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Kontoführungsgebühren - Privatinsolvenz

08.11.2015 16:30 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Erteilung der Restschuldbefreiung. Einrede gegen die Geltendmachung einer Forderung durch einen Gläubiger nach Erlangung der Restschuldbefreiung. Vollstreckungsgegenklage bei einer Durchsetzung der Forderung durch eine Zwangsvollstreckungsmaßnahme.

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Frühjahr 2006 hat meine Frau ein Konto bei der Postbank eröffnet. Das Konto wurde nie benutzt, eine Kontokündigung hatte meine Frau vergessen. Im Sommer 2006 mußte meine Frau Privatinsolvenz anmelden. Diese Insolvenz wurde mit der Restschuldbefreiung nach sechs Jahren erfolgreich abgeschlossen.
Seit einiger Zeit fordert ein Anwaltsbüro, von meiner Frau, die Begleichung der damaligen Schuld.Dabei wird auf einen Vollstreckungstitel aus dem Jahr 2007 verwiesen.
Unsere Frage : Fallen diese Kontoführungsgebühren unter die Privatinsolvenz oder nicht ?
Ist dieser Vollstreckungstitel aus 2007 rechtens,die Schuld entstand doch vor der Insolvenz.

Viele Dank im Voraus für eine Antwort

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Zunächst sollten Sie sich eine Kopie des Vollstreckungsbescheides anfordern.

2. Sollte die Kontoführungsgebühr tatsächlich vor dem Insolvenzantrag oder vor der Insolvenzeröffnung angefallen sein, handelt es sich um eine Insolvenzforderung. Diese wird mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens nach § 41 InsO fällig.

3. Danach war die Forderung zur Insolvenztabelle anzumelden. Die Erlangung eines Vollstreckungsbescheides verhindert nicht, dass die Forderung der Restschuldbefreiung unterfällt.

4. Sie können daher gegen die Geltendmachung der Forderung die Einrede der Erteilung der Restschuldbefreiung geltend machen. Die Titelherausgabe können Sie zwar nicht fordern, jedoch dies Einrede erheben.

5. Sollte der Gläubiger dennoch aus dem Vollstreckungsbescheid die Vollstreckung betreiben, ist gegen die Zwangsvollstreckung eine Vollstreckungsgegenklage zu erheben. Mit dieser Klage können Sie dann auch die Herausgabe des Vollstreckungsbescheides geltend machen.

6. Da eine Vollstreckungsklage auch mit Kosten verbunden ist, für die Sie in Vorleistung treten müssen, sollten Sie auch in Erwägung ziehen, ob Sie dem Gläubiger einen geringen Betrag, beispielsweise 10 % auf die Gesamtforderung anbieten, um die Sache außergerichtlich zu bereinigen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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