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Kosten für Hausbau zwecks Vermietung

28.07.2014 00:43 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Achim Schroers


Zusammenfassung: Vorweggenommene Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

Guten Tag.

Ich habe folgenden Sachverhalt:

Meine Eltern wollten mir ein Grundstück übertragen. Darauf wollte ich ein Mehrparteienhaus zur Vermietung bauen.

Ein Bauunternehmer und Architekt wurden für Baupläne beauftragt. In den Plänen ist ersichtlich, dass es sich um Mehrparteienhaus handelt.

Kosten ca. 5.500€. Bei der Vorabprüfung war eine Finanzierung möglich. Leider stellte sich heraus, dass keine Finanzierung möglich war. Der Bau wurde komplett abgesagt und wird nicht durchgeführt. Auch die Übertragung gindet nicht statt.

Kann ich diese Kosten steuerlich geltend machen?

Es handelt sich um das Steuerjahr 2012. Ich besitze sonst nur Einnahmen aus bichtselbstständiger Arbeit.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung können nicht erst dann anfallen, wenn bereits eine Immobilie vermietet wird, sondern auch schon im Vorfeld der Vermietung. Bei solchen, sog. vorweggenommenen Werbungskosten müssen Sie allerdings eine ernsthafte und nachhaltige Vermietungsabsicht belegen können, die bereits beim Entstehen der Aufwendungen, hier bei der Beauftragung des Bauunternehmers bzw. Architekten bestanden haben muss.

Der Bundesfinanzhof hat in einem vergleichbaren Fall (BFH-Urteil vom 05.03.2008, Az.: X R 48/06,BFH/NV 2008 S. 1463) bei dem es um den Abzug der Schuldzinsen aus der Finanzierung eines Baugrundstücks ging, ausgeführt:

"Bereits vor dem Anfall von Einnahmen können Aufwendungen als vorab entstandene Werbungskosten abgezogen werden, sofern ein ausreichend bestimmter wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen den Aufwendungen und der Einkunftsart besteht, in deren Rahmen der Abzug begehrt wird. Ein solcher Abzug ist von dem Zeitpunkt an geboten, zu dem sich anhand objektiver Umstände feststellen lässt, dass der Entschluss, Einkünfte einer bestimmten Einkunftsart zu erzielen, endgültig gefasst worden ist (BFH-Urteile vom 29. November 1983 VIII R 96/81, BFHE 140, 208, BStBl II 1984, 303; vom 29. Juli 1986 IX R 206/84, BFHE 147, 176, BStBl II 1986, 747, und vom 4. Juni 1991 IX R 89/88, BFH/NV 1991, 741). Daher können Finanzierungskosten, die durch den Erwerb eines Bauplatzes entstehen, als vorweggenommene Werbungskosten nach §§ 21 und 9 EStG berücksichtigt werden. Dies setzt aber voraus, dass schon bei Anschaffung des Grundstücks konkret mit einer Bebauung zum Zwecke der Vermietung in absehbarer Zeit zu rechnen war und die Bauabsicht nachhaltig verfolgt wird (so Schmidt/Drenseck, EStG, 26. Aufl., § 9 Rz 35). Die Absicht zur Erzielung von Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung fehlt dagegen in der Zeit der Ungewissheit über die Nutzung (Schmidt/Drenseck, a.a.O., § 21 Rz 70)."

Sollten keine Gründe dafür erkennbar sein, dass Sie das Haus ganz oder teilweise nicht vermieten wollten (etwaige Eigennutzung, unentgeltliche Überlassung an Familienangehörige), steht daher m. E. einem Abzug der Aufwendungen als Werbungskosten nichts entgegen. Ggf. wären die Kosten entsprechend zu kürzen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Achim Schroers
Rechtsanwalt

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