Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kosten für Umbaumaßnahmen nach Kanalarbeiten?

| 12.07.2021 10:56 |
Preis: 48,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


13:20

Zusammenfassung:

Es ist untersagt, den Verlauf von wild abfließenden Wassern so zu verändern, dass sie vermehrt auf ein niedriger gelegenes Grundstück gelangen. Ebenso darf auf befestigten Oberflächen aufschlagendes Regenwasser nicht über die Grundstücke von Nachbarn entsorgt werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

es handelt sich um folgenden Sachverhalt.

Ende 2020, Anfang 2021 wurden durch den örtlichen Wasser-Versorgungsanbieter Kanalarbeiten in der Straße durchgeführt. Ich war zum genannten Zeitpunkt beruflich unterwegs und habe die Arbeiten selbst nicht mitbekommen. Zudem wurde ich weder schriftlich noch mündlich auf die Arbeiten hingewiesen.

Seit diesem Zeitpunkt läuft bei Regen der Keller meiner Nachbarin mit wasser voll. Sie kontaktierte den örtlichen Versorgungsanbieter und dieser prüfte den Sachverhalt.

Die Regenwasserleitung wurde genebelt und es wurde festgestellt, dass aus meinem Abfluss auf dem Hof kein Nebel aufsteigt. Der Vorarbeiter sagte, dass der Schacht jetzt nicht angeschlossen sei. Ob der Schacht zusätzlich defekt wäre und das Wasser deswegen zu der Nachbarin drückt, konnte er nicht sagen.
Er empfahl mir eine neue Leitung an den Schacht auf der Vorderseite des Hauses zu legen oder einen Sickerschacht auf dem Hof zu installieren.

Damit bei Regenfällen nun der Keller meiner Nachbarin nicht voll läuft, habe ich provisorisch einen Graben auf dem Hof angelegt wo nun Teile des Regenwassers hineinfließen.

Darauf folgte das nächste Problem. Wahrscheinlich weil mein Grundstück erheblich höher gelegen ist. Sie bemängelt seit her, dass Ihre PKW Ein-/Ausfahrt vermehrt Schäden aufweist.

Um also Schadensersatzforderungen vorzubeugen ist es notwendig, bauliche Maßnahmen durchzuführen.

Baulich bedingt (Reihenhaus) ist es für die Verlegung der neuen Regenwasserleitung unumgänglich, dass ich meinen Kompletten Flur aufreißen und neu machen müsste.

Daher stellt sich für mich die Frage, ob ich dem Wasser-Versorgungsanbieter gegenüber Schadensersatzforderungen geltend machen kann oder ich auf Grundlage eines Gesetzes selbst für die anfallenden kosten aufkommen muss? Das Haus selbst habe ich 2013 erworben und bis zu oben genannten Umbauarbeiten durch den Versorgungsanbieter schadensfrei bewohnt.

12.07.2021 | 12:02

Antwort

von


(580)
Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Nach § 37 des Wasserhaushaltsgesetzes ist es Ihnen grundsätzlich verboten, den Verlauf von wild ab fließendem Wasser so zu verstärken, dass er vermehrt auf einem niedrig liegender Grundstück fließt. Eine Nachbarrechtsgesetz mit darüber hinausgehenden Regelungen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nicht. Allerdings muss man davon ausgehen, dass Ihre Nachbarin zusätzlich noch ein Anspruch aus § 1004 BGB hat, wenn von Ihrem Grundstück aus Niederschlagswasser, das beispielsweise auf dem Dach Ihres Hauses oder auf der vermutlich befestigten Hoffläche aufgetroffen ist und dem Regenwasserabfluss gesammelt wurde, auf ihr Grundstück abgeleitet wird, sei es nun über den von Ihnen gezogenen Graben als auch durch das Volllaufen des Kellers.

Ob Sie bei der Stadt Regress nehmen können, kann ich ohne weitere Kenntnis des Sachverhaltes nicht beurteilen. Sie schreiben, dass Ihr Regenwasserablauf auf dem Hof endet, der sich vermutlich hinter dem Gebäude befindet. Die Kanalarbeiten haben aber offenbar auf der Vorderseite an der Straße stattgefunden. War denn früher der Regenwasserablauf auf dem Hof an einen Schacht an der Straße angeschlossen und im Zuge der Arbeiten wurde der Anschluss nicht hergestellt? In diesem Fall könnte man durchaus über ein Regress nachdenken. Etwas anders wäre der Fall, wenn der Schacht wie von Ihnen bereits angesprochen defekt wäre. Vielleicht sollten Sie diesbezüglich einmal einen Handwerker beauftragen, der den Schacht mit einer Kamera befährt. Im Fall eines Defektes wären sie als Eigentümer für die Reparatur zuständig, ebenso für den Fall, dass beispielsweise das Dach undicht wird.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 12.07.2021 | 13:10

Danke für die schnelle und sachkundige Antwort.

Wenn ich Sie richtig verstehe, ist es nach §37 des Wasserhaushaltsgesetzes dann logischerweise auch nicht möglich, den vom Vorarbeiter angesprochen Sickerschacht installieren zu lassen.

Somit bleiben für mich nur die Umbaumaßnahmen übrig um ein Sachgemäßes entsorgen des Wassers zu ermöglichen.

Mir liegen leider keine Leitungspläne vor. Sodass ich nicht konkret sagen, wo welcher Anschluss hin geht.
Aber gerne erläutere ich den Sachverhalt etwas genauer wenn dadurch eine genauere Beurteilung möglich ist.

Die Dachrinne zur Straßenseite ist an ein Fallrohr angeschlossen, dass direkt vor meinem Haus ins Erdreich geht. (Hier stieg bei der Prüfung Nebel auf)

Die Dachrinne von der Rückseite sowie Anbau gehen in einen Schacht auf der Rückseite des Hauses. (Hier stieg kein Nebel auf)

Daher schlussfolgere ich, dass es sich um eine separate Ableitung handeln muss.

Wie erwähnt ergaben sich in den letzten Jahren aber keine Mängel oder Schäden was auf eine ordnungsgemäße Funktion der Anlage bis dato hinweist. Die Schäden traten erst nach den Umbaumaßnahmen an der Straße ein.

Zur Problemanalyse habe ich dann nach Rücksprache mit der Nachbarin, die Fallrohre von der Rückseite des Hauses vom besagten Schacht getrennt. Nach den nächsten Regenschauern stellten wir fest, dass Ihr Keller nun trocken blieb und es also einen Zusammenhang zwischen dieser Leitung und den neu auftretenden Schäden gibt.

Für mich ergibt sich also die Situation, dass der Versorgungsanbieter unbekannte Arbeiten an den Kanalanlagen durchgeführt hat. Dadurch jetzt mein Hofseitiger Regenwasserabfluss nicht mehr funktioniert und Umbaumaßnahmen an meinem Anschluss zwingend erforderlich sind.

Mir ist klar, dass keine verbindliche Aussage getroffen werden kann, da definitv noch mehr Details durch entsprechende Gutachten erhoben werden müssen und meine persönliche Auffassung nichts mit der zugrunde liegenden Rechtsauffassung zu tun hat.

Vielleicht konnte die etwas genauere Schilderung dennoch den Schachverhalt ein wenig klarer machen und zu einer konkreteren Empfehlung führen.

Ich bedanke mich für die aufgebrachte Zeit und Mühen.

Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.07.2021 | 13:20

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Der von dem Vorarbeiter angesprochene Sickerschacht dürfte ja dazu führen, dass das auf Ihrem Grundstück herabgeregnete Wasser in das Erdreich und letztlich in das Grundwasser abgeleitet wird. Vermutlich ist nicht angedacht, dass es auf das Grundstück der Nachbarin fließt, sodass hier jedenfalls so wie ich den Vorarbeiter verstehe § 37 des Wasserhaushaltsgesetzes kein Problem darstellen dürfte.

Im Hinblick auf Schadensersatzforderungen gegen die Stadt sind Sie nach allgemeinen Grundsätzen in der Vortrags-und Beweislast. Der bloße Umstand, dass die Probleme nach Durchführung der Bauarbeiten aufgetreten sind, dürfte einem Gericht wohl nicht als Beweis dafür reichen, dass ein Bauarbeiter Schäden an einer unbekannten Stelle der Regenwasserleitung, die die Rückseite des Hauses entwässert, verursacht hat. Sie sollten hier den Verlauf der Leitung klären und dann ermitteln, wo die Leitung ursprünglich hineinging.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Scheibeler

Bewertung des Fragestellers 12.07.2021 | 13:35

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:

Vielen Dank.

Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 12.07.2021
5/5,0

ANTWORT VON

(580)

Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Arbeitsrecht, Insolvenzrecht, Miet und Pachtrecht, Kaufrecht, Vertragsrecht