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Kosten Rechtsanwalt bei Abwicklung Verkehrsunfall

| 26.01.2018 23:39 |
Preis: 25,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Pleßl, Dipl.-Jur.


Hallo,

aufgrund eines Verkehrsunfalls unter Beteiligung meines KfZ wurde ein RA von mir eingeschaltet. Wortlaut des RA "ich sichere Ihnen die Bearbeitung für 100 EUR zu, den Rest übernimmt die Versicherung das Restrisiko geht zu meinen Lasten. Nach dem Entrichten der Gebühr und der Schadensabwicklung mit der gegnerischen Versicherung (Einigung Unfallhergang nicht genau klar Teilschuld 50%) wurde mir vom RA lediglich den Schadensersatz der gegnerischen Versicherung abzgl. der hälftigen Rechtsanwaltsgebühr (Geschäftsgebühr und Aufwandspauschale) überwiesen.

Auf Nachfrage weshalb mir jetzt nun doch weitere RA Gebühren in Rechnung gestellt werden kam die Rückmeldung, weil sie sich mit der hälftigen Regulierung einverstanden erklärt haben, wird die Versicherung auch nur die Hälfte seiner Kosten übernehmen. Demnach müsste ich nun doch auf einmal die Hälfte seiner Kosten zahlen.

Ist das normal? Gibt es eine Möglichkeit die knapp 250,- EUR vom Anwalt einzuforden, wenn ja mit welcher Begründung?

Vielen Dank für kurze Einschätzung des Sachverhaltes.

Sehr geehrter Fragesteller,

dass die gegnerische Versicherung Ihre Rechtsanwaltskosten nur entsprechend der Haftungsquote übernimmt, ist leider der Regelfall.

Ggf. hätte Ihr Rechtsanwalt die jetzige Situation (nur 50 Prozent der Anwaltskosten werden erstattet) zumindest teilweise vermeiden können, wenn Ihre Schadensersatzforderungen nur nach einer realistisch zu erwartenden Quote geltend gemacht worden wären; das kann ich aber aus der Ferne nicht bewerten. Vielleicht war es ja auch geboten, zunächst mit einer Maximalforderung Ansprüche anzumelden.

Nicht normal und standesrechtlich bedenklich ist der Komplex um die 100 Euro. Darauf sollten Sie Ihren Rechtsanwalt auch persönlich ansprechen und Ihre Irritation über das "Lockangebot" sehr deutlich zum Ausdruck bringen.

Sie könnten gegen den Gebührenanspruch mit eigenen Schadensersatzansprüchen wegen Verletzung vor(anwalts)vertraglicher Aufklärungspflichten aufrechnen. Der Schaden wäre die Differenz zwischen Ihrem Haftungsanteil an den Anwaltskosten und den 100 Euro, die als Deckelungsbetrag zugesichert waren. Das ist aber eine ziemlich abenteuerliche juristische Konstruktion. Bei richtiger Aufklärung über das Gebührenrisiko wären jedenfalls keine niedrigeren Anwaltskosten als eben in der jetzt geltend gemachten Höhe von Ihnen zu übernehmen gewesen. Möglicherweise hätten Sie aber in Ansehung einer allfälligen eigenen Kostentragungspflicht von der Beauftragung des Kollegen abgesehen und den Schaden selbst der gegnerischen Versicherung gemeldet.

Vielleicht ist es sinnvoll, die kostenlose Nachfragemöglichkeit erst einzusetzen, nachdem Sie mit Ihrem Rechtsanwalt gesprochen haben. Ich stelle anheim.

Freundliche Grüße
Stefan Pleßl, RA



Nachfrage vom Fragesteller 27.01.2018 | 23:25

Sehr geehrter Herr Pleßl,

vielen Dank für Ihre rasche Rückmeldung. Die Situation ist sehr seltsam. Der Unfall ereignete sich damals auf der BAB. Meine Frau befand sich mit dem PkW auf dem Standstreifen. Ein LKW scherte von links aus und fuhr ihr in die rechte Seite des Wagens. Anfangs wurde vom RA beim Versicherer der ganze Schaden geltend gemacht. Dann im Anschluss 60 zu 40 wegen der erhöhten Betriebsgefahr des LKW, dann wieder nichts passiert. Dann wurde 50 zu 50 angeboten und von mir angenommen. Der RA wies mich in diesem Zusammenhang darauf hin dass es bei einer Klage auch noch schlechter ausgehen könnte.... Unfallereignis 12/16 dann ziemlich genau ein ganzes Jahr ein hin und her. Schreiben wurden langsam bearbeitet. Telefonisch sowie per Email war der RA sehr schwer zu erreichen. Ich habe ihn schon darauf angesprochen wegen den 100,- EUR aber es kam nur der Satz zurück den ich Ihnen in meiner Frage oben schon geschrieben hatte. Telefonisch komme ich bei ihm nicht durch und auf Emailanfragen werden seit der letzten Antwort von ihm nicht mehr reagiert.

Ich sah dem Ganzen anfangs bereits etwas skeptisch gegenüber was eine Regulierung von 100 Prozent zu meinen Gunsten anbelangt. Das hätte er doch wissen müssen und hat dennoch dieses Angebot gemacht. Ich habe ihn online kennengelernt und bat mir seine Hilfe an.

Ich finde das etwas dreist. Letzten Endes habe ich um die 1100,- EUR anstatt 1400,- überwiesen bekommen. Dies wurde auch im letzten Telefonat gar nicht erwähnt als es darum ging ob ich einverstanden wäre mit 50 zu 50. Erst als ich dann die Abrechnung von Ihm erhalten habe. Auszahlung Versicherung abzgl. Positionen von ihm.

Letzten Endes geht es um etwa 260,- EUR was ich jetzt weniger habe. Können Sie mit meinen Angaben näher etwas anfangen und würden Sie ihm, sofern es wirklich erfolgsversprechend ist eine Aufforderung zukommen lassen? Oder lohnt sich das nicht?

Freue mich auf Ihre Rückmeldung und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.01.2018 | 00:25

Sehr geehrter Fragesteller,

ich kann mir das Unfallereignis nicht vorstellen. Ihre Frau stand auf dem Standstreifen und ihr Wagen wurde an der RECHTEN Fahrzeugseite von einem ausscherenden Lastwagen beschädigt? Dann hätte Ihre Frau doch entgegen der Fahrtrichtung auf der Bundesautobahn gestanden? Wie die Quote ausfällt, hängt auch von den Sichtverhältnissen und der Absicherung des "Liegenbleibers" ab. Hier müsste der Sachverhalt noch genauer beleuchtet werden. Die Arbeit am Sachverhalt erfolgt aber in der Regel, bevor man kostenträchtig Ansprüche geltend macht, eben auch, um solche wirtschaftlich unerfreulichen Ausgänge zu vermeiden. Ob das erzielte Ergebnis sachgerecht war, kann ich seriös nicht einschätzen, ohne alle Umstände zu kennen.

Wenn Sie das Angebot mit den "100 Euro als maximales Kostenrisiko" per Mail oder sonst irgendwie nachweislich bekommen haben, kann man erörtern, die Sache weiter zu verfolgen und ich stehe Ihnen auch gern zur Verfügung. Ansonsten rate ich davon ab, noch weiteres Geld in dieser für Sie höchst ärgerlichen Angelegenheit auszugeben.

Für Sie auch ein schönes Wochenende, vielen Dank.

Freundliche Grüße
Stefan Pleßl, RA


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Bewertung des Fragestellers 29.01.2018 | 05:48

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