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Kosten für Buchhaltung und Einnahmen-Überschuss-Rechnung eines Freiberuflers

| 11.02.2008 11:18 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


14:13

Hallo,

Ich bin seit drei Jahren erfolgreich als freiberuflicher IT-Bearater tätig. Ich habe einen sehr guten Steuerberater, aber ich habe den Eindruck, dass ich im Zusammenhang mit der Einnahmen-Überschuss-Rechnung zuviel zahle.

Als Freiberufler bin ich ja gar nicht zur doppelten Buchhaltung verpflichtet, aber ich mache dies freiwillig über meinen Steuerberater und dass soll grundsätzlich so bleiben (z.B. um bei Bedarf aktuelle BWAs für verschiedene Behörden holen zu können usw).

Rahmenbedingungen:
- Mein Jahresumsatz ca. 100.000 EUR. Davon Betriebskosten 20.000 - 40.000 EUR
- Monatlich eine oder zwei Einnahme-Rechnungen
- Monatlich ca 20-30 Ausgabe-Rechnungen von mir komplett ordentlich sortiert an den SB abgegeben (laut Aussage des Steuerberaters braucht er etwas mehr als eine Stunde monatlich zur Bearbeitung)

Nun zu den Kosten:
- Für die Buchhaltung ca 80 EUR zzgl. MwSt. monatlich (was ich in Ordnung finde). Die Ust. Voranmeldung ist dabei.
- aber: für die Einnahmen-Überschuss-Rechnung fast 1.100 EUR zzgl. MwSt. (im ersten Jahr war es noch erheblich mehr). Meine Überlegung ist, ob alle Steuerberater in diesem Falle so viel berechnen würden, wenn die Daten ohnehin durch die jährliche Buchhaltung im System sind und dann geht es ja fast per Mausklick. Natürlich ist mir auch klar, dass für die EÜR etwas bezahlt werden muss, auch wenn die Daten bereits im System sind, aber ist diese Summe angewandt auf meine Situation wirklich üblich und angebracht?

- Die EkSt.-Erklärung kommt dann natürlich noch dazu (ca 250 EUR zzgl. MwSt.)
- Die Beratung auf meine Anfrage, falls notwendig, wird extra berechntet.

Wenn ich nur die EkSt.-Erklärung über den SB laufen lassen würde und den rest selbst (als Freiberufler reicht normalerweise eine selbsterstellte GuV Rechnung), wäre dann u.U. der Preis für die EkSt.-Erklärung höher als im o.g. Fall?.

Vielen Dank für die Antwort

11.02.2008 | 12:32

Antwort

von


(139)
Nördliche Auffahrtsallee 65
80638 München
Tel: 089 / 550 559 45
Web: http://www.ra-manfredbinder.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben und der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Die Gebühren eines Steuerberaters berechnen sich nach der Steuerberatergebührenverordnung.
Nach § 4 StBGebV kann der Steuerberater eine höhere Vergütung, als sie sich aus der StBGebV und den gesetzlichen Vorschriften über den Auslagensatz ergibt, nur fordern, wenn dies schriftlich mit dem Auftraggeber vereinbart worden ist. Fehlt eine solche Vereinbarung, dann errechnet sich die Gebühr nach der StBGebV.

Für die Berechnung der Einkommensteuererklärung ohne Ermittlung der einzelnen Einkünfte ist § 24 StBGebV die Grundlage. Hierfür kann ein Steuerberater 1/10 bis 6/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle A verlangen. Gegenstandswert ist die Summe der positiven Einkünfte, jedoch mindestens 6.000 EUR.

Bei einem Gegenstandswert bis 50.000 EUR beträgt die volle Gebühr (10/10) 1.046 EUR, bis 65.000 EUR - 1.123 EUR, bis 80.000 EUR - 1200 EUR.

Die Gebühr nach § 24 StBGebV stellt eine Rahmengebühr dar und der Steuerberater kann die Gebühr nach § 11 StBGebV im Einzelfall unter Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere der Bedeutung der Angelegenheit, des Umfanges und der Schwierigkeit der beruflichen Tätigkeit nach billigem Ermessen bestimmen. Handelt es sich um eine Angelegenheit von durchschnittlicher Bedeutung mit durchschnittlichem Umfang und Schwierigkeitsgrad, ist in der Regel die Mittelgebühr gerechtfertigt. Hiervon kann er aber sowohl nach unten wie auch nach oben abweichen.

In Ihrem Fall ist Ihr Steuerberater wohl eher nach unten abgewichen. Eine Mittelgebühr (3,5/10) ergäbe bspw. bei einem Gegenstandswert von 50.000 EUR eine Gebühr in Höhe von 366,10 EUR, bei einem GSW von 80.000 EUR eine Gebühr iHv 420,00 EUR.

Wenn Ihr Steuerberater nunmehr nur noch die Einkommenserklärung für Sie anfertigt, kann es durchaus geschehen, dass er dann die Mittelgebühr berechnet.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred A. Binder
- Rechtsanwalt -

Ich darf schließlich noch auf Folgendes hinweisen:

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.


Rückfrage vom Fragesteller 11.02.2008 | 13:03

Sehr geehrter Herr Binder,

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Ihre Antwort bezieht sich auf meine zweite Teilfrage (Gebühren bzgl. der EkSt. Erklärung - dazu ist Ihre Antwort sehr informativ. Mir fehlt aber noch die Antwort auf die erste eigentlich wichtigere Teilfrage: zum relativ hohen Betrag für die Einnahmen-Überschuss Rechnung:

Zitat:
Nun zu den Kosten:
- Für die Buchhaltung ca 80 EUR zzgl. MwSt. monatlich (was ich in Ordnung finde). Die Ust. Voranmeldung ist dabei.
- aber: für die Einnahmen-Überschuss-Rechnung fast 1.100 EUR zzgl. MwSt. dazu (im ersten Jahr war es noch erheblich mehr). Meine Überlegung ist, ob alle Steuerberater in diesem Falle so viel berechnen würden, wenn die Daten ohnehin durch die jährliche Buchhaltung im System sind und dann geht es ja fast per Mausklick. Natürlich ist mir auch klar, dass für die EÜR etwas bezahlt werden muss, auch wenn die Daten bereits im System sind, aber ist diese Summe angewandt auf meine Situation wirklich üblich und angebracht?

Zitat Ende

Bitte also um kurze Klärung der Frage: Ist der Betrag i.H.v. ca 1.100 EUR zzgl. MwSt. für die Erstellung einer Einnahme Überschuss Rechnung in meinem Fall berechtigt, wenn man berücksichtigt, dass ich ohnehin ca. 1.000 EUR monatlich zur Buchhaltung zahle (und somit sind die Werte bereits im System). Im Klartext: würde ich bei einem anderen Steuerberater für die Buchhaltung und die Einnahmen-Überschuss Rechnung in etwa 2.1000 EUR im Jahr zahlen, oder doch weniger?

Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.02.2008 | 14:13

Zunächst ist festzuhalten, dass der Steuerberater getrennte Gebühren für die Buchführung (§ 33 StBGebV) und die Ermittlung des Überschusses der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben (§ 25 StBGebV) erheben kann. Die Gebühren für Buchführung iHv 80,00 EUR monatlich erscheinen nach § 33 StBGebV gerechtfertigt.

Die Ermittlung des Überschusses der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben berechnet sich nach § 25 StBGebV. Hierfür beträgt die Gebühr bei Einkünften aus selbständiger Arbeit 5/10 bis 20/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle B. Gegenstandswert ist der jeweils höhere Betrag, der sich aus der Summe der Betriebseinnahmen oder der Summe der Betriebsausgaben ergibt, jedoch mindestens 12.500 EUR.
Bei einem von Ihnen angegebenen Umsatz iHv. 100.000 EUR ergibt sich eine volle Gebühr von 296,00 EUR. Eine Mittelgebühr wäre demnach iHv. 368,75 EUR gerechtfertigt.
Allerdings kann sich diese Gebühr erhöhen, wenn Vorarbeiten, die über das übliche Maß erheblich hinausgehen, notwenig sind.
Gleiches gilt für folgenden Fall (Abs. 3): Sind bei mehreren Einkünften aus derselben Einkunftsart die Überschüsse getrennt zu ermitteln, so erhält der Steuerberater die oben genannte Gebühr für jede Überschussrechnung.
Schließlich kann sich der Gebührentatbestand erhöhen, wenn ein schriftlicher Erläuterungsbericht für die EÜR aufgestellt wird. Hierfür fällt eine Gebühr von 2/10 bis 12/10 an. Eine Mittelgebühr hierfür wäre der Betrag iHv. 207,20 EUR.

Ein anderes ergäbe sich, wenn nicht nur eine EÜR, sondern ein Jahresabschluss angefertigt worden ist. Hierfür wäre die Gebühr ungleich höher.

Für die Bewertung, ob die Gebühr für die Ermittlung der EÜR gerechtfertigt ist, bedarf es weiterer Informationen, insbesondere aber die Abrechnung durch den Steuerberater. Erst dadurch erlangt man Kenntnis, welche Gebührentatbestände berechnent worden sind und in welcher Höhe.

Grundsätzlich fallen bei jedem Steuerberater in etwa die gleichen Gebühren an, (soweit nach den Gebühren der StBGebV abgerechnet wird).
Jedoch kann gem. § 4 StBGebV auch eine Vereinbarung der Vergütung getroffen werden, die sowohl nach oben wie nach unten von den gesetzlichen Gebühren abweichen können.

Soweit Sie weitere Informationen über Ihre Angelegenheit benötigen, insbesondere die Überprüfung der Steuerberatungsrechnungen wünschen, dann kontaktieren Sie mich bitte über die unten genannte E-Mailadresse. Hierfür würden für Sie weitere Kosten entstehen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in Ihrer Angelegenheit weiterhelfen konnte und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Manfred A. Binder
- Rechtsanwalt -

E-Mail: info@ra-manfredbinder.de

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