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Kopflos gehandelt - und nun?

| 07.04.2008 13:20 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf


Nehmen wir folgenden Fall an:

Herr Meier erhält im Jahr 2007 eine Vorstrafe auf 4 Monate zur Bewährung auf 3 Jahre und Arbeitsstunden wegen Verstoss gegen das Straßenverkehrsrecht.

Die Arbeitsstunden wurden abgeleistet.

Zu sagen ist, dass Herr Meier ein Suchtproblem hat und immer nur unbesonnen handelt, wenn es ihn mal wieder überkommt.

In 2008 findet der Tatbestand des unerlaubten Tragens einer Waffe statt (mit Munition). Mit ca. 2 Promille schreibt Herr Meier einen Drohbrief an seine Lebensgefährtin, in dem er androht, sich selbst "und noch andere" zu erledigen. Der Schrift ist deutlich anzusehen, dass Herr Meier nicht mehr klar war.

Die LG informiert die Polizei, Herr Meier lässt sich widerstandslos festnehmen und fuchtelt auch nicht mit der Waffe herum.

Nun hat sich Herr Meier von seinem Wohnort entfernt und hält sich an einem "unbekannten Ort" auf.
Glücklich ist er damit aber nicht, denn er befürchtet einen Haftbefehl und eine Gefängnisstrafe.
Erschwerend kommt hinzu, dass er sich aufgrund seiner Vorstrafe bei Umzug melden muss.

Sicher haben Sie keine allwissende Glaskugel auf dem Schreibtisch.
Was ich aber wissen möchte:
wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer internationalen Fahndung.
Wie könnte Herr Meier mit einem blauen Auge davonkommen und wie sähe der Umfang "des blauen Auges" aus?

Bitte um Beratung und Prognose.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltschilderung sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

Zunächst empfehle ich dringend, dass Herr Meier von seinem Schweigerecht Gebrauch und keine weiteren Angaben gegenüber den Ermittlungsbehörden (Staatsanwaltschaft, Polizei) macht. Als Beschuldigter im Ermittlungsverfahren und späterer Angeklagter im Strafverfahren steht ihm dieses Recht zu, die Ausübung dessen darf ich ihm nicht zum Nachteil gereichen.
Des Weiteren sollten Sie unbedingt einen im Strafrecht tätigen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung der Strafverteidigung des Herrn Meier beauftragen und über diesen zunächst Einsicht in die Ermittlungsakte nehmen. Insbesondere angesichts der erst kurz zuvor ausgeurteilten Bewährungsstrafe erscheint dies unbedingt geboten.

Bitte sehen Sie mir nach, dass ich ohne Kenntnis des Akteninhalts der Ermittlungsakte keine Einschätzung hinsichtlich des zu erwartenden Strafmaßes abgeben kann. Diesbezüglich kommt es auf eine Vielzahl von Faktoren an, insbesondere der genauen Ablauf des Sachverhalts, die Art der Waffe, die von Ihnen erwähnten Vorstrafen sowie das Suchtproblem des Herr Meier werden hier wohl eine entscheidende Rolle spielen.

Da sich Herr Meier ausweislich Ihrer Schilderung nach der zwischenzeitlich erfolgten Festnahme wieder auf freiem Fuß befindet, scheinen im Moment die Voraussetzung für eine Untersuchungshaft nicht gegeben zu sein. Aus diesem Grunde liegt wohl auch die internationale Fahndung nach Herr Meier fern.

Zwingende Voraussetzung für ein Davonkommen mit einem "blaue Auge" des Herrn Meier ist, dass dieser sich seinem Suchtproblem und dem späteren Strafverfahren stellt.
Denn unter Umständen kann Herr Meier angesichts seines Suchtproblems nochmals zu einer Bewährungsstrafe verurteilt werden. Voraussetzung hierfür könnte sein, dass sich Herr Meier in eine entsprechende Therapie begibt.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

info@kanzlei-kaempf.net
Rechtsanwalt und Strafverteidiger Martin Kämpf - Strafrecht und Verkehrsrecht in München

Nachfrage vom Fragesteller 07.04.2008 | 14:51

Vielen Dank für Ihre Antwort, die sich sehr vernünftig anhört und die auch in Erwägung gezogen wird.

Ich möchte noch eine abschließende Frage stellen:

Wenn Herr Meier nicht nach D zurückkehrt und zur Verhandlung nicht erscheint, wird dann vermutlich ein EU-Haftbefehl erlassen?

(Um Ihre Fragen zu beantworten: die erste Rechtssache ging um das Fahren unter Alkoholeinfluss, die zweite Sache betrifft das unerlaubte Führen einer scharfen Faustferwaffe). Verletzt wurde in beiden Fällen Niemand.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.04.2008 | 17:19

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, diese beantworte ich wie folgt:

Sollte Herr Meier tatsächlich den Termin zur mündlichen Hauptverhandlung fern bleiben, steht zu erwarten, dass gegen diesen ein Vorführungshaftbefehl beantragt und erlassen wird.
Ob dieser auch international zur Fahndung ausgeschrieben wird kann diesseits ohne genaue Aktenkenntnis nicht beurteilt werden. Mitteilen darf ich Ihnen aber, dass dies einen erheblichen Mehraufwand für die zuständige Behörde bedeutet, welcher regelmäßig lediglich bei Straftaten von einigem Gewicht betrieben wird.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

info@kanzlei-kaempf.net
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