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Kopieren von Bildern im Internet


23.12.2008 09:58 |
Preis: ***,00 € |

Medienrecht



Ich habe mir von einer Internetagentur eine Homepage erstellen lassen. Vor kurzem habe ich nun von Getty Images aus Neuseeland Post bekommen, in der ich aufgefordert werde für ein bestimmtes Bild das auf meiner Homepage veröffentlicht ist 1000 € zu bezahlen. Mir war nicht bewußt, dass ich keine Recht auf dieses Bild besitze, allerdings hafte ich jetzt wahrscheinlich doch dafür, da ich Eigentümer der Seite bin. Nun habe ich folgende Fragen an Sie: Lohnt es sich gerichtliche Schritte einzuleiten, damit ich den Betrag nicht bezahlen muss oder soll ich Getty Images anschreiben und um ein Vergleichsangebot um 500 € bitten, da mir der Betrag von 1000 € doch sehr hoch vorkommt. Vielen Dank im voraus!
Sehr geehrte Fragestellerin,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten. Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen. Unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Indem Sie ein Bild von Getty Images auf Ihrer Homepage veröffentlicht haben, ohne die entsprechende Lizenz zu besitzen, haben Sie gegen das Urheberrecht der amerikanischen oder neuseeländischen Fotografen verstoßen, denn auch auf Lichtbildwerke und Lichtbilder dieser Personen ist das deutsche Urheberrecht nach § 120 Abs.2 Nr.2 UrhG bzw. § 121 Abs. 4 UrhG, Art. 5 Abs. 1, Art. 3 Abs. 1 RBÜ anwendbar.

Nach einem Urteil des LG München kann der Rechteinhaber zwischen 450 - 1.100,- EUR als Entschädigung für diesen Verstoß nach den Grundsätzen der Lizenzanalogie von dem Verletzer verlangen (vgl. LG München Urteil v. 18.09.2008 - Az.: 7 O 8506/07).

Natürlich ist dies nur die Ansicht eines Gerichts, es kann also sein, dass ein anderes Gericht zu einer anderen rechtlichen Bewertung kommt.

Ein Ausweg könnte die Regelung des § 97a UrhG sein. Danach beschränkt sich der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen für die Inanspruchnahme anwaltlicher Dienstleistungen für die erstmalige Abmahnung in einfach gelagerten Fällen mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs auf 100 Euro.

Wenn Sie also nicht im geschäftlichen Verkehr handeln, können Sie von dieser Regelung profitieren, wenn Sie den urheberrechtlichen Verstoß nach dem 01.09.2008 begangen haben. Nicht erfasst ist hiervon allerdings der Schadensersatzanspruch der Rechteinhaber. Aus diesem Grunde sollten Sie Getty Images anschreiben und um ein entsprechendes Vergleichsangebot bitten. Gerichtliche Schritte erscheinen mir dagegen eher nicht Erfolg versprechend.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben und verbleibe.

Mit freundlichen Grüßen
Carsten Dreier
Rechtsanwalt
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