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Kontoführungsgebühren bei Inkassokosten


17.02.2005 20:00 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bräuchte eine dringende Rückantwort auf folgenden Sachverhalt. Seit dem 23.01.2001 habe ich Schulden bei einem Inkassounternehmen. Da es mir bedingt durch Arbeitslosigkeit und andere Gründe nicht möglich war, die Schuld in einer Summe zu bezahlen, bat ich um Ratenzahlung. Diese wurde mir nach mehrmaligem Nachfragen in Höhe von 10,00 EUR genehmigt. Nunmehr berechnet mir aber das Inkassounternehmen alle 1/2 Jahre eine Kontoführungsgebühr in Höhe von 58,10 EUR. Wenn diese Berechnung so weiter fortgeführt wird, zahle ich ewig. Ist dieses so rechtens. Ich habe hierbei von einem Rechtsspruch gehört, der dieses untersagt.
Erbitte Ihre dringende Rückantwort hierzu.
Vielen Dank.
André Börner
17.02.2005 | 20:51

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller, sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst einmal sollten überprüfen, ob Sie wirklich Schulden bei dem Inkassounternehmen selbst haben oder ob das Unternehmen nicht lediglich die Forderung des ursprünglichen Gläubigers eintreibt. Insoweit kann es sein, dass der Gläubiger seine Forderung gegen Sie an das Unternehmen verkauft hat und das Inkassonunternehmen nun eigene ANsprüche gegen Sie geltend macht.


Mit der Ratenzahlungsvereinbarung haben Sie einen Vertrag geschlossen.

Sie sollten die getroffene Vereinbarung daraufhin prüfen, ob Sie darin auch die Zahlung von Gebühren versprochen haben. Sollten Sie sich vertraglich zur Entrichtung von Gebühren verpflichtet haben, sind sie im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen an Ihre Erklärung gebunden. Kontogebühren von weniger als zehn Euro pro Monat dürften dabei nicht von vornherein sittenwidrig sein, da diese ja unabhängig von der Höhe der Forderung anfallen.

Grundsätzlich verdienen Inkassounternehmen Ihr Geld aber damit, dass sie anderer Leute Forderungen einziehen und hierfür Gebühren beim Schuldner kassieren. Deshalb ist völlig klar, dass die 10 Euro, die Sie monatlich an das Inkassounternehmen überweisen, nicht zu hundert Prozent bei Ihrem Gläubiger ankommen.

Im Rahmen des Forderungseinzugs aus Verzugsgesicchtspunkten müssen sich Inkassounternehmen hinsichtlich der Kosten an der Gebührenordnung der Rechtsanwälte orientieren (=Obergrenze). So z.B. OLG Köln OLGZ 1972, 411; OLG Hamm JurBüro 84,1534; OLG Bamberg, NJW-RR 1994, 412). Dies dürfte auch hinsichtlich der Kontoführungsgebühren gelten. Insoweit ist jedoch vieles streitig. Während etwa die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen die Erhebung von Kontoführungsgebühren für unzulässig hält, hat das OLG Frankfurt am Main die Zulässsigkeit solcher Gebühren ausdrücklich bestätigt. Maßgebend dürfte auch an dieser Stelle wieder die Frage sein, wie viele Gebühren ein Rechtsanwalt verlangen dürfte.



Sollten aber ZUSÄTZLICH zu den Inkassogebühren noch Kontoführungsgebühren anfallen, ist dies nicht korrekt.

In diesem Fall sollten Sie sich auch auf einen Schlichtungsspruch des Ombudsmanns der privaten Banken zur Inkassopraxis der Citibank beziehen. (http://www.schuldnerberatung-euregio.com/citibank.htm) Dort wird ein ähnlicher Fall behandelt.





Ich möchte Ihnen abschließend noch folgende Ratschläge geben:

Erstens: Leihen Sie sich - wenn möglich - die gesamte Summe (etwa bei einem Freund) und zahlen Sie diese auf einmal zurück. Lieber dem Freund ehrliche Zinsen zahlen, als dem Inkassobüro Geld schenken.

Zweitens: Wenn das nicht möglich ist, dann versuchen Sie, von Ihrem Bestimmungsrecht bei der Tilgung Gebrauch zu machen (falls dies nicht in der Vereinbarung ausgeschlossen ist). Weisen Sie bei der Zahlung darauf hin, dass Sie auf die Hauptforderung zahlen, nicht auf Zinsen und Gebühren.


Drittens: Suchen Sie eine Schuldnerberatung auf !



Herzlichst

Ihr

Fabian Sachse


ANTWORT VON

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