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Korrosion in der Trinkwasserleitung


| 12.01.2007 17:56 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Betreff: Korrosion in der Trinkwasserleitung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgendes Problem:

Ich habe auf 31.12.05 (Eigentumsübergang lt. Kaufvertrag) eine Eigentums-Wohnung (sah innen optisch sehr gepflegt aus) mit Gar. und Stpl. für 149.000 EUR in einem 3-Familien-Haus Bj. 83 gekauft! Kaufvertrags-Datum ist 8.8.2005!
Diese Wohnung wurde von mir so nach und nach, wie ich halt Zeit hatte, hergerrichtet bzw. renoviert.
So auf April/Mai 2006 zog Ich dann vollens ein.

Jetzt hat sich aber im Laufe des restliche Jahres herrausgestellt, das die Leitungen durch Korrosion beschädigt/ angegriffen sind und deshalb immer wieder getrübtes Wasser aus der Leitung fließt! Anfangs dachte ich, dies wäre wegen der längeren Standzeit des Wasser´s wg. der Renovierungsphase und gibt sich wieder, was sich aber nach Bezug und regelmäßiger Wasserentnahme auch nicht änderte. Nach Anfrage bei den anderen Eigentümern bestätigten die mir, das sie auch das Problem haben, jedoch einfach immer ein paar liter Wasser erst laufen lassen würden, da es dann wieder quasi sauberer/ klar ist.

Aber das kann ja kein Dauerzustand sein. Zumal sich der Zustand ja nicht von alleine verbessert. Es wurden dann von mir Wasserhähne getauscht, in der Hoffnung das es evtl. daran läge und es dann besser sei, brachte aber auch nichts. Habe das Wasser jetzt vor 4 Wochen von einem Institut nach der Trinkwasserverordnung untersuchen lassen, was den Rost letztendlich im Wasser auch bestätigte.
Der damit beauftragte Mann, bestätigte mir, das es an den Wasserleitungen läge, welche einfach keine vollständige innere Schutzschicht mehr aufweist. Um den Umfang des Schadens vollens festzustellen, müsse man aber noch weiter ins Detail gehen (Stück Rohr ausschneiden).

Der ursprüngliche Eigentümer sagte mir Mitte 2006, als ich ihn auf das Wasser ansprach: "das hätte er vergessen, zu erwähnen, und da müsse ich jetzt halt damit Leben".

Meine Frage:

Kann Ich gegen den ehemaligen Eigentümer gerichtlich mit Aussicht auf Erfolg vorgehen
und ihn auf Schadensersatz verklagen (z.B. gerichtliches Beweissicherungsverfahren o.ä.), oder ist hier jeder investierte EURO (den ich auch erst mal zusammen haben muß) von vornherein verloren, bzw. eine Klage-Frist o.ä. bereits abgelaufen?

Im Kaufvertrag stand was von „Offenbarungspflicht“ und „keine versteckte Mängel“; „altersbedingter Zustand“ (hatte ich aber eher auf Fenster und sowas bezogen, zumal doch eine geschädigte Leitung in der Wand aus meiner Sicht ein versteckter Mangel sein müßte)
Desweiteren habe ich vermutlich keine gültige rechtschutzversicherung, da ich die leider erst nach Kauf-Vertragsabschluß abgeschlossen hatte. Ich dachte damals, jetzt kuck ich mal, was für Versicherungen so wichtig sind, und habe dann halt erst nach Bezug Hausrat, Rechtschutz usw. abgeschlossen.

Ich bin mir einfach nicht sicher, ob hier die finanzielle Belastung aufgrund evtl. fehlender Erfolgschancen am Ende nicht zu groß wird! Oder ist die Sache Glasklar, und es gibt hier doch eine eindeutige Chance erfolgreich zu klagen (z.B. aufgrund arglistige Täuschung).


Ich wäre ihnen für eine richtungsweisende Auskunft,
welcher jetzt der beste Weg für mich wäre sehr dankbar

Mit freundliche Grüßen, M.
Sehr geehrter Fragesteller,

Immobilien werden regelmäßig unter Ausschluss der Mängelansprüche verkauft. Sie werden daher -vorbehaltlich einer Überprüfung des Kaufvertrages- Mängelansprüche nur dann geltend machen können, wenn Sie nachweisen können, dass der Verkäufer vom rostigen Wasser Kenntnis hatte und dies arglistig verschwiegen hat.

Falls er dies nicht bestreitet, bzw. Ihnen der Nachweis gelingt, haben Sie durchaus Chancen, Mängelansprüche geltend zu machen. Der Bundesgerichtshof hat zu Aktenzeichen V ZR 173/05 entschieden, dass auch ein vergleichsweise geringer Mangel den Käufer zur Rückabwicklung des Kaufvertrags oder Geltendmachung von Schadensersatz berechtigt, wenn der Verkäufer den Mangel bewusst verschwiegen hat.

Wenn Sie die Arglist nachweisen können, sollten Sie dem Verkäufer den Mangel schriftlich anzeigen und ihn zur Beseitigung unter Fristsetzung auffordern. Fristen sind bislang nicht abgelaufen.

Weigert er sich, werden Sie nicht umhin kommen, den Schaden und den Beseitigungsaufwand gutachterlich feststellen zu lassen. Dies sollte nicht mittels eines einfach zu bestreitenden Privatgutachten erfolgen. Es bietet sich dann ein selbständiges Beweisverfahren an.

Wegen der damit verbundenen Kosten empfehle ich Ihnen, spätestens in diesem Verfahrensstadium einen Anwalt zur Prüfung der Angelegenheit und Vertretung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 12.01.2007 | 21:34

Hallo Herr Matthes!

Eine Frage hätte Ich noch zu dem Thema „Arglistige Täuschung“:

Wie kann ich diese arglistige Täuschung nachweisen; wie sieht so ein Nachweis aus, was muß da passieren, daß man sicher weiß, der Verkäufer war davon in Kenntnis gesetzt?

Ich sprach ihn ja mal darauf an und er gab zu, davon gewußt zu haben, aber er „vergaß“ es zu erwähnen! Brauche ich da Zeugen dafür wenn ich ihn nochmals darauf anspreche, oder reicht es, das er mir gegenüber diese Äußerung machte (er doch dann eigentlich bereits arglistig handelte), bzw. er doch vor Gericht normal die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu berichten hat. Was, wenn er diese Aussage auf einmal bestreitet, wenn ich mit dem Anwalt eine Klage starte?

Außerdem meine ich zu dem seinem „vergessen“: man kann mal einen Termin vergessen, aber nichts, mit dem man täglich konfrontiert wird wie in dem Fall, das Wasser!

Ich denke aber, Sie haben mir hier aufgezeigt (s. auch Aktenzeichen von oben), das es doch Chancen gibt, in meinem Fall hier erfolgreich z.B. Mithilfe eines gerichtlichen Beweis-Sicherungs-Verfahren zu Klagen.

Ich bedanke mich für ihre Auskunft,

Gruß, M.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.01.2007 | 15:12

Sehen Sie zunächst die Protokolle der zurückliegenden Eigentümerversammlungen durch. Wenn die Mängel an den Wasserleitungen bereits Thema waren, als der Verkäufer noch Eigentümer war, spricht vieles für seine Kenntnis.

Ggf. hat sich der Verkäufer auch bereits mit Nachbarn oder dem Verwalter über die Mängel unterhalten. Vielleicht gibt es sogar Schriftverkehr z.B. beim Verwalter, oder es waren bereits Handwerker durch die Gemeinschaft bzw. den Verkäufer beauftragt. Fragen Sie bei den in Betracht kommenden Stellen nach.

Auf das Gespräch werden Sie sich schlecht berufen können, wenn der Verkäufer die Kenntnis bestreitet. Es steht dann Aussage gegen Aussage und Sie wären beweispflichtig. Wenn der Verkäufer seine Kenntnis und das "Vergessen" aber noch einmal in einem Gespräch mit weiteren Personen wiederholt, können auch diese Personen als Zeugen benannt werden.

Mit freundlichen Grüßen

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