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Kontodiebstahl ?


05.04.2007 13:59 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Folgende Meldung nach Sofortkauf eines meiner Artikel, nachdem
schon eine Verkaufsmail an mich gesendet wurde:


TKO HINWEIS: eBay-Angebot(e) entfernt
-----------------------------------------------------------------
Guten Tag xxxx,

die folgenden Angebote wurden von eBay beendet, da Kaufaktivitaeten vorlagen und Gebote abgegeben wurden, die nicht durch den Inhaber des Mitgliedskontos autorisiert waren:
180100336188 Louis Vuitton - CreditCards/Tel. , KROKO !!!!!!!!!!!!!!
Wir haben das Kaeuferkonto voruebergehend gesperrt und uns mit dem Kontoinhaber in Verbindung gesetzt, um weitere, nicht autorisierte Aktivitaeten zu verhindern. Da der Inhaber des Mitgliedskontos diese Gebote nicht veranlasst hat, wurden die dafuer anfallenden Gebuehren Ihrem Konto wieder gutgeschrieben."

Ist die Rechtsprechung nicht so, dass es das Problem des Inhabers eines Kontos ist, wenn seine "geheimen" Daten genutzt werden können, weil er diese ja irgendwo angegeben haben muss oder er fahrlässig handelte, weil er ein einfaches Passwort wählte.
Wie stehen meine Chancen den Verkauf durchzusetzen, gibt es Urteile ? Danke und frohe Ostern ! (PS. Nach meiner Einsicht war das Käuferkonto nicht gesperrt o.ä.)

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Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage und möchte diese unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsdarstellung und Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

In Ihrem Fall kommt es darauf an, ob ein wirklicher „Kontodiebstahl“ vorliegt, oder nicht. Wenn also ein dem Käufer unbekannter Dritter durch Phishing o.ä. an die Daten gekommen ist und damit dann Angebote gemacht hat, ist Ihre Situation leider nicht günstig. Denn der Käufer hat selber keine Erklärung abgegeben. Er muss sich diejenige des Dritten dann aber nicht zurechnen lassen, da er selber keine Ursache dafür gesetzt hat.

Anders ist dies in dem Fall, wenn der Käufer seine Daten an Dritte weitergibt oder diesen zugänglich macht. Dann muss er sich an dem Kauf festhalten lassen und seinerseits gegen den Dritten vorgehen.

Wenn also in Ihrem Fall ein Dritter sich durch welche Maßnahmen auch immer, aber unbefugterweise die Daten des Käufers beschafft hat, haben Sie keinen Anspruch gegen den Käufer, da kein wirksamer Vertrag zustande gekommen ist. Im Übrigen sehen die Bedingungen von Ebay eine Sperrung des Käuferkontos in einem solchen Fall vor.

Sie müssten daher bei Ebay nachfragen, worin die Sperrung des Angebots begründet liegt und dann ggf. beweisen, dass der Käufer selbst die unbefugte Nutzung seines Kontos veranlasst hat, wenn Sie einen Anspruch auf Erfüllung des Vertrages haben wollten.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen die hier nur mögliche erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Nicole Maldonado
- Rechtsanwältin -

Nachfrage vom Fragesteller 05.04.2007 | 14:34

"In Ihrem Fall kommt es darauf an, ob ein wirklicher „Kontodiebstahl“ vorliegt, oder nicht. Wenn also ein dem Käufer unbekannter Dritter durch Phishing o.ä. an die Daten gekommen ist und damit dann Angebote gemacht hat, ist Ihre Situation leider nicht günstig. Denn der Käufer hat selber keine Erklärung abgegeben. Er muss sich diejenige des Dritten dann aber nicht zurechnen lassen, da er selber keine Ursache dafür gesetzt hat."
Wieso hat der Käufer keine Ursache gesetzt, wenn er bei Phishing o.ä. seine Daten an Fremde weitergibt. Wie auch immer, entweder wurde das Konto durch Phishing o.ä. geknackt, dessen Ursache die Fahrlässigkeit des Kontoinhabers zugrunde liegt. Meiner Meinung gibt es hier zweifelsfreie Rechtsprechung und Ihre Antwort verwundert mich sehr, denn sie bedeutet, jeder kann fahrlässig mit seinen Daten umgehen und muss niemals Rechnung tragen. Ist dies so Ihrerseits gemeint ???

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.04.2007 | 16:33

Der Unterschied liegt darin, dass nach Ansicht der Gerichte derzeit aufgrund der nicht vorhandenen Sicherheit im Internet niemand darauf verlassen kann, dass derjenige, der als Käufer tätig wird auch tatsächlich derjenige ist, der unter diesem Namen bei ebay angemeldet ist. Sie müssen nun beweisen, dass tatsächlich ein Kaufvertrag entstanden ist. Dafür reicht es nicht, dass jemand mit dem Benutzernamen des Käufers ein Gebot abgegeben hat.
So hat zum Beispiel das OLG Köln letztes Jahr entschieden, dass der Verkäufer bei Vertragsabschluss die Identität des Käufers nachweisen muss (http://www.medien-internet-und-recht.de/volltext.php?mir_dok_id=262)

Insofern gibt es hier in der Tat zweifelsfreie Rechtsprechung, allerdings nicht in Ihrem Sinne.

Mit freundlichen Grüßen

Nicole Maldonado
- Rechtsanwältin -

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