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Kosmetikbehandlung - Geld zurück?

| 28.09.2015 18:42 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Aljoscha Winkelmann


Guten Tag,

ich war Ende letzten Jahres wegen meines Akneleidens bei einer Kosmetikerin; dreimal habe ich sie besucht. Durch ihre Behandlung ist die Akne jedoch noch sehr viel schlimmer geworden, was mich auch psychisch sehr mitgenommen hat. Ich bin dann zu einem Hautarzt, der mir Tabletten verschrieben hat, welche die Hautkrankheit schließlich heilen konnten. Allerdings ist nun mein ganzes Gesicht gekennzeichnet von roten Aknenarben, weshalb ich nun regelmäßig vom Hautarzt Hautpeelings bekomme, die auch nicht gerade wenig kosten.

Kann ich von der Kosmetikerin mein Geld zurückverlangen?
Und kann ich erreichen, dass sie auch für die Kosten der Peelingbehandlungen aufkommt?

Danke und freundliche Grüße

Sehr geehrte Fragestellerin/sehr geehrter Fragesteller,

Ihre gestellte Frage
Kosmetikbehandlung - Geld zurück?

28.09.2015 18:42

beantworte ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und nach den mir vorliegenden Informationen wie folgt:

Sie möchten, dass die Kosmetikerin (im Folgenden „K")
Ihnen Ihr Geld zurückzahlt
+
für die Kosten der Peelingbehandlungen aufkommt
Gemeinsam diesem Anspruch auf Minderung auf 0 und Schadensersatz ist, dass Sie ihr einen
Behandlungsfehler
nachweisen müssen.
Zur Beweislast:
1. Prinzipiell liegt Beweislast für die Pflichtverletzung als solche d.h. dafür dass die K für die Narben verantwortlich ist und für die Verschlechterung der Akne (was beides einen Mangel darstellt) beim Gläubiger, also Ihnen.
2. Die Pflicht, sich vom (vermuteten) Vertretenmüssen, also der Schuldhaften Verletzung ihrer Pflichten zu entlasen, liegt beim pflichtverletzenden Schuldner, also K.
3. Hinsichtlich der Kausalität, also dass der Behandlungsfehler für die Narben/die Verschlechterung kausal war, kommt es zur Beweislastumkehr, wenn K einen groben zu vertreten hat und dieser geeignet war, den tatsächlich eingetretenen Schaden herbeizuführen. Gesicherte medizinische Erkenntnisse, deren Missachtung einen Behandlungsfehler als grob erscheinen lassen kann, sind die Erkenntnisse, die Eingang in Leitlinien, Richtlinien oder anderweitige ausdrückliche Handlungsanweisungen gefunden haben sowie die elementaren medizinischen Grundregeln, die im jeweiligen Fachgebiet vorausgesetzt werden. In einer Reihe weiterer Fälle kommen dem Patienten Beweiserleichterungen zugute, nämlich bei Mängeln der ärztlichen Dokumentation
[vgl. zu den Beweislastgrundsätzen BGB Kommentar
Herausgeber: Prütting; Wegen; Weinreich
Auflage: 10. Auflage 2015
Autor: Schmidt-Kessel
Vorschrift: § 280 BGB
Rn. 25 f. u. 81)

Zu 1. u. 3:
Dass K die sog. Aknetoilette nicht richtig durchgeführt hat, sollten Sie z.B. durch Ihren Hautarzt bestätigen lassen (wenn dem so war). Dieser kann evtl. auch etwas dazu sagen, ob K die Leitlinien, Richtlinien oder anderweitige ausdrückliche Handlungsanweisungen und die elementaren medizinischen Grundregeln für die Akne-Kosmetik-Behandlung eingehalten hat (dabei sind aber ggf noch Besonderheiten hins. Ihres Haut/Akne-Typs von Bedeutung)
Falls nein, also wenn Sie die Standards NICHT eingehalten hätte, hätten Sie den sog. groben Behandlungsfehler und damit die Beweislastumkehr auf Ihrer Seite; dann müsste sich K davon entlasten, dass Ihre Behandlung NICHT kausal für die Narben war.

Auch müsste sie 2. beweisen, sich also entlasten, was ihr dann schwer fiele.

Auch sollten Sie beim Arzt abklären, ob evtl. andere Faktoren, evtl. dessen Behandlung oder eigene mechanische Reizungen kausal gewesen sein können.

Falls nein und falls die K z.B. zu große Behandlungsnadeln verwendet hätte oder Lösungen/Salben eingesetzt hätte, die für ihre Haut zu Ätzend waren (wie auch manche peelings) dann müsste sie Ihnen das Geld zurückzahlen. Dies insbes., dann, wenn Sie keinerlei Nutzen davongetragen hätten. Die Peelingbehandlungen müssen weiterhin sog. Mangelfolgeschaden sein, d.h. allein dazu dienen, den Schaden, die Narben, zu beseitigen. Wenn Sie (auch) zur weiteren Behandlung eingesetzt erden, ist dies Problematisch.

Suchen Sie also erst alle Beweise im obigen Sinne zusammen, bevor Sie einen spezialisierten Anwalt vor Ort mit der Geltendmachung der o.g. Ansprüche beauftragen.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben.
Gerne stehe ich Ihnen für eine noch umfangreichere Beratung zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie mich dazu über die in meinem Profil genannte Rufnummer bzw. E-Mail-Adresse.

Ich weise abschließend darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.
Letztlich weise ich darauf hin, dass der Umfang meiner Beratung ebenfalls durch die zwingenden gesetzlichen Vorgaben des § 4 RVG begrenzt ist.

Mit freundlichen Grüßen
Aljoscha Winkelmann (Rechtsanwalt)


Bewertung des Fragestellers 30.09.2015 | 20:22

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