerbeobjekten, die zwei unterschiedlichen Erbengemeinschaften gehören. Baulich aber nebeneinander liegen, praktisch ein Objekt bilden und daher vom Verwalter oft als eine Sache behandelt werden. (Er führte dort früher einmal ein Familienunternehmen.)

Die Erben seien hier mit A, B, C, D bezeichnet. A, B, C, D besitzen Objekt 1 gemeinsam. C und D besitzen zudem Objekt 2 gemeinsam.
Der Verwalter ist von B, C, D ernannt und bevollmächtigt worden, verfügt aber über keinen Vertrag. Jährliche Versammlungen und Wirtschaftsprüfungen finden auch nicht statt.

Meine Frage ist, wie sind die Kosten für Instandhaltung, Sanierung, Klagen, Rechtsanwaltskosten, etc. aufzuteilen. Welches Recht oder § regelt das?

Der Verwalter verhält sich so, als ob beide Objekte sein Eigentum sind. (Er ist der Vater von C und D. Diese sind froh, dass sie sich um nichts kümmern müssen und Papa alles in ihrem Sinne regelt.)

Leider werden jedoch Handwerkerverträge nicht getrennt auf die beiden Objekte bezogen vereinbart. Kosten werden von ihm immer 50% zu 50% aufgeteilt, obwohl dieses Vorgehen A + B ungerechtfertigterweise belastet.

Z.B. Hat der Verwalter ohne die Eigentümer überhaupt zu fragen ein Klageverfahren gegen einen Handwerksbetrieb wegen fehlerhafter Fassadenarbeiten in Gang gesetzt. Die Kosten hierfür will er aber selbst nicht tragen. Die Kosten für die Klage, Rechtsanwälte, Gutachter teilt er 50% zu 50 % auf die zwei Eigentümergemeinschaften auf, obwohl die behandelte Außenfläche einem Verhältnis von 1:5 entspricht. Ebenso verhält es sich mit anderen Kosten.

A und B müssen somit die Kosten für C und D unverhältnismäßig mittragen.

Wie kann man dies eindeutig regeln, wenn B, C und D dem Verwalter
machen lassen, was er will.

Da er praktisch 3 Stimmen auf sich vereint, argumentiert er damit, dass er die Mehrheit repräsentiert und machen kann, was er will. Darf er Kosten nach Gutdünken umlegen, wie es ihm gefällt?

Vielen Dank für einen Hinweis im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen



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Sehr geehrte(-r) Fragesteller(-in),

vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Da nach Ihrer Schilderung die Themenbereiche Testamentsvollstreckung oder Nachlassverwaltung nicht tangiert sind, handelt es sich bei dem "Grundstücksverwalter" schlicht um einen konkludent (also ohne ausdrückliche Vereinbarung) von der Erbengemeinschaft beauftragten Dritten. Dieser hat demnach Rechte und Pflichten aus einem Dienst bzw. Geschäftsbesorgungvertrag. Er muss sich im Rahmen der -wohl leider ebenfalls nur konkludenten- Vollmacht richten, Abrechnungen erteilen, vertragliche Nebenpflichten einhalten etc. pp.

Falsch ist auf jeden Fall das Argument der "Stimmenmehrheit", unzulässig auch die "in eigener Regie" erhobene Klage.

Im Prinzip haben Sie als sog. Gesamthänder anfallende Kosten gesamtschulderisch zu tragen, ohne daß ich hier ins Detail gehen kann.

Sie sollten die Verwaltung jedenfalls dringend schriftlich klären!


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung, genauso für eine weitergehende Interessenwahrnehmung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

Tel.: +49 (0)39 483 97825
Fax: +49 (0)39 483 97828
E-Mail: ra.schimpf@gmx.de

Nachfrage vom Fragesteller 18.04.2005 | 22:29

Sehr geehrter Herr Schimpf,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Leider ist jedoch mein Hauptanliegen nicht beantwortet worden. (1 Verwalter, 2 unterschiedliche Gemeinschaften, wobei zwei Personen, seine Kinder, Eigentümer beider Objekte sind.)

Wie kann ich den Verwalter dazu veranlassen (zwingen) entstandene Kosten (Klage, Handwerker, ...) korrekt auf die zwei unterschiedlich großen Erbengemeinschaften und Objekte zu verteilen, für die er als konkludender Verwalter fungiert und Rechtsgeschäft abschließt, für die die Gesellschafter finanziell gerade zu stehen haben.

Er weigert sich einen Verwaltervertrag abzuschließen. Das würde ihn in seiner Handlungsfreiheit beschneiden.

Ich freue mich zu lesen, dass das Argument der Stimmenmehrheit falsch ist, aber wo genau kann ich das nachlesen. Welche §§ greifen hier???

Es ergeben sich Unklarheiten bei der Haftung der Vertretung der Gesellschafter durch den Verwalter bei Ausführung von Rechtsgeschäften.

Ich warte gerne auch länger auf die Beantwortung dieser Fragen.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen







Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.04.2005 | 22:50

Guten Abend,

zu Ihrem Hauptanliegen kann ich nur wiederholen, daß der Grundstücksverwalter, auch wenn er den erbrechtlichen Konstellationen persönlich nahesteht, eine "ganz normal" auf Grundlage einer Vollmacht und Dienst-/Geschäftsbesorgungsvertrag tätige Privatperson ist. Die Einzelheiten der beiden Objekte und der differierenden Erbsituation haben damit nichts zu tun.


Für das Argument der "Stimmenmehrheit" gibt es eine eindeutige gesetzliche Grundlage, § 709 BGB.


Ein in Ihrem Sinne korrektes Tätigwerden können Sie deswegen nur auf einer klaren vertraglichen Grundlage erzwingen! Ansonsten werden Sie ewig mit den differierenden Aussagen der einzelnen Mitglieder der Gesamthand konfrontiert werden und in der Sache kaum weiterkommen.

Was schlussendlich die Haftung betrifft: Sie haften nun einmal gemeinsam, solange Sie die Verhältnisse nicht vertraglich klären.

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