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Kosten für anwaltliche Vertretung

27.02.2007 17:45 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Ich habe von einem damaligen Freund diverse Geldbeträge geliehen bekommen während der Beziehung. Was nachweisbar ist beläuft sich auf 1285 EUR. Über Beträge von ca. 200 EUR hat er lediglich eine Notiz gemacht, aber nachweisbar sind diese nicht und ich selbst kann nach all der Zeit nicht mehr nachvollziehen ob das korrekt ist. Daher kenne ich diese 200 EUR auch nicht an.
Diese Beziehung ist dann 2005 in die Brüche gegangen, womit er nicht klar gekommen ist und hat die komplette Summe auch mit extremen Nachdruck von mir zurück gefordert.
Da ihm die monatlichen Raten nicht hoch genug waren und eine persönliche Einigung nicht mehr möglich war, hat er aus verletzten Stolz heraus nun einen Rechtsanwalt beauftragt, um die Schulden einzutreiben.
Dieser fordert von mir ein notarielles Schuldanerkenntnis mit 5% Zinsen sowie die komplette Kostenübernahme für die Rechtsanwaltsgebühren. Diese belaufen sich lt. Rechnung auf knappe 400 EUR.
Meine Frage, muß ich diese Anwaltsgebühren übernehmnen? Bin ich dazu verpflichtet? Was wäre, wenn ich es auf einen Mahnbescheid ankommen lassen würde? Wäre das teurer für mich?

Ich bin ja bereit ein Schuldanerkenntnis zu geben wg.der Verjährung,auch eine monatliche Rate würde ich regelmässig zahlen und sogar meine Steuerrückerstattung aus 2007, die in 2008 fällig wird, würde ich über die entsprechende Summe abtreten, so daß er in 03/2008 sein Geld komplett zurück hätte, aber ein notarielles Schuldanerkenntnis gebe ich nicht. Das ist mir dann doch to much.
Wer muß jetzt für die entstandenen Rechtsanwaltsgebühren aufkommen?
Was raten Sie mir, was ich in dieser Situation tun soll?
Es geht hier ja nicht um unendlich viel Geld und die Kosten für einen Anwalt stehen in keinem Verhältnis zu dem Schuldbetrag, wie ich finde.
Was also kann ich tun?

27.02.2007 | 19:33

Antwort

von


(1419)
Hochwaldstraße 16
61231 Bad Nauheim
Tel: 0176/61732353
E-Mail:
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Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Die Kosten für einen Rechtsanwalt im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung belaufen sich bei einem Gegenstandswert von EUR 1.285,-/EUR 1.485,- auf EUR 373,66.

Hinsichtlich der Übernahme dieser Kosten, wie auch die Rückzahlung des Darlehens in voller Summe hängt dies davon ab,

- ob zunächst eine Darlehensvertrag vereinbart war, was offensichtlich gegeben ist
- und wann das Darlehen zur Rückzahlung fällig war (Fester Rückzahlungstermin oder Kündigung mit einer Rückzahlungsfrist oder kein Rückzahlungstermin)

Soweit das Darlehen zur Rückzahlung fällig war und Sie nicht gezahlt haben, befinden Sie sich mit der Rückzahlung in Verzug. Während des Verzuges haben Sie den Verzugsschaden, der auch in der Kostennote eines gegnerischen Anwaltes liegen kann, zu zahlen.

Hieraus ergibt sich dann auch das weitere Vorgehen. Soweit das Darlehen nicht zur Rückzahlung fällig ist, was zu prüfen wäre, läge kein Verzug vor und die Rechtsanwaltskosten würden bei der Gegenseite verbleiben. Dann hätte auch ein gerichtliches Verfahren keine Aussicht auf Erfolgt, außer die Kündigung und Fälligstellung des Darlehens wird nachgeholt.

Soweit der Darlehensbetrag fällig war und Sie sich in Verzug befinden, würde ein gerichtliches Verfahren die Kosten weiter hoch treiben (Gerichtskosten). Im Hinblick auf die von Ihnen vorgeschlagenen Zahlungsmodalitäten muß der Gläubiger diese nicht akzeptieren, d.h. er hat einen Anspruch auf Rückzahlung in einer Summe, zumal eine Abtretung künftiger Erstattungsansprüche gegen das Finanzamt zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirksam für 2007 vorgenommen werden kann.

Insoweit sollten Sie Rat bei einem Kollegen suchen und prüfen lassen, ob das Darlehen zur Rückzahlung fällig ist oder nicht. Von diesem Ergebnis sollten Sie dann Ihre Entscheidung abhängig machen, Zahlung (und notarielles Schuldanerkenntnis) oder Verweigerung der Zahlung.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben. Für eine präzise Empfehlung ist aber die Prüfung der Unterlagen und der getroffenen Vereinbarung durch einen Kollegen unumgänglich.

Mit besten Grüßen

RA Schröter


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

Rückfrage vom Fragesteller 27.02.2007 | 20:02

Vielen Dank für Ihre Beantwortung.
Es bestand eigentlich nie ein Vertrag. Ich habe nie etwas unterschrieben. Lediglich e-mail-Kontakt über die Aufforderung und Aufstellung der Gesamtkosten, die er von mir zurück fordert im August 2005. Die Anwältin forderte einen Teilzahlungsvergleich wo ich pro Quartal 500 EUR zahlen sollte. Gleichzeitig sollte ich auf Einwendungen jeglicher Art hinsichtlich des Grundes und der Höhe der Schuld verzichten sowie auf die Erhebung einer Vollstreckungsgegen- Nichtigkeits- oder Restitutionsklage.
Nach einem Telefonat mit der Anwältin hat sie mir den Vorschlag unterbreitet ein notarielles Schuldanerkenntnis beizubringen, indem eine Ratenzahlung anerkannt wird und ich für die vollen Kosten für den Rechtsanwalt aufkomme. Wenn ich pünktlich zahle verzichtet man auf Vollstreckung.

Ist das also die günstigste und beste Alternative für mich?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.02.2007 | 23:30

Vielen Dank für die Nachfrage:

Soweit der Anspruch zweifelsfrei besteht, ist diese sicherlich eine sinnvolle und "günstige" Alternative. Allerdings bitte ich um Verständnis, wenn ich aus der Ferne nicht beurteilen kann, ob die Voraussetzungen eines fälligen Rückzahlungsanspruches gegeben sind. Dies ist nur bei einer Prüfung aller Umstände des Einzelfalles möglich. Insoweit besteht auch die Möglichkeit, daß der Rückzahlungsanspruch nicht fällig ist. Dann wäre eine not. Schuldanerkenntnis sicher nicht die günstigste Lösung. Insweit sollten Sie einen Kollgen prüfen lassen, ob der Darlehensvertrag zur Rückzahlung fällig ist.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

ANTWORT VON

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