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Kosten für Sachverständigen übernehmen??


23.01.2007 21:18 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Meine Freundin setzt sich auf mein Notebook. Wir entdecken 2 Risse im Gehäuse die vorher nicht da waren. Meine Freundin meldet den Schaden ihrer Haftpflicht. Die fordern das Notebook an und geben es an einen Sachverständigen. Dieser kommt zu seinem Schluß "daß die Schäden bereits gewesen sein müssen wegen Materialermüdung".
Also => Schaden von Versicherung abgelehnt.
Nun schreiben die mir, daß ich natürlich gerne meine Notebook zurück haben könnte, aber nur wenn ich die Kosten für den Sachverständigen in Höhe von 221 EUR bezahle!!
Wegen dem Schaden einige ich mich mit meiner Freundin schon anderweitig... aber:

Ist das gängige Praxis? Muß ich das wirklich zahlen wenn ich mein Eigentum zurück haben will? Ich selber habe doch diesen Gutachter gar nicht beauftragt!!
23.01.2007 | 22:39

Antwort

von


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81827 München
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Web: www.Gabriele-Koch.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Ganz offensichtlich hatte die Versicherung Zweifel daran, ob die bei dem Notebook vorhandenen Schäden mit der Sachverhaltsschilderung (Freundin setzte sich drauf) in Einklang zu bringen sind und hegte ggf. auch den Verdacht, dass es sich hier um einen versuchten Versicherungsbetrug handeln könnte.

Nachdem die Versicherung für eine Beurteilung in der Regel nicht über die erforderliche Sachkenntnis verfügt, beauftragte sie berechtigterweise einen Gutachter mit der Überprüfung. Das Gutachten hat offensichtlich den Verdacht der Versicherung bestätigt, dass hier irgend etwas "nicht stimmt" dass also entweder der Vorfall nicht so stattgefunden hat, wie von Ihnen geschildert oder dass der Vorfall zwar so stattfand, dass dieser aber dazu benutzt werden sollte, Schäden geltend zu machen, die schon vorher vorhanden waren.

In diesem Fall sind die Kosten vom Verursacher zu tragen (OLG Koblenz, Beschluss vom 09.12.2003 14 W 823/03).

Um auch tatsächlich zu ihrem Geld zu kommen, macht die Versicherung wohl ein Zurückbehaltungsrecht an dem Notebook bis zur Zahlung der Gutachterkosten geltend. Diese Praxis ist keineswegs unüblich.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und möchte ausdrücklich betonen, dass diese Ausführungen lediglich dem Verständnis dienen sollen, ich Ihnen aber damit selbstverständlich keinen versuchten Versicherungsbetrug unterstellen möchte.

Mit freundlichen Grüßen
RAin Gabriele Koch


Nachfrage vom Fragesteller 26.01.2007 | 15:01

Sehr geehrte Frau Koch,

vielen Dank für Ihre Antwort. Was genau heißt "Diese Praxis ist keineswegs unüblich" => ist das nun rechtens oder nicht? Hätte man mich nicht über evtl. anfallende Kosten im Vorfeld aufklären müssen? Ich hätte natürlich gleichermassen den Schaden geltend gemacht, wenn die Kosten im Verhältnis zum Schaden stehen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.01.2007 | 19:30

Sehr geehrter Fragesteller,

die Rechtsprechung zur Erstattungsfähigkeit außergerichtlicher Gutachten ist sehr unterschiedlich. Im Normalfall sind die dafür anfallenden Kosten nicht von der Gegenseite zu erstatten, hiervon gibt es aber Ausnahmen, nämlich u.a. dann, wenn

- durch das Gutachten schwierige technische Fragen geklärt werden
- eine Partei mit einem nachfolgenden Prozess rechnen kann und das Gutachten im Falle eines solchen Prozesses braucht um alles vortragen zu können

Es ist wohl davon auszugehen, das hier so eine Ausnahme vorliegt, dass Sie also das Gutachten bezahlen müssen. Da es sich hier aber immer um Einzelfallentscheidungen handelt, könnte letzte Sicherheit nur durch einen Prozess erreicht werden. Diesen wird die Versicherung kaum anstrengen, denn die sitzen ja dadurch, dass sie das Notebook haben, am längeren Hebel. Also müsste Sie wohl auf Herausgabe des Notebooks klagen, dabei würde die Frage der Gutachterkosten dann mit geklärt werden. Die Kosten für so einen Prozess liegen je nach Wert des Notebooks bei rund 500 €, das Risiko ist also nicht unerheblich.

Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, sich mit Hinweis auf die durchaus streitige Rechtslage darauf zu einigen, dass Se ohne Anerkennung einer Rechtspflicht die Hälfte der Gutachterkosten übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 26.01.2007 | 19:46

PS: die Versicherung war nicht verpflichtet, Sie auf das Risiko etwaiger Gutachterkosten hinzuweisen, denn diese fallen ja nur dann an, wenn das Gutachten ergibt, dass die Schadenschilderung nicht mit den vorliegenden Schäden zusammen passt, das heißt, wenn der Geschädigte falsche Angaben gemacht hat. Dafür, dass falsche Angaben zu nachteiligen Folgen führen, gibt es aber keine Hinweispflicht.
ANTWORT VON

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