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Kontopfändung nach Stuerschätzung

18.11.2012 19:58 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Hallo zusammen,

ich bin seit 3 Jahren Selbstständig, habe 5 Mitarbeiter und 2 Ladenlokale und habe immer versucht meine Steuern gleich zu machen. Durch Krankheit und viel Arbeit aber leider keinen enormen verdienst bin ich damit 2011 nach hinten gerutscht und habe aufgrund der fehlenden Umsatzsteuervoranmeldung von Q2 bis Q4 2011 eine Umsatzsteuersonderprüfung bekommen Anfang diesen Jahres.
Direkt darauf habe ich mich wochenlang und monatelang nur damit beschäftigt, habe mehr als 7000 Blätter, Rechnungen etc sortiert und dies so einigermaßen auf die Reihe bekommen, dass das Thema nun zu 95% aus der Welt ist.

Seit nunmehr 4 Wochen mache ich jeden Tag das selbe mit 2012 und versuche aufzuholen was aufzuholen ist. Noch bevor ich dazu gekommen bin, trudelte allerdings gestern ein Pfändungsbescheid ins Haus.
Das Schätzungen da sind, war mir klar, auch das diese "etwas" höher sind als normal, nicht aber, dass diese um ein ca. 7faches höher sind als Schätzungen meines Steuerberaters zu meinen eigentlichen zu zahlenden Steuern.
Ob mein Steuerberater widerspruch gegen die Schätzungen eingelegt hat ist unklar, gehen wir hier aber erstmal davon aus, dass er das nicht hat.

Nun will das Finanzamt knapp 38.000€ haben bzw. versucht diese zu pfänden. Auf meinem Firmenkonto befinden sich derzeit -18.000 (max Dispo) auf meinem Privatkonto -2700 (max Dispo).
Wenn das Finanzamt nun pfändet, bedeutet dies meinem finanziellen Tot sowie die Arbeitslosigkeit von allen 5 Mitarbeitern und Schließung beider Ladenlokäle. Das kommt daher das wir Ebay-Verkäufer sind, sprich alle Gelder kommen auf dieses Konto und die Ware wird dann versendet. Ergo wird irgendwann in den nächsten 1-2 Wochen das Geld für die Pfändung auf meinem Konto sein, welches die Pfändung dann wegnimmt zw. die Bank die Pfändung auslöst. Was aber gleichzeitig bedeutet ich verliere ca. 55.000€ Investitionskapital für Ware (Dispo mal mitgerechnet) und wir haben zwar keine Steuerprobleme mehr, haben aber genau keinen einzigen Cent mehr um Wareneinkauf durch zu führen. Da wir von Großhandel leben und im Ebay-Alltag nur genau deswegen bei den aktuellen Preisen mithalten können, würden uns auch keine 5000€ oder 10000€ was bringen, wir müssen eben mit großen Posten einkaufen um die Preise und die Finanzstrategie überhaupt lohnenswert zu machen.

Natürlich hat das Finanzamt dann in den nächsten 4-6 Wochen alle kompletten Unterlagen 2012 um die Schätzungen abzubauen und von den 37.000€ gefordert bleiben noch gute 10.000€ übrig. Dennoch wären wir bis dahin tot, da grade im Weihnachtsgeschäft die Löcher der Jahresmitte finanziell ausgeglichen werden / werden müssen -> Ergo Finanzamt hat was es will, ich kann mich ab morgen wieder um einen Job bewerben wie meine jeztigen 4 Angestellten auch... Das kann doch nicht der Sinn sein.

Sehen sie hier irgendeine rechtliche Möglichkeit dies alles zu stoppen?

Ich weiß, dass der Ausmaß meiner Frage sehr wahrscheinlich das Gebot hier übersteigt, hoffe aber dennoch auf einen Rechtsanwalt der die dringlichkeit der Lage sieht um zu helfen und sicherlich würde ich mich im Nachhinein ausserordentlich Dankbar zeigen.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:
Hier können Sie meines Erachtens nicht erfolgreich mit rechtlichen Mitteln gegen die Kontopfändung vorgehen. Sie sollten sich deshalb umgehend mit dem Finanzamt in Verbindung setzen und beantragen, dass die Kontopfändung (vorläufig) ruhen soll und Sie darlegen, dass Sie die Schuld von 38.000 € in sechs Monaten durch Ratenzahlung tilgen. Am besten Sie bieten gleich eine Zahlung an und leisten diese auch. Zudem sollten Sie mitteilen, dass Sie die Kontopfändung ruiniert und darlegen, dass Sie die Zahlung nicht auf einmal leisten können. Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit sich von einem Bekannten oder Angehörigen kurzfristig Geld zu leihen. Gleichzeitig sollten Sie gegen den Schätzungsbescheid Einspruch und Aussetzung der Vollziehung beantragen, soweit der Bescheid innerhalb der Monatsfrist noch nicht bestandskräftig geworden ist.
Falls es sich bei der Forderung um Umsatzsteuerschulden handelt, weise ich Sie darauf hin, dass eventuell hier Steuerhinterziehungstatbestände vorliegen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

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