Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kosten wg. Anwaltswechsel nach Unfall ohne Schuld


| 15.03.2006 14:23 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Hallo,

vor 5 Jahren hatte ich einen schweren Verkehrsunfall/Wegeunfall, Unfallgegner, damals verstorben, ist zu 100% Schuld. Habe 100% GdB,aG
Seitdem kämpfe ich mit gegn. Haftpflicht, Berufsgenossenschaft, Versorgungsamt, Unfallversicherung usw.
Ich bin rechtschutzversichert
Das ganze Programm ist ziemlich umfangreich und ich fühle mich auch sehr engagiert – logisch in eigener Sache.
Das hatte aber zur Folge, dass ich inzwischen beim vierten Anwalt gelandet bin, nachdem Anwalt Nummer 3 mehrere zehntausend Euro für sich behalten hat.

Meine Frage:
bisher habe ich in meiner Sache etwa 15.000 Euro Gebühren gezahlt – ich weiß eigentlich nicht warum.
Jeder Anwalt hat nach einiger Zeit an mich Rechnungen ausgestellt. Ich sollte diese Kosten später von der gegn. Versicherung ersetzt bekommen.
Diese weigert sich z.B. in Fällen gegen die priv. Unfallversicherung oder das Versorgungsamt,dort wurde in der Verhandlung meine GdB sogar heraufgesetzt,weil das kein ursächlicher Zusammenhang wäre? – Nur direkte Schaden aus dem Unfall werden wohl irgendwie verrechnet.

Gerade beim Anwaltswechsel geht es wohl um Abgrenzung der bereits erfolgten Tätigkeiten und mir ist klar, dass aus dieser Situation zusätzliche Kosten für mich entstehen.
Wonach richtet sich das aber, wie kann ich das nachvollziehen und warum muss ich überhaupt etwas zahlen, wenn ich doch unschuldig war?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,



wie Sie schon zutreffend erkannt haben, ist der Anwaltswechsel mit zusätzlichen Kosten verbunden, wobei der gegnerische Haftpflichtversicherer "nur" die Anwaltskosten zu erstatten hat, die aus dem Unfall ursächlich entstanden sind. Dieses ergibt sich letztendlich aus der Vorschrift des § 249 BGB.



1.)
Die Kosten, die durch die Geltendmachung eines nicht auf Schadensersatz gerichteten Anspruches entstehen, können nur eingeschränkt gegenüber dem Haftpflichtversicherer des Unfallgegners geltend gemacht werden, wobei aber die Kosten, die z.B. beim Verhandeln mit der eigenen Kaskoversicherung entstehen, als erstattungsfähig angesehen werden (OLG Hamm AnwBl 83, 141).

a)
Demgemäss müssten die Kosten gegenüber der Berufsgenossenschaft und der Unfallversicherung abgedeckt sein. Diese sollten gegenüber dem gegnerischen Haftpflichtversicherer dann aber natürlich auch geltend gemacht werden.

b)
Bei den Kosten gegenüber dem Versorgungsamt habe ich Bedenken, ob diese noch von der gegnerischen versicherung zu übernehmen sind. Nun schreiben Sie aber auch, dass es eine Verhandlung gegeben hat, die offenbar erfolgreich geendet hat. Dann aber sind die dort entstandenen Kosten des Rechtsanwaltes über das Gericht festzusetzen und vom Amt zu erstatten.

Auch dort sollte dann aber ein entsprechender Antrag gestellt werden, da ohne ein Antrag das Gericht insoweit nichttätig wird.



2.)
Ob weitergehende Kosten durch den Anwaltswechsel zu erstatten sind, richtet sich in der Tat danach, ob die Anwälte jeweils verschiedene Tätigkeiten geleistet haben.

Die Abgrenzung ergibt sich zunächst aus dem Anwaltsvertrag. Sollte dort nicht geregelt sein, greift die gesetzliche Vorschrift der nun gültigten (ggfs. kann bei Ihnen noch die BRAGO gelten) §§ 16, 17 RVG ein, in denen genau die Abgrenzungskriterien der "verschiedenen Angelegenheiten" geregelt sind. Diese Vorschriften sind über unsere homepage nachlesbar, da dass ich auch Ihnen das stumpfe Abschreiben des Gesetzestextes erspare.

Nun müssen Sie wirklich jede Rechnung der Kollegen mit den Tätigkeiten vergleichen, wobei Ihnen auch ggfs. die örtliche Rechtsanwaltskammer helfen kann, falls Unstimmigkeiten nicht beseitigt werden können.

Sind es teilweise gleiche Tätigkeiten, braucht der gegnerische Haftpflichtversicherer die Gebühren, die durch den Wechsel doppelt angefallen sind, nicht erstatten; dann wird auch Ihre Rechtschutz nicht einspringen und Sie müssen in der Tat selbst zahlen, da diese "doppelten Gebühren" dann nicht mehr als "unfallabhängig" anzusehen sind.



3.)
Sollte es sich um verschiedene Angelegenheiten handelt, wird zu prüfen sein, ob ein Direktanspruch besteht. Sofern Sie ausführen, dass ein Kollege Gelder einbehalten hat, ist dieses dann nicht so nachvollziehbar, wenn die Tätigkeit dieses Kollegen von Ihrer Rechtschutzversicherung gedeckt UND keine gesonderte Vergütungsvereinbarung vereinbart worden wäre.



FAZIT:
Bei dem Wechsel werden Sie, auch wenn Sie "unschuldig" sind, aller Wahrscheinlichkeit nach dann Zahlungen leisten müssen, wenn es sich um dieselbe Angelegenheit nach § 16 RVG gehandelt hat und mehrere RAe in dieser selben Angelegenheit tätig geworden sind.

Sind die Rechnungen für Sie nicht nachvollziehbar und wird es Ihnen auch nicht befriedigend erläutert, können Sie sich an die örtliche Rechtsanwaltskammer wenden.

Das Sie dabei sehr angagiert sind, ist nur allzu verständlich; bedauerlich ist, dass Sie bisher offenbar noch nicht "Ihren" Rechtsanwalt gefunden haben.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 15.03.2006 | 16:16

Sehr geehrter Herr Bohle,

besten Dank für Ihre Antwort.
Natürlich will/wollte ich mit keinen Anwalt Ärger haben. Mich belastet aber, dass die Rechnungen dann zum Zeitpunkt X erstellt werden und darin ein Gegenstandswert errechnet wird, der häufig nicht nachvollziehbar ist und die beschriebenen Leistungen zwar einmalig z.B. der gegn. Versicherung in Rechnung gestellt wurden (aus meiner heutigen Sicht künstlich hoch gerechnet). Sobald der Gegner einmal dagegen argumentiert hat, wird das ursprüngliche Ziel aufgegeben und ich bleibe wider um auf der Rechnung sitzen.
Beispiel: Anwalt berechnet der Versicherung alle Anwaltsrechnungen, Versicherung sagt „no“, ich bezahle aber für die Summe >Gegenstandswert< Anwaltsgebühren.

Wie soll ich denn mit dem aktuellen Anwalt eine saubere Absprache wenigstens für die Zukunft treffen.

Herzlichen Dank im voraus, wenn sie mir nochmals antworten!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.03.2006 | 16:48

Sehr geehrter Ratsuchender,


es geht nicht daraum, Ärger produzieren zu wollen. Die Abrechnung muss jedoch für den Mandanten nachvollziehbar sein. Gibt es dabei Probleme, sollten Sie mit den Anwälten ruhig darüber sprechen - das allein läßt sicher keinen Ärger entstehen, zumal Sie ja offenbar die Rechnungen schon gezahlt haben.

Der RA ist auch bei der Geltendmachung der Höhe an den Auftrag gebunden, wobei ich aber nun folgendes zu bedenken gebe:

Wenn der RA einen hohen Wert angesetzt hat, waren Sie sicherlich damit einverstanden und wären sicherlich auch nicht traurig gewesen, wenn diese Summe dann gezahlt worden wäre. Dieses hat offenbar nun nicht geklappt, gleichwohl muss aber ja diese höhere Summe MIT Ihrem Einverständnis gefordert worden sein.

Das "Nichtklappen" kann aber dem RA nicht angelastet werden, da dieses dann einem unzulässigen Erfolgshonorar gleich kommen würde.

Nun besteht die Möglichkeit, die höhere Summe notfalls gerichtlich geltend zu machen, was mit dem RA besprochen werden sollte.

Gibt es keine Erfolgsaussicht (was ich so nicht beurteilen kann und will), wird sich der Kollege sicherlich die Frage gefallen lassen müssen, warum er dann überhaupt den hohen Wert (der ja Grundlage der Berechnung wird, was auch nicht zu beanstanden ist) angesetzt hat.

Ist der Wert hingegen nachvollziehbar und vernünftig, sollte ernsthaft über die Klageerhebung nachgedacht werden - keinesfalls sollte man unkritisch die berufsbedinge Ablehung der Versicherung akzeptieren.

Eine "Saubere" Absprache für die Zukunft wäre eine Vergütungsvereinbarung, in der schriftlich manifestiert wird, was der RA verlangt und dann von Ihnen gezahlt werden müsste (wenn nicht der Gegener dazu verpflichtet ist).

Der RA weiß nun, was er an Gebühren bekommt; Sie kennen das genaue Kostenrisiko und Probleme gibt es dann überhaupt nicht mehr.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"finde die Möglichkeit, hier online schnell eine fachlich fundierte Antwort zu erhalten sehr gut. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER