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Konsequenzen Erbverzicht

07.01.2008 20:54 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske


Mein Vater ist im Januar 2007 gestorben und hatte im Testament meine Mutter zur einzigen und ausschliesslichen Erbin eingesetzt. Mein Bruder und ich (einzige Kinder) wurden somit nicht berücksichtigt.

Sollten wir - gem. Schreiben vom Amtsgericht - bis Juni 2007 keine Einwände erheben, wird das Testament gültig. So auch geschehen. Wir wurden darauf hingewiesen, dass wir von der Erbfolge ausgeschlossen wurden, aber der gesetztliche Pflichteil uns zusteht. Weiter wurden wir auf 3jährige Verjährungsfrist hinsichtlich der Geltungmachung unseres Pflichteilananspruchs hingewiesen.

Wir möchten eigentlich auf unseren Pflichtteil verzichten, weil meine Mutter in ihrem Haus weiter wohnen soll und sie sonst zum Hausverkauf gezwungen wäre. Barmittel sind auch nicht nennenswert vorhanden.

Die Mutter hat noch 4 Geschwister.

Hieraus resultieren für uns mehrere Fragen:

1. Wenn wir auf unser Pflichteil verzichten und meine Mutter schreibt kein Testament zu unseren Gunsten, welche Erbfloge tritt nach ihrem Tod ein? Erben ausschliesslich mein Bruder und ich oder geht auch ein Teil des Erbes an die Geschwister meiner Mutter?

2. Wenn wir auf unser Pflichteil verzichten und meine Mutter verfasst ein Testament zu unseren Gunsten (Bruder und ich), welche Erbfloge tritt nach ihrem Tod ein? Geht das volle Erbe jeweils hälftig ausschliesslich an meinem Bruder und mich oder geht auch ein Teil des Erbes an die Geschwister meiner Mutter?

Wir hatten uns vorgestellt, dass unsere Mutter bis zu Ihrem Tod über das alleinige Erbe verfügen soll, danach aber mein Bruder und ich unseren Anspruch auf das volle Erbe haben, von dem uns unser Vater ausgeschlossen hatte.







Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

1. Erstellt Ihre Mutter kein Testament, tritt die gesetzliche Erbfolge ein.
Als Abkömmlinge sind Sie und Ihr Bruder gesetzliche Erben 1. Ordnung, die Geschwister Ihrer Mutter sind gesetzliche Erben 2. Ordnung. Die Erben 2. Ordnung erben aber nicht, solange Erben 1. Ordnung vorhanden sind (§ 1930 BGB ). Sie und Ihr Bruder beerben Ihre Mutter dann zu gleichen Teilen (§ 1924 BGB ).

2. Erstellt Ihre Mutter ein gültiges Testament, gilt das, was sie darin festgelegt hat (Testierfreiheit).
Sie könnte auch Ihre vier Onkel bzw. Tanten als Erben einsetzen und Sie und Ihr Bruder jeweils nur auf das Pflichtteil setzen. Sie könnte Sie als Alleinerben einsetzen, so dass Ihr Bruder nur das Pflichtteil bekommt oder umgekehrt. Wenn Sie sich in dieser Hinsicht absichern wollen, sollten Sie erwägen, mit der Mutter einen (notariell zu beurkundenden) Erbvertrag zu schließen.
Die Geschwister Ihrer Mutter sind nicht pflichtteilsberechtigt, d.h. wenn Ihre Mutter sie im Testament nicht berücksichtigt, haben sie keine Ansprüche.

Sie sollten bei Ihrer Entscheidung auch berücksichtigen, dass das Erbe beim Tode Ihrer Mutter unter Umständen völlig aufgezehrt ist, falls Ihre Mutter längere Zeit pflegebedürftig werden sollte.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.
Soweit ansonsten aus dem Bereich frag-einen-anwalt.de heraus eine Kontaktaufnahme an mich gewünscht ist, bitte ich zunächst ausschließlich um Kontakt per E-Mail.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 08.01.2008 | 10:49

Zunächst danke für die schnelle Antwort.

Sie schreiben:

"Sie sollten bei Ihrer Entscheidung auch berücksichtigen, dass das Erbe beim Tode Ihrer Mutter unter Umständen völlig aufgezehrt ist, falls Ihre Mutter längere Zeit pflegebedürftig werden sollte."

Können Sie bitte diesen Satz konkretisieren? Welche Konsequenzen hinsichtlich unserer Entscheidung sind hier gemeint?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.01.2008 | 11:43

Sehr geehrter Fragesteller,

falls Ihre Mutter ins Pflegeheim kommen sollte, können die Pflegekosten unter Umständen nicht von ihrem Einkommen gedeckt werden, so dass dann auf das Vermögen zurückgegriffen werden muss. Sie können deshalb nicht darauf vertrauen, dass Sie nach dem Tode der Mutter noch "Anspruch auf das volle Erbe haben, von dem sie Ihr Vater ausgeschlossen hat". Möglicherweise ist dann nichts mehr zu vererben, so dass Sie überlegen sollten, Ihren Pflichtteil jetzt doch geltend zu machen oder abzusichern (z.B. mittels Eintragung einer Grundschuld).

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

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