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Kontoauflösung nach Tod der Ehefrau

05.06.2013 14:38 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Ich habe 1986 eine thailändische Staatsangehörige geheiratet. Wir hatten einen Ehevertrag mit Gütertrennung und Ausschluss des Versorgungsausgleiches abgeschlossen. Seit 1994 lebten wir getrennt. Es gab keine Scheidung. Wir hatten keine Kinder. Es gab seitdem nur sporadische Treffen. Im Mai 2012 erfuhr meine Frau, dass sie unheilbar erkrankt war und wandte sich an mich. Ich kümmerte mich um sie, bis sie im Oktober 2012 verstarb. Bis zu ihrer Erkrankung arbeitete sie ganztags und wurde vom Jobcenter aufgestockt. Es gibt kein Testament und ich habe keine Kontovollmacht. Ich hatte nach ihrem Tod ihre Bankkarte mit PIN. Als ich mir den ersten Kontoauszug nach ihremm Tod holte, waren 4 Euros auf dem Konto. Darauf zahlte ich 1000 Euros ein, damit es nicht in den Dispo rutscht. Auch 300. Euros von ihrem Sparbuch, wozu ich die Sicherungskarte hatte, liess ich mir nicht auszahlen, sondern auf ihr Konto überweisen. Natürlich bezahlte ich auch die Bestattung und Wohnungsauflösung. Durch Krankengeld, Urlaubsgeld, Überstunden usw. kam es noch zu weiteren Einzahlungen auf ihr Konto, sodass der Kontostand jetzt ca. 2480 Euro beträgt. Als ich nun das Konto auflösen wollte, bestand die Bank auf einmal auf einen Erbschein. Beim Amtsgericht erfuhr ich, dass ich durch den Ehevertrag nur zu 50 Prozent erbberechtigt bin. Die anderen 50 Prozent würden ihrer Familie gehören. Die Eltern und ihr Bruder sind tot. Natürlich soll ich jetzt Sterbeurkunden für diese Personen besorgen. Aber selbst, wenn ich diese besorgen könnte, würde es weitergehen. Haben die Eltern meiner Frau Geschwister? Und wenn diese Tod sind, haben sie Kinder? Es ist also für mich unmöglich einen alleinigen Erbschein zu bekommen. Eine Nachlassverfügung mit Haftungserklärung lehnt die Bank mit der Begründung ab, sie würde mich nicht kennen und daher nicht wissen,, ob ich in einen Haftungsfall auch die 1200 Euros bezahlen könnte. Wenn ich nur mein selbst eingezahltes Geld und die Bestattungskosten nehme, bleibt vom Erbe sowiso nichts übrig. Nach dem jetzigen Stand der Dinge bekomme ich 1240 Euro ausbezahlt und die anderen 1240 Euro gehen in über 25 Jahren für die Kontoführungsgebühren drauf, bis der Betrag auf Null gelaufen ist. Ist sowas wirklich deutsches Recht?

Mit freundlichen Grüssen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Da Sie keine Kontovollmacht haben und auch sonst offensichtlich niemand kontobevollmächtigt ist, kann die Bank in der Tat den Nachweis der Erbenstellung verlangen. Dieser Nachweis kann im Falle des Fehlens eines notariellen Testaments nur durch Vorlage der Ausfertigung eines Erbscheins erbracht werden. Und auch dann wird die Bank nur mit Zustimmung aller im Erbschein ausgewiesenen Erben über das Kontoguthaben verfügen.

Sie haben daher nur die Möglichkeit, einen Erbschein beim Nachlassgericht (Amtsgericht des letzten Wohnsitzes des Erblassers) zu beantragen. Wenn Ihnen der Tod der Eltern und des Bruders bekannt ist und Sie sonst keine lebenden Verwandten Ihrer verstorbenen Frau kennen, können Sie diese Tatsachen im Erbscheinsverfahren eidesstattlich versichern. Das Nachlassgericht hat nach § 2358 BGB eigene Ermittlungen von Amts wegen aufzunehmen. Es kann nach § 2358 Abs. 2 BGB auch eine öffentliche Aufforderunge zur Anmeldung der anderen Personen zustehenden Erbrechte erlassen. Sofern sich niemand meldet, kann Ihnen dann ein Erbschein erteilt werden, der Sie als Alleinerben ausweist, § 1931 Abs. 2 BGB .

Sie sollten daher nochmals diese Möglichkeit beim Nachlassgericht erörtern oder dies von einem Rechtsanwalt vor Ort übernehmen lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gunnar Wessel, Rechtsanwalt

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